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Tony Coe

  • musicmakermark
  • 10. Sept.
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 19. Okt.

Britischer Modern Jazz/Free Improv-Saxophonist, Klarinettist, Pianist, Komponist und Bandleader, geboren am 29. November 1934 in Canterbury, Kent. Coe begann als Dixieland-Musiker und spielte mit der Stour River Jazz Band, Johnny Kelk's Eagle Jazz Band und bei Joe Daniels.


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Mit der Joe Daniel's Jazz Group machte Coe am 6. November 1952 auch erste Aufnahmen, die auf zwei Schellackplatten bei "Parlophone" erschienen. Nach seiner Armeezeit begann er 1957 als Begleiter von Humphrey Littleton zu arbeiten, mit dem er bis 1961 blieb und weitere Aufnahmen machte.

 

Es folgten weitere Engagements bei Lennie Felix, Galt McDermont, Kenny Baker, Al Fairweather, John Dankworth und der  Big Ben Trad Band. Eine Zeitlang arbeitete er mit dem Posanisten John Picard zusammen, der wie Coe bei Humphrey Littleton gespielt hatte.

 

Aufnahmen einer gemeinsamen Formation vom vom 14. November 1958 mit Ian Armit (p), Johnny Wiltshire (g), Brian Brocklehurst (b) und Eddie Taylor (dm) als Mitmusker wurden offenbar nicht auf den Markt gebracht. Als Mitglied von The Lansdowne Jazz Group war Coe bei den Aufnahmen des Albums "The Songs Of Percy Faith" (Columbia und Harmony, 1960) mit dabei.

 

Am 2. und 10. Juli 1962 machten Coe und John Picard mit Colin Purbrook (p), Spike Heatley (b) und Derek Hogg (dm) weitere Aufnahmen, desgleichen am 18. November 1966 mit Colin Purbrook (p), Peter Ind (b), Jackie Dougan (dm). Die 1962er-Aufnahmen erschienen auf der LP "Swingin' Till The Girls Come Home" (Philips, 1962).

 

Sie wurden 2003 vom selben Label wiederveröffentlicht, ohne jene zwei Titel, die für eine "Decca"-Single aufgenommen worden waren. Als Tony Coe Quartet nahm er im Mai 1961 für das Label "Pye Nixa" mit Colin Purbrook (p), Lennie Bush (b) und Lennie Hastings (dm) vier Titel auf, die auf einer 7"-EP erschienen.

 

Einer von ihnen fand später den Weg auf dem Sampler "British Modern Jazz Singles, EP Tracks & Rarities 1960–62" (Acrobat, 2014). Zwischen 1968 und 1972 war Tony Coe Mitglied der Kenny Clarke/Francy Boland Big Band und des Henry Mancini Orchesters.

 

Danach arbeitete er für Tubby Hayes, Georgie Fame, Alexis Korner, Stan Tracey, Mike Gibbs, Kenny Wheeler, John Martyn, Michael Garrick oder mit Gruppen wie Nucleus und Carvan zusammen. Er begleitete Ben Webster, Clark Terry, Mark Murphy und Benny Bailey.

 

Mit "Tony's Basement" (Columbia, 1967) legte Coe ein erstes Album unter eigenem Namen vor. Darauf liess er sich, für diese Zeit noch unüblich im modernen Jazz, vom Lansdowne String Quartet begleiten. Als weitere Musiker zog Coe Bill Le Sage (p), Dennis Bowden (b) und Barry Morgan (dm) bei.

 

In Deutschland wurde das Album unter dem damals gewagten Titel "Sax With Sex" (Metronome, 1968) verkauft. "Pop Makes Progress" und "Classic Pops In Velvet" (beide Chapter 1, 1970) waren zwei eher in Richtung Pop-Jazz gehende Aufnahmen mit Coe als Solist des Orchesters von Robert Farnon.

 

Eine andere LP unter Coes Namen war "With Brian Lemon Trio" (77 Records, 1971). Später erschien mit "Some Other Autumn" (Hep, 1993) eine CD mit Aufnahmen vom Januar 1971, als Coe mit Brian Lemon (p), Dave Green (b) und Phil Seamen (dm) im Ronnie Scott's Club in London aufgetreten war.

 

Für sein gross angelegtes, Alban Berg gewidmetes Werk "Zeitgeist - Based On Poems Of Jill Robin" (EMI, 1977) stellte er eine Big Band zusammen. "Coe-Existence" (Lee Lambert, 1978) zeigte Coe als Leader eines Quintetts mit John Horler (p), Ron Rubin (b), Frank Riccotti (perc) und Trevor Tomkins (dm).

 

"Time" (Incus, 1979) war eine Duo-LP mit Derek Bailey (g) mit freien Improvisationen. Dagegen ging die mit Al Grey (tb) als Co-Leader sowie mit Brian Lemon oder Roger Kellaway (p), Lennie Bush (b) und Stan Bourke (dm) 1977 eingespielte LP "Get It Together" (Pizza Express, 1979) eher in Richtung des damals gängigen Jazz.


"The Buds Of Time" (Jazz in Britain, 2025) zeigt Coe in Aufnahmen von 1979 mit einem Sextett zusammen mit The Delme String Quartet. Mit Steve Beresford (p, euph, vcl) und Lol Coxhill (ss, vcl) bildete Coe ab 1983 für mehrere Jahre das Trio The Melody Four, das für das "Nato"-Unterlabel "Chabada" mehrere Aufnahen veröffentlichte.


