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The Flying Burrito Brothers

  • musicmakermark
  • vor 4 Stunden
  • 6 Min. Lesezeit

Amerikanische Country Rock-Gruppe, gegründet 1967 in Los Angeles, California, von Ian Dunlop (e-b) und Mickey Gauvin (dm). Die beiden Musiker hatten zuvor der International Submarine Band von Gram Parsons angehört und die ISB wegen unterschiedlichen Auffassungen bezüglich der musikalischen Richtung wieder verlassen.


 

Parsons tendierte stärker in Richtung Country, während Dunlop und Gauvin auch R&B und Rock einfliessen lassen wollten. Die erste FBB-Formation umfasste neben den beiden Gründern Barry Tashian (g, vcl), Billy Briggs (key), Junior Markham (horns), Bobby Keys (sax) sowie gelegentlich auch ISB-Leader Gram Parsons (vcl, g, key) und andere Musiker.

 

Die Ur-The Flying Burrito Brothers-Mitglieder wollten keinen Vertrag mit einem Label, keine Hits und zogen, als sie in Los Angles zu populär wurden, nach New York City. Gram Parsons war inzwischen Mitglied von The Byrds geworden, doch er wurde nach einigen Monaten entlassen.

 

1968 gründete Parsons (g, p, vcl) in Los Angeles, California, mit dem Byrds-Urmitglied Chris Hillman (g, e-b, vcl) eine neue Version von The Flying Burrito Brothers. Weitere Bandmitglieder der ersten Stunde waren Sneaky Pete Kleinow (pedal steel-g), Chris Ethridge (e–b) und Eddie Hoh (dm).

 

Während den Aufnahmen zum ersten Album "The Gilded Palace Of Sin" (A&M, 1969) wurden als Nachfolger von Eddie Hoh zuerst Sam Goldstein, dann Thomas "Popeye" Phillips und Jon Corneal als Drummer eingesetzt. David Crosby von den Byrds steuert in einem Track Backing-Vocals bei. Das Album kam auf Platz 164 der Billboard 200.

 

Dann kam es zu weiteren Besetzungswechseln. Für Corneal kam Ex-Byrds Michael Clarke (dm) und für Etheridge wurde Bernie Leadon (g, dobro, vcl) engagiert. Beide hatten vor ihrem FBB-Engagement bei Dillard & Clark, einer Formation um den Ex-Byrds Gene Clark, gespielt, die eng mit den FBB verbunden war.

 

Später erschienen viele Liveaufnahmen der FBB aus jener Zeit. Obwohl Gram Parsons mehrere Monate im Umfeld der Rolling Stones verbrachte, um bei den Arbeiten von "Let It Bleed" (Decca, 1969) dabei zu sein, kam mit "Burrito Deluxe" (A&M, 1970) ein zweites FBB-Album heraus.

 

Aus Mangel an guten Songs und wegen Parsons Desinteresse fiel das Album enttäuschend aus und kam nicht in die Charts. Mehrere Songs des Albums waren Coverversionen. Darunter befand sich die erste Version des Jagger/Richards-Songs "Wild Horses", den die Stones später auf ihrem Album "Sticky Fingers" (Rolling Stones, 1971) veröffentlichten.

 

Auch Bob Dylans mehrfach gecovertes Lied "If You Gotta Go, Go Now" fand sich auf diesem Album. Produzent Jim Dickinson wollte die Situation retten, indem er die FBB vor dem Erscheinen von "Burrito Deluxe" weitere fremde Songs einspielen liess.

 

Das Resultat mit Songs von Merle Haggard, Buck Owens, Ray Price, Jagger/Richards, Porter Wagoner und anderen erschien sechs Jahre später als "Sleepless Nights" (A&M, 1976).  Darauf fanden sich auch drei Outtakes des Gram Parsons-Albums "Grievous Angel" (Reprise, 1974) mit der damals noch unbekannten Emmylou Harris.

