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Barre Phillips

musicmakermark
vor 4 Stunden
4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Jazz-Bassist, Komponist und Bandleader, geboren am 27. Oktober 1934 in San Francisco, California. Ab 1954 spielte er in verschiedenen lokalen Dixieland-Bands. Zwischen 1960 und 1961 arbeitete er an der Seite des späteren Mothers Of Inventions-Mitglieds Ian Underwood.


 

1962 zog er nach New York City, wo er bis 1976 als Solist bei den New Yorker Philharmonikern unter Leonard Bernstein spielte. Dazu arbeitete er auch in Gruppen von Archie Shepp, Don Ellis Bob James, George Russell und Jimmy Giuffre, Eric Dolphy oder mit Paul Bley.

 

Mit Stu Martin, den er später im The Trio wieder traf, bildete Phillips die Rhythmusgruppe von Sängerinnen wie Carmen McRae und Dionne Warwick. 1967, nach einer Tournee mit Attila Zoller (g) und Don Friedman (p), liess er sich in London nieder.

 

Dort gehörte er der Concert Band von Mike Westbrook an, als diese ihre ersten Aufnahmen einspielen konnte. In England kam er dazu auch zu Aufnahmen mit anderen Gruppen und Musikern.

 

Er machte Aufnahmen mit der Psychedelic Rock-Gruppe Gong, mit Marion Brown, Rolf und Joachim Kühn und John Surman. Mit Surman (bars, ss) und Stu Martin (dm, perc), gründete er 1969 die wegweisende Free Improv/Free Jazz-Formation The Trio.

 

Im Gründungsjahr von The Trio liess er sich in Paris nieder, wo er mit Michel Portal und Carolyn Carlson arbeitete, sonst aber nicht viel mit der französischen Szene zu tun hatte.

 

Später liess er sich im Departemnt Var im Südosten Frankreichs nieder, wo er lange lebte und arbeitete. Unter dem Namen von Siegfried Kessler (p), Barre Phillips (b) und Steve McCall (dm) erschien in jener Zeit die LP "Live At The "Gill's Club" (Futura, 1970).

 

Barre Phillips war danach in Dutzenden von anderen Trioaufnahmen zu hören (siehe Barre Phillips in Trioaufnahmen). Dazu kamen viele andere Ensemble-Einspielungen.

 

Auf "Alors!!!" (Futura, 1970) trafen  die The Trio-Musiker unter ihren Namen auf Michel Portal (bcl, as) und Jean-Pierre Drouet (perc). Phillips erste eigene Aufnahme war die Solo-LP "Journal Violone" (Opus One, 1969) gewesen, aufgenommen im November 1968 in einer Kirche in England.

 

Die Aufnahmen kamen wenig später auch unter dem Titel "Basse Barre" (Futura, 1970) auf den Markt. Von Barre Phillips kamen im Laufe der Zeit weitere Solo-Aufnahmen heraus oder solche, bei denen er sich mit anderen Bassisten zusammentat (siehe Barre Phillips in basslastigen Aufnahmen).

 

Daneben kam er zu mehreren Ensembleaufnahmen als Leader. Die erste war "Mountainscapes" (ECM, 1976) mit Jon Surman (bcl, bars, synth), Stu Martin (dm, synth) und Dieter Feichtner (synth) und teilweise John Abercrombie (g). 

 

Auf "Three Day Moon" (ECM, 1978) wurde Phillips von Terje Rypdal (g, org, synth), Dieter Feichtner (synth) und Trilok Gurtu (tabla, perc) begleitet. John Surman (bars, ss, bcl, synth) und Aina Kemanis (vcl).  Hervé Bourde (as, ts, fl), Claudia Phillips (vcl) und Pierre Favre (dm, perc) begleiteten Phillios auf "Music By ..." (ECM, 1981).

 

"Naxos" (Celp, 1990) war ein Album von Phillips (b, key, perc) mit Claudia Phillips (vcl), Hervé Bourde (sax), Jean-Marc Montera (g) und Pierre Cammas (p, key). Im Duo mit Derek Bailey (g) nahm er "Figuring" (Incus, 1990) auf. 


