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Annette Peacock

Amerikanische Pianistin, Keyboarderin, Perkussionistin und Komponistin, geboren am 8. Januar 1941 als Annette Coleman in Brooklyn, New York. Ohne musikalische Ausbildung genossen zu haben, begann Peacock im Alter von 11 Jahren Klavier zu spielen. 1960 heiratete sie den Bassisten Gary Peacock, der damals als Begleiter für Albert Ayler und Paul Bley arbeitete.


Mit Paul Bley gründete sie 1969 die Bley/Peacock Synthesizer Show. Bei dieser Formation, der auch Musiker wie Perry Robinson (cl), Mark Whitecage (as) und Glen Moore (b) angehörten, kamen erstmals Moog-Synthesizer bei Liveauftritten zum Einsatz. Die kurzlebige Gruppe veröffentlichte mit unter diesem Gruppennamen oder unter den Namen von Bley bzw. Peacock einige Aufnahmen.


Das erste Album von Annette Peacock unter eigenem Namen hiess "I'm The One" (RCA Victor, 1972) und entstand mit Hilfe von vielen Musikern, die schon bei der Synthesizer Show mit dabei waren inklusive Paul Bley. Dazu machten auch Leute wie Barry Altschul (b), Dom Um Romao oder Airto Moreira (beide perc) mit. Die LP veranlasste David Bowie, Peacock für die Aufnahmen seines Albums "Aladdin Sane" (RCA, 1973) zu engagieren, was sie ablehnte.


Stattdessen schrieb sie sich nach der Trennung von Bley an der Julliard School ein. 1974 siedelte sie nach England über, wo sie mit Leuten wie Mick Ronson und Chris Spedding (beide g), Bill Bruford (dm) sowie Peter Lemer (key) "X-Dreams" (Aura, 1978) einspielte. Zur selben Zeit war sie auch auf drei Stücken von Bill Brufords Album "Feels Good To Me" (EG, 1977) zu hören.


Für "The Perfect Release" (Aura, 1979) scharte sie ein Quintett um sich, dem als bekanntester Musiker Max Middleton (key) angehörte. Die beiden "Aura"-Alben wurden später zusammen mit zwei vorher unveröffentlichten Songs unter dem Titel "My Mama Never Taught Me How To Cook: Aura Years 1978-1982" (Sanctuary, 2004) auf einer CD wiederveröffentlicht.


Liveaufnahmen vom Januar 1981 im "Bataclan" in Paris erschienen als "Live In Paris" (Metronome, 1981). Das Label "Aura" hatte mit "The Collection" (Aura, 1982) eine Compilation ihrer ersten Europa-Periode veröffentlicht. Mit "Ironic Records" gründete Peacock darauf ein eigenes Label. Nachdem die Aufnahmen zu einem ersten damals eingespielten Album nie auf den Markt kamen, erschien mit "Sky Skating" (Ironic, 1982) eine LP, die Peacock fast im Alleingang aufgenommen hatte.


"Been In The Streets Too Long" (Ironic, 1983) enthielt Musik, die in den 1970er Jahren in den USA und Anfang der 1980er Jahre in England in Kleinformationen mit Musikern wie Rob Schwimmer (key), Pete LaRocca (dm), Chris Spedding (g), Bill Bruford (dm), Evan Parker (sax) oder Roger Turner (perc) entstanden war. Mit Turner spielte sie auch "I Have No Feelings" (Ironic, 1986) ein.


Dazwischen ging sie auch für den englischen Minimal-Componisten Andrew Poppy ins Studio, der sie als Sängerin für ein Stück seiner zweiten Aufnahme "Alphabed" (ZTT, 1987) verpflichtete. "Abstract Contact" (Ironic, 1988) bildete eine Trioaufnahme von Peacock mit Ed "Slam" Poole (b) und Simon "Diamond" Price (dm). Gegen Ende der 1980er Jahre verschwand Peacock für längere Zeit in der Versenkung.


Mitte der 1990er Jahre nahmen Marilyn Crispell (p), Gary Peacock (b) und Paul Motian (dm) "Nothing Ever Was" (ECM, 1997) mit lauter Peacock-Kompositionen auf. Auf dem Track "Dreams (If Time Weren't)" ist Annette Peacock als Sängerin selber mit von der Partie. Unter eigenem Namen und begleitet nur vom Cikada String Quartet spielte sie ihr Comebackalbum "An Acrobat's Heart" (ECM, 2000) ein.


"31:31" (Ironic, 2006) hiess rund sechs Jahre später das Nachfolgewerk, das zwar live eingespielt wurde, aber im Studio mit diversen Overdubs versehen wurde. Bei den Aufnahmen wurde Peacock unterstützt von Lol Ford und Mano Ventura (g), Duncan Lamont (sax), Larry Moses (tp), Avalon Peacock (vcl), Michael Mondesir (b), Carlos Valdez (perc) und Simon Price (dm).


Als Komponistin oder Arrangeurin besitzt sie bei discogs.com 100 Credits. Neben Paul Bley spielten auch Al Kooper, Mick Ronson, Morcheeba, Kammerflimmer Kollektief, Coldcut, Håkon Kornstad & Håvard Wiik, Svein Finerud und viele andere ihre Kompositionen. 10/23

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Fred Wesley

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