 

Aus der Anfangszeit der FBB stammen auch zwei später auf den Markt gebrachte Alben: "Farther Along" (A&M, 1988) ist eine "Best Of"-Zusammenstellung mit Material der ersten Alben. "Dim Lights, Thick Smoke And Loud, Loud Music" (Edsel, 1987) war eine Compilation mit Coverversionen.

 

Gram Parsons war im Juni 1970 wegen fehlendem Engagement von den restlichen Bandmitgliedern entlassen. Fortan übernahm Hillman das Ruder der FBB. Mit Gene Clark (vcl) als Gastmusiker spielte die Band eine Single ein. Parsons Ersatz hiess Rick Roberts (g, vcl).

 

Er steuerte für das dritte FBB-Album "The Flying Burrito Brothers" (A&M, 1971) bereits einige Songs bei. Mit Platz 176 tauchte das Album auch in den Billboard 200 auf, wenn auch ganz hinten. Danach kam zu weiteren Wechseln im Lineup.

 

Für Kleinow kam Al Perkins (g, pedal-steel-g), während Leadon, der zu Linda Ronstadt und danach zu den Eagles ging, durch Kenny Wertz (vcl, g, banjo) ersetzt wurde. Mit Wertz kamen stiessen auch Byron Berline (fiddle) und Roger Bush (b) zu FBB.

 

Sie hatten mit Wertz bei Dillard & Clark und bei der Doug Dillard Expedition gespielt und mit Country Gazette eine Bluegrass-Band gebildet. Liveaufnahmen der neuen Besetzung erschienen als "Last Of The Red Hot Burritos" (A&M, 1972).

 

Wegen mangelnden Erfolgsaussichten verliessen Clarke, Perkins und Hillman die FBB. Hillman und Perkins schlossen sich Stephen Still's Manassas an. Roberts, Wertz, Berline und Bush holten mit Alan Munde (g, vcl), Don Beck (pedal-steel-g) und Erik Dalton (dm) drei neue Musiker in die Band.

 

Danach gingen sie als FBB auf eine Europatournee. Bei einem Auftritt in Holland wurde die Doppel-LP "Live In Amsterdam" (Philips, 1972) mitgeschnitten. Diese und später weitere Versionen erschienen nur in Europa und Australien und kamen zudem auch auf Bootleg-Aufnahmen heraus.

 

Der Bluegrass-Teil des Konzertes wurde auch separat unter dem Titel "Blue Grass Special" (Ariola, 1973) auf einer LP veröffentlicht, der Rest als "In Concert" (Ariola, 1975). Rick Roberts und Michael Clarke gründeten Firefall, während Wertz, Berline und Bush mit Alan Munde Country Gazette weiterführen.

 

Anfang 1973 waren die Country Gazette-Musiker mit ehemaligen FBB-Mitgliedern als The Flying Burrito Brothers/Hot Burrito Revue in Europa unterwegs. Bei dieser Tournee traten die vier Musiker auch als Country Gazette auf.

 

Nachdem die Doppel-LP-Compilation "Close Up The Honky Tonks" (A&M, 1974) mit zum Teil auch unveröffentlichten Aufnahmen auf den Markt gekommen war, stieg bei Konzertveranstaltern das Interesse an FBB. FBB-Manager Eddie Tickner stellte um die Ex-FBB-Mitglieder Sneaky Pete Kleinow (pedal-steel-g) und Chris Ethridge (e-b) eine völlig neue Formation auf die Beine.

 

Dieser gehörten Joe Scott Hill (g, vcl) von Canned Heat, Gib Guilbeau (vcl, fiddle) und Ex-Byrds Gene Parsons (dm, hca, vcl) an. Letzterer ist nicht verwandt mit dem inzwischen verstorbenen Ex-FBB- und Byrds-Mitglied Gram Parsons. 