Für "Aquarian Rain" (ECM, 1992) holte er Alain Joule (perc) sowie Jean-François Estager und James Giroudon (tapes) als Begleiter ins Studio. Der Untertitel dieser CD lautete "Music For Bass, Percussion And Tape".

 

Eine Duoeinspielung mit Kazuo Imai (g) hiess "Play 'Em As They Fall" (Station Kids, 1999), eine solche mit Masashi Harada (p, perc, vcl) "Voluminous Venture" (Cadence Jazz, 2001). Mit Malcolm Goldstein (vio) nahm Barre Phillips die CD-R "Live In Puget-Ville" (Bab-Ili, 2006) auf, mit Joe Morris (g) "Elm City Duets" (Clean Feed, 2008).

 

Aufnahmen von 1981 mit Manfred Schoof (tp), Gianluigi Trovesi (as, cl, bcl) und Günter Baby Sommer (dm) erschienen Jahre später unter dem Titel "Peitzer Grand Mit Vieren" (Jazzwerkstatt, 2009). "Everybody Else But Me" (Foghorn, 2011) hiess eine Quartett-CD mit Tony Bevan (ss, ts, bas) und Matthew Bourne (p) und Tony Buck (dm).

 

Mit Eric Plandé (ts, ss) tat er sich für "Breath Of Time" (Jazzwerkstatt, 2016) zusammen.  Bei "La Vida Es Sueño" (Wan+Wan, 2017) handelte es sich um eine frei improvisierte Oper von Pedro Caldéron de la Barca aus dem Jahre 1635.

 

Zu hören waren Barre Phillips und das Ensemble Emir in einer Aufführung vom Mai 2015 am Musique Action-Festival in Vandœuvre-lès-Nanvy. Als Emir A2 nahmen Barre Phillips und die Emir-Vokalistin Emilie Lesbros im Duo den Soundtrack "No Man's Zone" (Cinénato, 2017) auf.

 

Mit Davide Barbarino (as, ss, cl, wooden fl), Manlio Speciale (vio) und Mark Dresser als zweiten Bassisten entstand das DL-Album "Ortofonie" (2020). Auch auf "The Forgotten Song" (Open Horizon, 2020) stand neben Barre Phillips mit Ken Filiano ein zweiter Bassist. Dazu kamen Biggi Vinkeloe (sax, fl) und Peeter Uuskyla (dm).

 

Duoaufnahmen mit György Kurtág jr. (elect) hiessen "Face à Face" (ECM, 2022) und "Togetherness" (BMC, 2026). Barre Phillips starb am 28. Dezember 2024 im Alter von 90 Jahren in Las Cruces, New Mexico.

 

Weitere Aufnahmen machte er mit John Warren, Slide Hampton, Heiner Stadler, Terje Rypdal, Friedrich Gulda, Albert Mangelsdorff, Charlie Mariano, Gunter Hampel, Mal Waldron, Lauren Newton, Urszula Dudziak, Jeanne Lee, Jay Clayton, Bobby McFerrin, Joelle Léandre, Alfred Harth, Anthony Braxton, Denman Maroney und Giancarlo Locatelli.

 

Dazu hinterliess er musikalische Spuren auf Aufnahmen  von Jon Rose, Ornette Coleman, Lee Konitz, Claudia Phillips, Mario Schiano, Franz Koglmann, Pauline Oliveros, John Oswald, Robin Williamson, Chris McGregor, Jimmy Giuffre, Nino Ferrer und vielen anderen. Ab 1980 komponierte er die Musik für sämtliche Filme von Robert Kramer.           

 

Er war Mitglied der Gruppen The London Jazz Composers Orchestra (sd), Attila Zoller-Lee Konitz Quartet, Attila Zoller Quartet, Bob James Trio, Elsie Jo, Gunter Hampel All Stars, Mal Waldron Trio, Maneri Ensemble, The Baden-Baden Free Jazz Orchestra, The Chris McGregor Septet, The Chris McGregor Trio, The String Summit und The Terje Rypdal Group.        09/26

 

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