Amerikanische Hip Hop-Formation, entstanden 1982 in Roosevelt, Long Island, aus einem mobilen Soundsystem, die sich Spectrum nannte.
Mitglieder von PE waren der Rapper und Produzent Chuck D alias Carlton Douglas Ridenhour, der Rapper und Instrumentalist Flava Flav alias William Jonathan Drayton jr., der Produzent, Rapper und Schlagzeuger Professor Griff alias Richard Griffin, der DJ und Produzent Terminator X alias Norman Rogers sowie der DJ und Produzent DJ Lord alias Lord Aswod.
Zum Umfeld von PE gehört auch das Produzenten-Kollektiv The Bomb Squad bestehend aus Wasim M, Hank Shocklee alias Hank Boxley, Keith Socklee alias Keith Boxley, Bill Stephney und Eric "Vietnam" Sadler.
Auch PE-Leader Chuck D gehörte zur Bomb Squad und trat dort als Carl Ryder auf. Die Bomb Squad war unter anderem für Musikerinnen, Musiker und Bands wie Peter Gabriel, Ice Cube, Sinéad O'Connor, LL Cool J, Paula Abdul, Eric B & Rankim, Chaka Khan tätig.
Weiter zählte auch die Gruppe S1W (Security Of The First World) zum Umfeld von PE. S1W begann unter dem Namen Unity Force als Security-Gruppe an Hip Hop-Konzerten und wurde später unter dem neuen Namen Teil von PE.
Zu S1W gehören unter anderem James Norman, James Allen, Roger Chillous, John "Pop" Oliver, Mike Williams, Andrew Williams, Dwayne Coursar, Ronald Lincoln, Jacob "Jake" Shankle, Aaron Allen alias Butch Cassidy und seine Gruppe 5ive-O bzw. The Interrogators sowie viele Mitglieder von Professor Griff's Last Asiatic Disciples.
PE und sein Umfeld zählt auch zur radikalen Nation Of Islam-Vereinigung von Louis Farrakhan. PE war in diverser Hinsicht eine Pioniergruppe des Hip Hop. Es war die erste Gruppe ihres Genres, die Free Jazz-, Hard Funk- und Music concrète-Elemente in ihre Songs einbaute.
Die Scratch-Techniken von Terminator X waren wegweisend für andere DJs. PE ging auch als eine der ersten Hip Hop-Gruppen auf eine Welttournee. Allerdings musste sich PE Vorwürfe betreffend Antisemitismus und Homophobie gefallen lassen.
PE ging zudem als eine der ersten Hip Hop-Gruppen eine Allianz mit einer Hardrock-Band ein. 1991 tat sich Chuck D von PE mit Antrax zusammen, um den Single-Track "Bring The Noise" (Island, 1991) zuspielen. Dieser erschien später als "Bring Tha Noize" auch auf einem PE-Album.
Public Enemy wurde 1986 von "Def Jam" unter Vertrag genommen. Das erste Alben war "Yo! Bum Rush The Show" (Def Jam, 1987). Es landete auf Platz 125 der Billboard 200 und auf Platz 28 der R&B/Hip Hop-Charts.
Der Zweitling "It Takes A Nation Of Millions To Hold Us Back" (Def Jam, 1988) schaffte es auf Platz 42 der Billboard 200 und war das erste Nummer-1-Album der Band bei den R&B/Hip Hop-Alben. Von diesem Album wurden 1,3 Millionen Stück verkauft.
Der Track "Fight The Power" (Motown, 1989) wurde zu einem der wichtigsten Hip Hop-Songs überhaupt. Es war der Titelsong für Spike Lee's Film "Do The Right Thing". Die Single war die erste von vier Nummer-1-US-Rap-Singles für PE.
PE lieferte später mit "He Got Game" (Def Jam, 1998) einen ganzen Soundtrack für einem Spike Lee-Film ab. Das Stück fand sich in einer anderen Version auch auf dem Album "Fear Of A Black Planet" (Def Jam, 1990).
Dieses verkaufte sich ebenfalls 1,3 Millionen Mal und belegte Platz 10 bei den Billboard 200 und Platz 3 bei den R&B/Hip Hop-Alben. Das nächste Album hiess "Apocalypse 91... The Enemy Strikes Black" (Def Jam, 1991) und war das zweite Nummer-1-Album der Band bei den R&B/Hip Hop-Alben.
Mit Platz 4 war es zudem das chartsmässig erfolgreichste PE-Album in den Billboard 200 und das dritte Top-10-Album in Grossbritannien. "Greatest Misses" (Def Jam, 1992) enthielt sechs bekannte Songs in den Original-Version und Remixes von sieben weiteren PE-Tracks.
"Singles N'Remixes 1987-1992" (Sony, 1992) hiess die Version dieser Compilation für den japanischen Markt. Eine andere Compilation hiess "Twelve Inch Mixes" (Columbia, 1993) und war für Europa bestimmt.
