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Giancarlo Schiaffini

  • musicmakermark
  • 28. Aug.
  • 3 Min. Lesezeit

Italienischer Free Improv-Posaunist, Euphonium- und Tuba-Spieler, Komponist sowie Bandleader, geboren 1942 in Rom. Er studierte Physik und schloss seine Studien ab. 1967 schloss er sich der Gruppo Romano Free Jazz, der ersten frei improvisierende Formation des italienischen Jazz, an.


 

Diese war 1966 von Mario Schiano (as, ss), Marcello Melis (b, g) und Franco Pecori (dm) gegründet worden. 1970 studierte Schiaffini anlässlich der Darmstädter Ferienkurse bei Karlheinz Stockhausen, György Ligeti und Vinko Globokar.

 

Danach gründete er mit Nuove Forme Sonore, eine Gruppe zwischen Avantgarde Jazz und postmoderner Musik, von der drei Aufnahmen erschienen. Dazu gründete er 1975 die Gruppo Romano di Ottoni, dessen Repertoire neben zeitgenössischer Musik auch aus Renaissance-Musik bestand.

 

Er studierte elektronische Musik bei Franco Evangelisti und trat mit der Gruppo Di Improvvisazione Nuova Consonanza im Bereich der neuen Improvisationsmusik auf. Schiaffini führte auch Solokompositionen von Luciano Berio und Giacinto Scelsi auf.

 

Für und mit dem Komponisten und Trombonisten Giancarlo Gazzani spielte Schiaffini die LP "Musica Per Commenti Sonori‎" (Costanza, 1973) ein. In der Serie "Jazz A Confronto" nahm er mit Martin Joseph (p), Massimo Urbani und Maurizio Giammarco (sax), Bruno Tommaso (b) und Michele Iannaccone (dm) das Album "5" (Horo, 1973) auf.

 

Im Juli und September 1978 entstand mit Lol Coxhill (ss) und Andrea Centazzo (dm, perc) die Trio-Aufnahme "Moot" (Ictus, 1978). Tracks dieser LP sowie von "Lid" (Ictus, 1978), einer Solo-LP von Coxhill, wurden später unter dem Titel "Moot & Lid" ‎(Ictus, 2006) zu einer Compilation zusammengefasst, die als CD-R erschien.

 

Vier Tracks von "Moot" sowie weitere Aufnahmen, die Schiaffini, Coxhill und Centazzo 1982 mit Franz Koglmann (tp, flh) gemacht hatten, wurden später unter dem Titel "Situations‎" (New Tone, 2000) auf einer CD herausgebracht.

 

SIC hiess ein Trio von Schiaffini, Michele Iannaccone (dm, perc, glockenspiel) und Eugenio Colombo (fl, as, bcl, co, voice), von dem "29.9.78 Pezzo" (Red, 1978) herauskam. "Altri Pezzi" (Red, 1978) mit damals aktuellen Aufnahmen und "Passemmezzo" (Splasc(H), 1997) mit Aufnahmen von 1984 waren weitere Alben dieses Trios.

 

Nur im Duo mit Iannaccone nahm Schaffini "Memo From" (Cramps, 1979) auf. Auf der LP "PISA 1980: Improvisors' Symposium" (Incus, 1981) war Schiaffini in einem der fünf Tracks mit Maarten Altena und Barry Guy (b) sowie George Lewis und Paul Rutherford (tb) zu hören.

 

"A Tung Me" (L'Orchestra, 1983) hiess eine über einen Zeitraum von vier Jahren entstandene Solo-LP. In unterschiedlichen Besetzungen, bestehend aus Schiaffini, Guido Mazzon (cl, p), Mario Schiano (as), Renato Geremia (ss, ts, fl, vio, p), Bruno Tommaso (b) und Toni Rusconi (dm), entstand die LP "The Unrepentant Ones" (Fonit Cetra, 1986).

