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Edward Vesala

  • musicmakermark
  • 9. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Finnischer Avantgarde Jazz-Schlagzeuger, Komponist und Bandleader, geboren am 15. Februar 1945 in Mäntyharju. Er ging 1966 nach Helsinki, wo er an der Sibelius-Musikakademie studierte und alle Arten von Musik spielte.

Mit dem Sänger Mauri Antero Numminen und mit dem Altsaxofonisten Eero Koivistoinen kam er zu ersten Schallplattenaufnahmen.



Später war er zeitenweise einer der meistbeschäftigsten Schlagzeuger Finnlands. Soulset hiess eine 1969 von Vesala und Seppo Paakkunainen gegründete die Soul-Gruppe, die noch im selben Jahr auflöste. Das einzige Album dieser Gruppe hiess "Nykysuomalaista - Contemporary Finnish" (Finnlevy, 1969).

 

Die LP bestand auch aus Aufnahmen der Edward Vesala Jazz Band. Letztere Formation bestand mit Juhani Aaltonen (ts, ss, fl), Seppo Paakkunainen (ts), Pekka Sarmanto (b) und Teppo Hauta-aho (b) aus Musikern, mit denen Vesala auch später immer wieder zusammenarbeitete und die teilweise selber angesehene Bandleader wurden.

 

"Yksi, Kaksi, Kolme, Neljä Soul Jumppaa" (Gross, 1969) enthielt auf der A-Seite 14 Solotracks von Vesala, mit denen er verschiedene Rhythmusmuster demonstrierte. Die B-Seite war mit sechs titellosen Stücken von Soulset bespielt. Mit Juhani Aaltonen (ts, ss) und Arild Anderson (b) entstand 1970 die Trioaufnahme "Nana" (Blue Master, 1970).

 

1971 gewann er mit seiner Gruppe Tuohi Quartet den ersten Preis am Montreux Jazz Festival. Als Tuohi Klang veröffentlichte diese Free Jazz-Formation das Album "Pennselmann Hits Vol. 2765" (Ufo, 1972).

 

Dank mehreren Aufnahmen auf dem deutschen "ECM"-Label wurde Vesala ab Mitte der 1970er Jahre auch ausserhalb von Finnland bekannt. Die erste war die Trioaufnahme "Triptykon" (ECM, 1973) mit Jan Garbarek (ts, ss, bas) und Arild Andersen (b).

 

Im April 1973 trafen Vesala und Aaltonen in Helsinki auf Peter Brötzmann (as, ts) und Peter Kowald (b), um als German-Finnish Jazz Workshop "Hot Lotta" (Blue Master, 1973) aufzunehmen. Im selben Jahr entstand die Soloproduktion "I'm Here" (Blue Master, 1973), auf der Vesala auch Sitar, Vibraphon, Marimba und verschiedenste Perkussionsinstrumente spielt.

 

Unter dem Namen der beteiligten Musiker Edward Vesala (dmk), Jarmo Sermilä (tp, org, kantele), Teppo Hauta-aho (b), Antero Honkanen (elect, perc) und Mikael Helasvuo (fl) erschien die LP "Ode To Marilyn" (Scandia, 1974). "Nan Mandol" (Japo, 1974) war eine Aufnahme für das "ECM"-Unterlabel.

 

Darauf setzte Vesala je nach Track mittelgrosse und grösssere Ensembles mit praktisch nur finnischen Musikern ein. Einzige Ausnahme war Charlie Mariano (as, fl, nagaswaram). Ebenfalls mit grösseren Ensembles entstanden "Satu" (ECM, 1977) und "Rodina" (Love, 1977). Dazwischen war unter den Namen von Vesala, Tomasz Stanko (tp), Tomasz Szukalski (ts, ss, bcl) und Peter Warren (b) die polnische LP "Twet" (Polskie Nagrania Muza, 1974) erschienen.

 

"Live At Remont" (Helicon, 1978) kam unter dem Bandnamen Tomasz Stanko - Edward Vesala Quartet heraus und zeigt Vesala, Stanko und Szukalski mit Antti Hytti (b) an Stelle von Warren. 1977 hatte Vesala Aufnahmen mit Buschi Niebergall (b) und Gerd Dudek (ts, ss, fl, shenai) gemacht, die als "Open" (FMP, 1979) veröffentlicht wurden.

 

Die in New York eingespielte LP "Heavy Life" (Leo, 1980) zeigte Vesala in Begleitung von Tomasz Stanko (tp), Howard Johnson (bars), Bob Stewart und Joe Daley (tuba), James Spaulding (as), J.D. Parran (ts, ss), Chico Freeman (ts), Iro Haarla (harp) und Reggie Workman (b).

 

"Mau-Mau" (Johanna, 1982) war eine Aufnahme des Edward Vesala Mau Mau Ensembles, dem neben vielen Instrumentalisten auch Sänger und Sängerinnen angehörten. Auch auf der Tentett-Aufnahme "Neitsytmatka" (Polarvox, 1982) kamen Vokalistinnen und Vokalisten zum Einsatz.

 

"Tea For Four" (Leo, 1984) war eine Quartettaufnahme mit Charlie Mariano (as), Jasper van't Hof (key) und Arild Andersen (b).  Nur mit finnischen Musikern spielte er "Kullervo" (Leo, 1985) und "Lumi" (ECM, 1987) ein. Ebenfalls fast nur mit finnischen Musikern sowie mit Stanko entstand die grossorchestrale Aufnahme "Bad Luck, Good Luck" (Leo, 1985).

 

Für "Afrikan Tähdet" (Leo, 1989) versammelte Vesala sieben Sängerinnen/ Sänger sowie vier Instrumentalisten. "Ode To The Death Of Jazz" (ECM, 1990) erschien war unter Vesalas Namen, bildete aber den Auftakt zu einer Reihe von Alben, die unter dem Bandnamen Edward Vesala Sound & Fury herauskamen.

 

Mit Tomasz Stanko (tp), Tomasz Szukalski (ts, ss) und Dave Holland (b) als Co-Leader nahm Vesala "Balladyna" (ECM, 1994) auf. Edward Vesala starb am 4. Dezember 1999 im Alter von 54 Jahren in Yläne. Nachträglich kamen unter dem Namen der beteiligten Musiker mehrere Aufnahmen mit Vesala heraus.

 

Unter dem Titel "Selected Recordings" (ECM, 2004) erschien eine Compilation mit seinem Schaffen für das Label "ECM". "Solo" (Willa Silva, 2025) bestand aus 13 unbegleiteten Solotracks in Form einer Doppel-CD.

 

Er spielte in/leitete Gruppen wie Apollo, Blues Section, City Of Women, Eero Koivistoinen Music Society, Electric Circus, Goodmans, Joonaksen Ystävät, Kalmiston Klangi, Karelia Group, Lauluyhtye Pallilla Kuiskaten, Levynhävittäjät Yhtye, Mike Koskinen Orchestra, Nunnu Big Band und The Winners.

 

Edward Vesala spielte an der Seite von Kenny Wheeler, Chick Corea, Albert Mangelsdorff, Slide Hampton, Gary Burton, Gary Windo und anderen. Die Pianistin, Harfenspielerin und Bandleaderin Iro Haarla war seine Ehefrau.

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