Nach "Muse Sick-N-Hour Mess Age" (Def Jam, 1994) und dem erwähnten Soundtrack-Album "He Got Game" (Def Jam, 1998) trennte sich PE von seinem langjährigen Label. Grund war der für Fans auf dem Internet veröffentlichte Mega-Mix "Bring The Noise 2000, Vol. 1" (Chronicles, 1998).
Der "Poylgram"-Vertrieb wehrte sich so sehr dagegen, so dass PE "Def Jam" den Rücken kehrte. Beim alten Label erschien als Antwort auf die DL-Veröffentlichung die Promo-LP "The Remix-mix (Return To The Noise)" (Def Jam, 1998).
Das erste Album nach dem Weggang bei "Def Jam", "There's A Poison Going On..." (Atomic Pop und Pias, 1999), tauchte nicht in den Charts auf. Danach erschienen beim Ex-Label drei Compilations mit älterem Material.
Es waren dies "20th Century Masters: The Millennium Collection: The Best Of Public Enemy" (Def Jam, 2001), "Classic Public Enemy" (Def Jam, 2001) und "Power To The People And The Beats – Public Enemy's Greates Hits" (Def Jam, 2005). Letztere erschien in Europa auch in Form einer 5x12"-Version bei "Mercury".
Die Compilation "Most Wanted Vol. 1" (Def Jam, 2005) in Form einer Doppel-LP auf den Markt. Mit "Fight The Power: Greatest Hits Live!" (Def Jam, 2007) veröffentlichte "Def Jam" lange nach der Trennung von PE auch ein Livealbum.
Später erschien beim früheren Label der Band die 9 LPs umfassende Box "25th Anniversary Vinyl Collection" (Def Jam, 2013) mit allen sechs PE-Alben für "Def Jam". Mit "Revolverlution" (Koch, 2002) war drei Jahre nach der erfolglosen Veröffentlichung "There's A Poison Going On..." wieder einmal ein Studioalbum.
Es erreichte allerdings nur Platz 110 der Billboard 200, war aber ein Top-20-Album bei den R&B-/Hip Hop-Alben. Mitschnitte der folgenden Tournee wurden auf der Doppel-DVD/Single-CD "MKLVFCKWR (Revolverlution Tour 2003)" (Good Vibration, 2004) herausgebracht.
"Son Of A Bush" (Koch, 2003) war dazwischen ein Mini-Doppelalbum mit 3 CD- und 2 DVD-Tracks als Protest gegen die Politik von US-Präsident George W. Bush. Da nächste Studioalbum "New Whirl Odor" (Slam Jamz, 2005) blieb erneut chartslos.
"Beats and Places" (Slam Jamz, 2005) hiess eine weitere Compilation, die auf einer DVD auch Dokumaterial und Videos der Gruppe enthielt. Beim selben Label erschien die Live-CD "It Takes a Nation: The First London Invasion Tour 1987" (Slam Jamz, 2005).
"Bring That Beat Back" (Koch, 2006) nannte sich ein Remixalbum mit Neubearbeitungen von PE-Tracks aus der Hand von C-Doc (The Warhammer), Mauly T, Johnny Juice Rosado, J. Coleman, 23 Skidoo sowie Rae & Christian. "Rebirth Of A Nation" (Guerilla Funk, 2006) hiess das nächste Studioalbum, das sich lediglich auf den hinteren Plätzen der US-Charts platzieren konnte.
"Remix Of A Nation" (Guerillaz Funk, 2007) enthielt Remixes der Albumtracks. Die drei folgenden Studioalben "How You Sell Soul To A Soulless People Who Sold Their Soul???" (Slam Jamz, 2007), "Most Of My Heroes Still Don't Appear On No Stamp" (Enemy, 2012) und "The Evil Empire Of Everything" (Enemy, 2012) blieben alle erfolglos und konnten sich nicht in den Charts platzieren.
Von PE erschienen eine ganze Reihe von weiteren Compilations, darunter das 3-DVD/3-CD-Set "Bring The Noise (The Hits, Vids And Doc Box - Greatest Sites And Sounds (Chapter 2 1999-2009)" (Slam Jamz, 2010) mit bisher noch nie veröffentlichten Liveaufnahmen und vielen Raritäten.
Auch mit den folgenden Studioalben war PE nicht mehr in den Charts vertreten. Die Alben hiessen "Man Plans God Laughs" (RCS, 2015), "Nothing Is Quick in the Desert" (916 %, 2017) und – nach einer Rückkehr zum früheren Label - "What You Gonna Do When the Grid Goes Down?" (Def Jam, 2020).
Fünf Jahre später blieb auch "Black Sky Over the Projects: Apartment 2025" (Enemy, 2025) ohne Chartsplatzierung. Von Public Enemy kamen bisher 16 Studio-, zwei Live-, zwei Remix- und ein Soundtrack-Album heraus. Dazu erschienen über 40 kürzere Veröffentlichungen. 10/26