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The Jazz Epistles

  • musicmakermark
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Südafrikanisches Jazz-Ensemble, aktiv Mitte bis Ende der 1950er Jahre und beeinflusst von Art Blakey und seinen Jazz Messengers. Zu den Jazz Epistles gehörten Dollar Brand (p), Kippie Moeketsi (as), Jonas Gwangwa (tb), Hugh Masekela (tp), Johnny Gertse (b) und Early Mabzua oder Makaya Ntshoko (dm).


 

Die Gruppe trat regelmässig im Odin Theater im Künstlerquartier Sophiatown in Johannesburg auf. Kurz vor ihrem Split im September 1959 nahmen die Jazz Epistles mit Ntshoko als Drummer und auf Veranlassung des amerikanischen Pianisten John Mehagan das erste Album einer schwarzen, südafrikanischen Band auf.

 

Es hiess "Jazz Epistle, Verse 1" (Continental, 1960) und enthielt acht Kompositionen der Bandmitglieder. Teile davon erschienen auf mehreren Compilations. Später wurden die Originalaufnahmen mehrfach im LP- oder CD-Form noch einmal neu aufgelegt. Mit sechs weiteren Tracks ergänzt kamen sie unter dem Titel "Jazz In Africa Volume 1" (Kaz, 1992) heraus. Auch diese erweitere Version wurde mehrfach wiederveröffentlicht.

 

Am 13. Oktober 1959 wurde ein Auftritt der Jazz Epistles mit den Sängerinnen Tandie Khumalo alias Tandie Klaasen, Tholo Mgcina alias Sophie Mgcina Davies sowie Mummy Girl Nketle und Abigail Kubeka, beide von den Skylarks, mitgeschnitten.


Ob diese unter dem Titel "Live at Selbourne Hall, Johannesburg: October 13, 1959" bekannten Aufnahmen mit Kompositionen von Charlie Parker, Dizzy Gillespie, Duke Ellington und anderen je veröffentlicht wurden, ist nicht sicher.

 

Gleiches gilt für eine Radiosession von Anfang 1960 bei Radio SABC in Johannesburg sowie eine Aufnahme der Jazz Dazzlers mit Hugh Masekela (tp), Jonas Gwangwa (tb), Mackay Davashe (ts), Kippie Moeketsi und Benny "Gwigwi" Mrwebe (as), Sol Klaaste (p), General Duze (g), Jacob Lepere (b) und Ben Mawela (dm) vom 15. Juli 1960.

 

Ebenfalls noch 1959 waren einige der Musiker der Jazz Epistles zusammen mit Miriam Makeba und den Manhattan Brothers bei den Aufführungen des Musicals "King Kong" von Todd Matshikiza beteiligt. Die Originalaufnahmen kamen auf der LP "King Kong - The Original Stage Caste" (Gallotone) und wurden später wiederveröffentlicht.

 

Auf der LP "Jazz In South Africa - Township Jazz From The Golden Age" (Honey Pie, 2022) fanden sich später Aufnahmen der Jazz Epistles sowie solche von Dollar Brand, Miriam Makeba, Chris McGregor & The Castle Lager Big Band und anderen.

 

Nach dem Sharpville Massacre von 1960 begann in Südafrika die Zeit der Apartheid. Die schwarzen Musiker wurden alle arbeitslos. Viele von ihnen wanderten aus. Vor allem Dollar Brand, der sich später Abdullah Ibrahim nannte, und Hugh Masekela wurden in Europa und in den USA gefeierte Jazzmusiker.


Dollar Brand (p), Johnny Gertze (b) und Makaya Ntshoko (dm), also die Hälfte der Jazz Epistles, bildeten Anfang der 1960er Jahre das Dollar Brand Trio. Diese Formation spielte während mehreren Monaten im Zücher Club "Africana" und wurde dort von Duke Ellington.

 

Vom Dollar Brand Trio erschienen die LPs "Dollar Brand Plays Sphere Jazz" (Continental, 1962), "Duke Ellington Presents The Dollar Brand Trio" (Reprise, 1965) und "Anatomy Of A South African Village" (Fontana, 1965).

 

Das Trio begleitete mit Svend Asmussen (vio) Dollar Brands Frau, die Sängerin Sathima Bea Benjamin bei den Aufnahmen ihres eigenen Albums "A Morning In Paris", das allerdings erst Jahrzehnte später (Enja, 1997) veröffentlicht wurde.

 

Makaya Ntshoko machte sich eine Zeitlang einen Namen im freien Jazz. Eine andere Gruppe von südafrikanischen Musikern bildete sich im europäischen Exil um den weissen Pianisten Chris McGregor und dessen Gruppe Blue Notes.                                                                   06/26

 

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