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Anthony Moore

musicmakermark
vor 21 Stunden
3 Min. Lesezeit

Englischer Experimental-Komponist, Nultiinstrumentalist und Bandleader, geboren am 13. August 1948 in London. 1969 studierte er bei Viram Jasani indische Musik und schreib danach für David Larchers Film "Mare's Tale" seinen ersten Soundtrack. "Monkey's Birthday" (Paradigm, 2025) enthielt später einen weiteren Soundtrack zu einem Film von Larcher aus jener Zeit.



1971 zog er nach Hamburg, wo er im Faust-Studio in Wümme drei Alben unter eigenem Namen einspielte. Als erstes nahm er die LP "Pieces From The Cloudland Ballroom" (Polydor, 1971) auf. Das seitenfüllende Stück auf der A-Seite entstand mit Hilfe von drei Vokalisten/Vokalistinnen.

 

Ein zweiter Track kam mit Faust-Mitglied Werner "Zappi" Diermeier (cymbal) zu Stande. Den dritten Track spielte Moore solo ein. Danach folgten die Aufnahmen zu "Secrets Of The Blue Bag – A Story For John Cage" (Polydor, 1972).

 

Unterstützt wurde er dabei von Gieske Hof-Helmers (soprano), Toni Sen und Patrick Strub (vio), Rolf Braun (cello) und Wolf Schreiber (bassoon). Das dritte Album "Reeds, Whistle And Sticks" wurde kurz nach dem Erscheinen 1973 von "Polydor" zurückgezogen und erst 1998 von "Blueprint" noch einmal auf den Markt gebracht.

 

Es handelte sich um eine Sammlung von nicht weniger als 99 Kurz- und Kürzesttracks in Form von Tape-Loops. An der St. Christopher School in Letchworth hatte Moore als Student Bekanntschaft mit Peter Blegvad gemacht. Im Umfeld der Avantgarde-Formation Faust lernte Moore zudem auch die deutsche Vokalistin Dagmar Krause kennen.

 

Zusammen gründeten Anthony Moore (key, g), Peter Blegvad (g, sax, perc) und Dagmar Krause (vcl, p) Anfang 1972 Slapp Happy. Das Trio nahm, teilweise verstärkt durch Faust-Musiker, zwei Alben auf, ehe es mit Henry Cow zwei weitere Alben einspielte.

 

Weil Dagmar Krause bei Henry Cow blieb, lösten Moore und Blegvad Slapp Happy auf, arbeiteten aber weiter zusammen. Unter Moores Namen sowie mit Blegvad, Andy Summers (g), Kevin Ayers (e-b), David Bedford (arr) und anderen entstand "Out" (Virgin, 1977). Mit zehn Musikerinnen und Musikern spielte er "Flying Doesn't Help" (Quango, 1979) ein.


Als nächstes folgte "World Service" (Do It, 1981) mit Le Bleu alias Hairi Vogel (g, e-b, synth, org), Matt Irving (e-b) und Orb (dm) als Begleiter in den meisten Stücken. Auf "The Only Choice" (Parlaphone, 1984) war unter anderem erneut Dagmar Krause (vcl) bei den Aufnahmen beteiligt. Diese letzten vier Alben wurden später von "Blueprint" auf CD wiederveröffentlicht.

 

Moore war danach als Filmmusik-Komponist, Produzent und Musiker tätig und realisierte Projekte mit Sound-Installationen. Er wurde zu den Aufnahmen der Pink Floyd-Alben "Momentary Lapse of Reason" (EMI, 1987), "The Division Bell" (EMI, 1994) und "The Endless River" (EMI, 2014) beigezogen.

 

Pink Floyd-Mitglied Rick Wright holte ihn für sein eigenes Album "Broken China" (EMI, 1996) dazu, David Gilmour, ebenfalls von Pink Floyd, für "Live In Gdańsk" (Columbia, 2008). 1991 komponierte er die TV-Oper "Camera", deren Musik er mit Hilfe der Ex-Slapp Happy-Mitmusiker auch für eine CD (Blueprint, 2000) einspielte.

 

Dazwischen kam es 1998 zu einer Reunion von Slapp Happy mit neuen Aufnahmen. Ab 1996 war er Professor für auditive Gestaltung in den Medien an der Akademie für Medienkünste in Hamburg. Mit Arp alias Alexis Georgopoulos (loops, cello, vio, synth) nahm Anthony Moore die LP "Arp & Anthony Moore" (Rvng Intl., 2010) auf.

 

Live spielte Anthony Moore mit The Missing Present Band die LP "The Present Is Missing" (A-Musik, 2016) ein. Das Ensemble bestand aus Anthony Moore (vcl, synth), Tobias Beck (laptop), Martin Rumori (p), Tobias Grewenig (org, synth, effects) und Volker Hennes (synth).

 

Mit der Therapeutischen Hörgruppe Köln realisierte er die Doppel-LP "Ore Talks" (KHM, 2017). Von dieser Aufnahme zwischen Noise und Spoken Word wurden nur wenige Exemplare verkauft. "Arithmetic In The Dark" (Touch, 2019) war ein DL-Soloalbum, das in Richtung Ambient ging.

 

Mit Dirk Specht und Tobias Grewenig als Co-Leader nahm er "The April Sessions" (Sub Rosa, 2021) auf. Beide Musiker waren auch Mitglieder der Moore-Gruppen The Missing Present Band und Therapeutische Hörgruppe Köln.

 

Eine Duoaufnahme mit Spoken Word-Elementen von Moore (g, field recordings) mit dem Ex-Slapp Happy-Musikerkollegen Peter Blegvad (voice) hiess "Human Geography US (Parts I - VII)" (Half-Cat, 2022). "C-Sound Saz" (Touch, 2022) war eine Soloaufnahme, die er mit Hilfe von Elektronik, einer Saz und einem E-Bogen aufgezeichnet hatte.

 

Weitere eigene Alben hiessen "Mare's Tail" (Paradigm, 2024) und "Home Of The Demo" (Drag City, 2024). Mit The Missing Present Band entstand "Live In Cologne May 2023" (Half-Cat, 2024), mit Aka & Friends "On Beacon Hill" (Drag City, 2025).

  

Moore war in irgend einer Funktion auch bei Aufnahmen von Kevin Ayers, John Lennon, Trevor Rabin, This Heat, Manfred Mann, The Christians, Syd Straw, The Damned, Feargal Sharkey, Paul Young, Cutting Crew, Bongwater, Geoffrey Oryema, The Fall, Pale Saints, Laibach oder Richie Havens mit dabei.                                             10/26

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