 

Für eine weitere, titellose Solo-LP (Edipan, 1987) setzte er neben seinen Instrumenten (tb, tuba, euph) auch elektronische Geräte ein. "Il Trombone" (RCA, 1991) war die nächste Soloaufnahme. Darauf wurde Schiaffini (tb, elect, sampl, tapes) lediglich in einem Track von Angela Muscogiuri (alto) begleitet.

 

Giancarlo Schiaffini veröffentlichte allein als Leader oder als Co-Leader 70 Aufnahmen. Dazu kamen weitere unter Gruppenbezeichnungen wie Giancarlo Schiaffini Band, Giancarlo Schiaffini Quintet, Giancarlo Schiaffini Sestetto, Tiziana Ghiglioni Giancarlo Schiaffini Duo und Giancarlo Schiaffini Trio.

 

Er war auch Leader oder Mitglied der Formationen Andrea Centazzo Invasion Orchestra, BlueRing-Improvisers, Cat's Pajamas!, Claudio Cojaniz & N.I.O.N. Orchestra, Claudio Fasoli Jazz Group, Damiani Opus Music Ensemble und Daniele Cavallanti - Guido Mazzon Gruppo.

 

Dazu kamen Gruppen wie Contemporaneo, Enten Eller Orkestra E(x)stinzione, ICP Orchestra, ImprovvisoFantasia, Italian Instabile Orchestra, Kammermusik & Elektrisk Guitar, Linguafonie, Moers Brass Quintet, Nexus, Pasquale Innarella Quartetto, Phantabrass, Portofranco Multicolor Orchestra und Progetto Guzman.

 

Zudem war er Mitglied der Gruppen Quintetto Roccellanea, Tentet Franco Italien, The Freexielanders, The Nexus Orchestra 2001 und Trovesi Damiani Quintet. Bei discogs.com besitzt er 200 Einträge als Musiker.

 

Unter allen seinen Aufnahmen befanden sich auch einige spezielle. Eine Doppel-CD mit dem Titel "Schiaffini" (Auditorium Edizioni, 2012) bestand aus Aufnahmen, die Schiaffini zwischen 1973 und 2011 mit diversen Gruppen bzw. Musikerinnen und Musikern eingespielt hatte.

 

"Live in Rome" (Auditorium, 2012) war eine Trio-Live-CD mit den beiden AMM-Musikern Eddie Prévost (dm) und John Tilbury (p). "Latecomers" (Ictus, 2013) zeigt Schiaffini und Andrea Centazzo (dm, perc, sampl) mit Anthony Coleman (p) und Steve Swell (tb).

 

Mit Alvin Curran (p, shofar, computer) und anderen Musikern entstanden die Aufnahmen für "From The Alvin Curran Fakebook - The Biella Sessions" (Dodicilune, 2017) und "The Beat 72 Lost Date" (Eargong, 2020).

 

Schiaffini, Walter Prati (cello), Francesca Gemmo (p) und Sergio Armaroli (vibes) interpretierten auf dem Album "Luc Ferrari Exercises D'Improvisation" (Dodicilune, 2018) Ferraris gleichnamiges Werk von 1977.

 

Mit Errico De Fabritiis (as, ss) und Luca Tilli (cello) nahm er "Kammermusik" (Setola Di Maiale, 2018) auf. Für "Kammermusik & Elektrisk Guitar" (Setola Di Maiale, 2020) kam noch Jørgen Teller (g, elect) dazu.

 

Auf "aboutCAGE Vol.4" (Da Vinci Classics, 2019) fanden sich drei Werke von John Cage. Zwei davon spielte Schaffini solo, das dritte im Duo mit Francesca Gemmo (p).   Mit Walter Prati (elect) und Segio Amaroli (perc, field recordings) interpretierten Schaffini und Gemmo auf einer entsprechenden CD (Da Vinci Classics, 2020) John Cages Werk "Renga".            08/26

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