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Jesse Winchester

  • musicmakermark
  • vor 9 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Amerikanischer Singer/Songwriter und Musiker zwischen Country, Country Rock und Folk, geboren am 17. Mai 1944 in Bossier City, Louisiana, als James Ridout Winchester. Seine Eltern zogen häufig um. Er wuchs im nördlichen Mississippi auf sowie in Memphis, Tennessee.


 

Er lernte früh Klavier zu spielen und sang im Kirchenchor. Nachdem er aber sowohl Countrymusik als auch Rhythm & Blues für sich entdeckt hatte, zog es ihn zur Gitarre. Er spielte während seiner High School-Zeit in mehreren Rock & Roll-Bands.

 

Er besuchte das Williams College in Williamstown, Massachusetts. 1965 nahm er ein Germanistik- und Philosophiestudium in München auf. 1967 wurde er zum Wehrdienst einberufen, was damals meist gleichbedeutend mit dem Einsatz im Vietnamkrieg war.

 

Winchester verweigerte den Armeedienst und entzog sich seiner Verhaftung durch die Flucht nach Kanada. Fortan lebte Winchester in Montreal und bekam schnell Kontakte zur einheimischen Musikszene. Er schrieb Songs und spielte in einer frankokanadischen Rockband.

 

Dabei wurde Robbie Robertson von The Band auf ihn aufmerksam wurde. Dieser stellte Kontakt zum Dylan-Förderer Albert Grossman her, so dass Winchester einen Schallplattenvertrag erhielt und unter der Aufsicht von Roberston sein Debutalbum "Jesse Winchester" (Ampex, 1970) einspielen konnte.

 

Dieses schaffte es auf Platz 26 der kanadischen Charts und enthielt mit "Biloxi", "Brand New Tennessee Waltz" und "Yankee Lady" drei Songs, die später oft von anderen Bands, Musikerinnen und Musikern gecovert wurden.

 

Sein zweites Album "Third Down, 110 To Go" (Bearsville. 1972) stand in den kanadischen Charts auf Platz 34 und schaffte knapp den Einzug in die amerikanischen Billboard 200. Über seinen Tod hinaus kamen fast 20 Alben und ebenso viele Singles heraus. Dazu wurden knapp zehn Compilations und Wiederveröffentlichungspakete auf den Markt gebracht.

 

Drei weitere Alben hatten den Weg in den hinteren Bereich der Billboard 200 gefunden. Wegen Haftbefehls war es Winchester vorerst nicht möglich, seine Songs in den USA zu verbreiten. Dies übernahmen die Musikerinnen und Musiker, die seine Lieder aufnahmen

 

Darunter befanden sich Jimmy Buffett, Anne Murray, die Everly Brothers, Jerry Jeff Walker, Fairport Convention, Tim Hardin, Emmylou Harris, Ronnie Hawkins, Nicolette Larson, Tom Rush und Wilson Pickett. Später spielten Reba McEntire, Elvis Costello, Wynona Judd oder Jimmie Dale Gilmore seine Lieder.

 

Winchesters beste Botschafterin in den USA war Joan Baez, die viele Winchester-Songs spielte und bei ihren Konzerten immer wieder auf den Umstand hinwies, dass Winchester noch immer in Kanada im Exil lebt. Dies tat sich auch während ihrer Auftritte anlässlich der Rolling Thunder Revue von Bob Dylan.

 

1973 nahm Winchester die kanadische Staatsbürgerschaft an, heiratete und wurde Vater von drei Kindern. Ebenfalls 1973 eröffnete Winchester ein Aufnahmestudio. 1977 erliess US-Präsident Jimmy Carter eine Amnestie für alle, die sich der Einberufung zum Vietnamkrieg durch Flucht entzogen hatten.

 

Das gab Winchester endlich die Möglichkeit, erstmals durch die USA zu touren und dort Aufnahmen zu machen. Das Material war nicht mehr so stark wie in den Jahren zuvor, so dass der grosse Erfolg ausblieb.

 

Nach seiner Scheidung zog er 2002 zurück in die USA und liess sich in Charlottesville, Virginia, nieder. 2011 wurde bei ihm Speiseröhrenkrebs diagnostiziert. Danach sagte er alle Konzerttermine ab und begab sich in ärztliche Behandlung.

 

Nachdem diese erfolgreich verlaufen war, gab er wieder Konzerte. Jesse Winchester starb am 11. April 2014 im Alter von 69 Jahren in seinem Haus in Charlottesville, Virginia. Am Tag danach war ein Konzert in London, Ontario, geplant gewesen.                             08/26

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