Später wurden Tracks von The Melody Four auf der Compilation "On Request" (Chabada, 2005) zusammengefasst. Mit Tony Oxley (dm) und Chris Laurence (b) trat Coe am Willisau Jazz Festival als Coe, Oxley & Co. auf. Dabei wurde "Nutty On Willisau" (Hat Hut, 1984) mitgeschnitten. Am Jazz Fest Berlin 1984 war Coe zusammen mit anderen internationalen Free Jazz-Musikern Mitglied des Brötzmann Clarinet Projects von Peter Brötzmann.

 

Die Liveaufnahmen wurden als "Berlin Djungle" (FMP, 1987) herausgebracht. Mit "Tournée Du Chat" (Nato, 1983) begann eine Reihe von eigenen Aufnahmen für das damalige Avantgarde-Jazz-Label "Nato". Diese LP enthielt Stücke, die Coe bei drei Sessions mit diversen Musikerinnen und Musikern eingespielt hatte.

 

Die erste Session stammte vom Mai 1981 mit Alan Hacker (cl), Robert Cornford (p), Chris Laurence (b) und Nic Williams (dm). Die anderen Sessions enthielten Duoaufnahmen mit John Lindberg (b) oder Violeta Ferrer (vcl).

 

Auf "Le Chat Se Retourne" (Nato, 1984) ist Coe mit Alan Hacker (cl, sops), Paul Rutherford (tb), Dave Green (p) sowie mit Steve Beresford oder Tony Hymas (p) zu hören. Die 10"-EP "Mainly Mancini" (Chabada, 1985) zeigt Coe mit Tony Hymas (p) und Chris Laurence (b). In einem der sieben Stücke spielt Coe auch Piano.

 

Bei "Mer De Chine" (Cinénato, 1988) handelte es sich um einen Soundtrack für den gleichnamigen Fil von Jacques Perrin, den Coe mit rund einem Dutzend Musiken eingespielt hatte. "Canterbury Song" (Hot House, 1989) zeigt Coe in einem eher konventionellen Umfeld mit Benny Bailey (tp), Horace Parlan (p) Jimmy Woode (b) und Idris Muhammed (dm) als Begleiter.

 

Für "Les Voix D'Itxassou" (Nato, 1990) bot Coe viele Musiker auf, während "Les Sources Bleues" (Nato, 1991) im Trio mit Tony Hymas (p) und Chris Laurence (b) entstand. Hymas war auch dabei, als Coe mit dem Indianer Barney Bush (vcl) und seiner Shawnee Nation United Remnant Band Drum das Album "Remake Of The American Dream Vol. 1" (Nato, 1992) aufnahm.

 

Mit Hugh Burns (g), Tony Hymas (key) und Terry Bozzio (dm) bildete Coe Anfang der 1990er Jahre die Gruppe The Lonley Bears, die in Richtung Art und Jazz Rock ging. "The Lonely Bears" (Nato, 1991), "Injustice" (Nato, 1992) und "The Bears Are Running" (Nato, 1994) hiessen drei Alben dieses Quartetts.

 

Später erschien mit "The Best Of The Lonely Bears" (Pelican Sound, 1998) eine Compilation. Unter den Namen der beteiligten Musiker Tony Coe (ts, cl), Dave Horler (tb), John Horler (p), Malcolm Creese (b) und Allan Ganley (dm) erschien "Blue Jersey" (ABCDs, 1995).

 

Nur im Trio nahmen Coe, John Horler und Creese "In Concert" (ABCDs, 1997) auf. Bis Coes Tod kam ein Dutzend weitere Aufnahmen heraus. Dabei waren Warren Vaché, Alan Barnes, Tina May, Alan Hacker, Roger Kellaway, Gerard Presencer, Richard Sinclair und andere teilweise mehrmals Co-Leader neben Coe.

 

Tony Coe Quartet hiess zudem eine Formation mit Brian Dee (p), Matt Miles (b) und Steve Argüelles (dm), von der "Ruby" (Zah Zah, 1998) erschien. Ein weiteres Album unter dem Bandnamen Tony Coe Quartett hiess "Before The Dawn (Live In London)" (Cherry Red, 2010). Coe (ts, cl) wurde bei diesen Aufnahmen von 2007 von John Horler oder Robert Cornford (p), Alec Dankworth oder Chris Laurence (b) sowie von Trevor Tompkins (dm) begleitet.

 

Zwischen den beiden Quartettaufnahmen war Coe am 27. Juli 2003 in Duos, Quartett- oder Quintettbesetzungen mit John Edwards (b), Alan Hacker (cl), Sylvia Hallett (vio, vcl, sarangi), Marcio Mattos (cello), Evan Parker (ss), Philipp Wachsmann (vio, elect) und Kenny Wheeler flh) in der St. Michaels-Kirche in Appleby aufgetreten.

 

14 Tracks, teilweise auch ohne Coe, wurden auf der CD "Free Zone Appleby 2003" (psi, 2004) festgehalten. Tony Coe starb am 16. März 2023 im Alter von 88 Jahren in Canterbury, Kent, wo er geboren wurde. Die Datenbank discogs.com listet für ihn fast 500 Einträge als Musiker auf. Tony Coe war Mitglied Dutzender von Gruppen.      09/25

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