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Joe Daley (Tuba)

  • musicmakermark
  • vor 5 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Jazz-Tuba-, Baritonhorn- und Euphoniumspieler, Komponist und Bandleader, geboren am 6. August 1949 in Harlem, New York City, als Joseph P. Daley. Schon während seiner Schulzeit spielte er in lokalen Latin-Bands. Dort traf er auf Musiker wie Rene McLean, Monquito Santamaria, Andy Gonzalez, Alex Blake und andere.


 

Dank einem Stipendium konnte er die Manhattan School of Music besuchen und wurde dort zum Musiklehrer ausgebildet. Zwischen 1976 und seiner Pensionierung 2005 war er an verschiedenen Schulen in New York und New Jersey angestellt.

 

Zu ersten Aufnahmen kam Daley zu Beginn der 1970er Jahre, als er von Taj Mahal zu dessen ersten Aufnahmen beigezogen wurde. Daley war auf den Mahal-Alben "Happy Just To Be Like I Am" (Columbia, 1971) und "The Real Thing" (Columbia, 1971) zu hören.

 

Dann holte ihn Gil Evans in seine Big Band, als diese die Alben "Svengali" (Atlantic, 1973) und "There Comes A Time" (RCA, 1976) einspielte. "Crystals" (ABC Impulse!, 1974) hatte dazwischen das erste Album von Sam Rivers geheissen, auf dem Daley zu hören war. Es handelte sich wie bei Gil Evans um eine Big Band-Aufnahme.

 

Als einer der wenigen Tubaspieler im Jazz neben Howard Johnson fanden er in diesem Genre reichlich Engagements. Er war später Mitglied des Celestrial Communication Orchestras, der George Gruntz Concert Jazz Band, des Liberation Music Orchestras von Charlie Haden, des Marty Ehrlich Large Ensembles, des Sam Rivers' Rivbea All-Star Orchestra, des Muhal Richard Abrams Orchestras, des Sound Visions Orchestras und anderer grossorchestraler Klangkörper.

 

Rivers holte Daley nicht nur in seine Big Band, sondern auch in jenes Trio/Quartett mit Sidney Smart (dm, perc) und teilweise Don Pullen (p), mit dem er im Sommer 1976 in Italien auftrat. Mitschnitte von Konzerten erschienen unter den Titeln "Black Africa! Villalago (Black Africa 1)" und "Black Africa! Perugia (Black Africa 2)" (beide Horo, 1977) in Form von Doppel-LPs.

 

Mit Warren Smith (dm, perc) an Stelle von Smart, nannten sich Rivers und Daley The Tuba Trio. Der Auftritt dieses Trios am 2. Septembr 1976 im Amsterdamer "Bimhuis" wurde mitgeschnitten und auf den drei Einzel-LPs "Essence - The Heat And Warmth Of Free Jazz Vol. 1 bis 3" (alle Circle, 1977) veröffentlicht.

 

Zwei weitere Stücke dieses Konzertmitschnitts bildeten Teile der beiden Split-LPs "Flutes" und "Jazz Of The Seventies/Una Muy Bonita" (beide, Circle, 1977). Auf der ersten der beiden war auf der B-Seite James Newton (fl) solo zu hören, auf der zweiten stammte er Grossteil der Aufnahme vom Earl Cross Sextet.

 

Nach dem Tod von Sam Rivers 2011 reaktivierten Daley und Smith das Tuba Trio mit Scott Robinson (ts, bas, contrabas, b-fl, theremin, cl, div instr) und spielten "The Tuba Trio Chronicles" (JoDa, 2015) ein. Eine zweite Aufnahme dieser Gruppe hiess "The Tuba Trio Chronicles Volume II" (JoDa, 2023).

 

Sie zeigte Daley, Smith und Robinson mit Craig Harris (tb, didj, fl, perc), Bill Cole (chinese sona, nagaswarm, didj, ghanian flute), Althea Sully Cole (kora) und Sarah Sully (voice).

 

Es folgten ab Ende der 1970er Jahre weitere Aufnahmen als Sideman für Sam Rivers sowie für Chaka Khan, Edward Vesala, Jayne Cortez, Carla Bley, Bill Laswells Material, Phil Haynes, Ellery Eskelin, Santana, Assif Tsahar's Brass Reeds Ensemble oder Bill Cole's Untempered Ensemble.

 

Dazu war er mit Dave Douglas, Taylor Ho Bynum & SpiderMonkey Strings, Joe Fonda's Bottoms Out, Bill Dixon, Warren Smit's Composers Workshop Ensemble, Natalie Merchant, Hazmat Modine und anderen im Studio.

  

Zusammen mit Jason Hwang (vio), Song Won Park (vcl, kayagum, ajang) und Yukio Tsuji (perc, taiko dm, horn rattle, japanese temple howl) bildete Daley (tuba, elect) bildete er auf deren zweitem Album "Urban Archeology" (Victo, 1996) die Far East Side Band.

 

Das erste Album dieser Formation mit dem Titel "Caverns" (New World, 1994) warr ohne Daley entstanden. Damals war er auch Mitglied von Howard Johnsons tubalastiger Bigband Gravity, bei der neben Johnson und Daley auch Bob Stewart, Carl Kleinsteuber, Dave Bargeron, Earl McIntyre, Marcus Rojas, Nedra Johnson und Tom Malone als Tubisten mitmachten.

 

Dazu kamen auf den Alben "Gravity !!!" (Verve, 1996) und "Right Now!" (Verve, 1997) noch andere Musiker, darunter auf dem zweiten Album Taj Mahal. In einer Grossbesetzung entstand die Gravity-Aufnahme "Testimony" (Tuscarora, 2017)

 

Daley war einer von mehreren Tubaspielern, die am 3. Juni 2006 in New York City unter der Leitung von Anthony Braxton das Werk "Composition No. 19 (For 100 Tubas)" aufführten. Die beiden Teile wurden später in DL-Form (New Braxton House, 2011) veröffentlicht.

 

Später war Daley erneut Mitglied eines Ensembles von Braxton, das 2014 im "Roulette" in Brooklyn die knapp halbstündige "Composition No. 146 (Moogie And Stetson)" (New Braxton House, 2014) für zwölf Flöten, zwei Tubas und Perkussion aufführte.

 

"The Seven Heavenly Sins" (Jaro, 2010) war eine Aufnahme seines Earth Tone Ensembles, einer fast konventionell besetzten Big Band. Die Fortsetzung davon hiess "The Seven Heavenly Virtues" (JoDa, 2013).

 

Im Duo mit Bill Cole (tuba, didj, balaphon, nagaswarm, wooden fl, ocarina, sona, sousaphone, euph) entstand "Trayvon Martin Suite" (JoDa, 2014). "Portraits: Wind, Thunder And Love" (Joda, 2014) war eine weitere grossorchestrale Aufnahme mit unter anderem Jason Hwang (vio), Charles Burnham (vio), Ken Filiano (b), Warren Smith (dm) und anderen als Begleiter.

 

Mit Michael Gregory Jackson (g) und Kikanju Baku (dm) als Co-Leader wurde "Endogeny & Exogamy" (Ethnicity Against The Error, 2015) realisiert. Joe Daley besitzt bei discogs.com über 110 Einträge. Er starb am 3. August 2025 in Hackensack, New Jersey drei Tage vor seinem 76. Geburtstag.  

 

Es ist nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Tenorsaxophonisten, Bandleader und Free Jazz-Pionier Joe Daley (1918-1994).                  02/26

 

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