 

Das Comeback-Album hiess "Flying Again" (Columbia, 1975) und war mit Platz 138 in den Billboard 200 das chartsmässig beste der Band. Von der selben Formation erschienen später unter dem Titel "From Another Time" (Sundown, 1991) Liveaufnahmen.

 

Danach verliessen die FBB-Urmitglieder Ethridge und Kleinow erneut die Band. Mit Skip Battin (e-b) trat erneut ein ehemaliges Byrds-Mitglied in die Dienste der FBB. Mickey McGee wurde neuer Schlagzeuger, während Gene Parsons nur noch als Gitarrist und Sänger tätig war.

 

In dieser Besetzung entstand mit unter anderem Stevie Wonder (key) als Gastmusiker "Airborne" (Columbia, 1976) sowie die später veröffentlichte Liveaufnahme "Sin City" (Relix, 1992). Hillman, Guilbeau, McGee, ex-FBB-Mitglied Sneaky Pete Kleinow und Thad Maxwell (e-b) nannten sich fortan Sierra.

 

Unter diesem Bandnamen gaben sie ein gleichnamiges Album (Mercury, 1977) heraus, ehe sie sich mit Gene Parsons und Skip Battin (e-b), aber ohne Maxwell, erneut als The Flying Burrito Brothers zusammenschlossen.

 

Von dieser Formation erschien zwar kein neues Studioalbum, aber mehrere Livemischnitte. Ende 1979 blieben vom letzten FBB-Lineup nur noch Guilbeau, Kleinow und Battin übrig. Sie taten sich mit John Beland (g, vcl) zusammen und nannten sich fortan Burrito Brothers.

 

Diese Gruppe existierte zwischen 1980 und 1984 sowie zwischen 1986 und 1987 und gab drei Alben sowie nachträglich ein weiteres Album und eine Compilation heraus. Dann wurden FBB zu neuem Leben erweckt.

 

Anfang der 1990er Jahre taten sich die FBB-Mitglieder John Beland, Gib Guilbeau, Sneaky Pete Kleinow und Chris Ethridge mit dem Australier Brian Cadd und dem früheren Elvis Presley-Drummer Ronnie Tutt zusammen, um mit "Eye Of A Hurricane" (Relix, 1994) das sechste FBB-Studioalbum einzuspielen.

 

Mit "California Jukebox" (Icehouse, 1997) folgte drei Jahre später ein weiteres FBB-Album, realisiert von Beland, Guilbeau und Kleinow mit Larry Patton (e-b, vcl) und Gary Kubal (dm) als Begleiter sowie mit Waylon Jennings (vcl) als Gast in einem Song.

 

Auf dem letzten FBB-Studioalbum "Sons of the Golden West" (Arista, 1999) bestand die Band aus Beland, Wayne Bridge (pedal steel-g, dobro), Patton und Kubal. Nachdem sich schon zwischen 1980 und 1984 sowie zwischen 1986 und 1987 eine FBB-nahe Band Burrito Brothers genannte hatte, teilten sich die FBB-Musker ab den 2000er Jahre in diverse Splittergruppen mit teilweise den selben Musikern auf.

 

Kleinow gründete 2002 mit Burrito Deluxe ein Seitenprojekt, das über seinen Tod 2006 bis 2010 existierte und drei Alben veröffentlichte. Danach machte die Band unter Chris James' Führung unter dem Gruppennamen The Burritos weiter. Nach einem Album wurde daraus The Burrito Brothers (siehe alle Flying Burrito Brothers-Nachfolgebands).

 

36 Musiker waren über kurz oder lang Mitglied von FBB gewesen. Von den Flying Burrito Brothers erschienen im Laufe der Jahre viele weitere Konzertmitschnitte, Reissue-Pakete und Compilations.


Viele der FBB-Musiker wie Gib Guilbeau, Sneaky Pete Kleinow, Gram Parsons, Chris Hillman und Bernie Leadon, gaben Aufnahmen unter ihren eigenen Namen heraus und waren Mitglieder in vielen anderen Gruppen.     

                            03/26

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