Geoff Leigh
musicmakermark
vor 11 Stunden
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Britischer Sopran- und Altsaxophonist, Flötist und Komponist zwischen Prog/Art Rock und Jazz, geboren am 5. Oktober 1945. Mitte der 1960er Jahren spielte er in Manchester in Northern Soul-Bands. 1968 wurde er Berufsmusiker und spielte in Crazy Mabel und Mouseproof.

Letztere Band zählte zur Canterbury-Szene und bestand unter anderen aus Daevid Allen, Kevin Ayers und Robert Wyatt. In den frühen 1970er Jahren spielte er mehrmals mit Henry Cow und wurde 1972 Mitglied dieser Band.
Er war allerdings einzig auf dem Henry Cow-Album "Legend" (Virgin, 1973) zu hören, ehe er Ende 1973 die Band verliess. Er machte Aufnahmen oder trat mit anderen Bands aus dem Henry Cow-Umfeld wie Slapp Happy oder Hatfield and The North auf.
Zudem wurde er von Mike Oldfield für eine Live-in-the-Studio-Performance von "Tubular Bells" eingeladen und machte als Zuzüger bei den Aufnahmen zum Henry Cow-Album "In Praise of Learning" (Virgin, 1975) mit.
1974 hatte er mit Gerry Fitzgerald (vcl, g), Cathy Williams (key, vcl), Jack Monck (e-b) und Charles Hayward (dm) die Band Radar Favourites gegründet. Fitzgerald und Monck wurden schon bald danach von Charles Bullen (g) und Alan Möller (e-b) ersetzt. Die Gruppe löste sich 1975 auf.
Aufnahmen des ersten Lineups mit Fitzgerald und Monck wurden später unter dem Titel "Radar Favourites" (Reel, 2010) veröffentlicht. Hayward und Bullen gründeten danach This Heat, während Leigh und Cathy Williams das Duo Rag Doll gründeten.
1976 stellten Leigh und Williams das Musiktheater-Kollektiv Red Balune auf die Beine. Dieses wurde nach und nach mit weiteren Musikerinnen und Musikern erweitert. Die Arbeiten für ein Album wurden begonnen, aber nie beendet. Stattdessen erschien lediglich die 7"-"Spider in Love/Capitalist Kid" (MCCB, 1978).
Danach liess sich die Gruppe in den Niederlanden nieder, wo die 7"-EP "Maximum Penalty" (MCCB, 1979) entstand. Bei den Aufnahmen machten teilweise auch Musiker wie Fred Frith (g, vio), Tim Hodgkinson (key, as, cl), Chris Cutler (p) sowie Aksak Maboul-Mitgründer Marc Hollander (bcl) mit.
Danach hielt sich Leigh vermehrt in Brüssel auf, wo er mit den Experimental Rock-Bands Aksak Maboul und Univers Zero spielte. Mit der 7"-EP "Chemical Bank" (MCCB, 1979) legte er eine eigene Aufnahme vor. Cathy Williams und in einem der vier Tracks auch Etienne Conod steuerten Backingvocals bei. Danach trat er mehr als ein Jahr lang solo auf.
1981 gründete Leigh in Rotterdam mit Loek Van Saus (vcl, g) Colin McClure (e-b, g, vcl) und Gert van Seters (dm) das Kontakt Mikrofoon Orkest, von dem nur die mit weiteren Musikern eingespielte 7"-Single "Living in Rotterdam/Do The Residue" (MCCB, 1981) erschien.
"KMO Live In Paris 1981" (2016) war ein später herausgebrachter Livemitschnitt dieser Band. Leigh, Van Saus und McClure nannten sich dann The Black Sheep und veröffentlichten die 12"-EP "Animal Sounds Volume One" (MCCB, 1981). Leigh verliess The Black Sheep 1982.
Auf der Kassette "Alive In Beograd" (Nikad Robom, 1987) erschien der Mitschnitt eines Auftritts von The Black Sheep vom August 1987 im damaligen Jugoslawien in der Besetzung Chris Cutler, Colin McLure, Loek Van Saus und Maggie Thomas, aber ohne Leigh.
2005 realisierte Leigh mit Musikern aus dem Black Sheep-Umkreis neue Aufnahmen. Diese wurden mit Material von 1981/1982 zum DL-Album "Out of Quarantine" (2010) zusammengefasst. Die Band nannte sich dabei x Black Sheep.
Leigh gründete nach seinem Abschied bei The Black Sheep mehrere eigene Gruppen. Eine, die länger existierte, hiess Random Bob. In der Besetzung Leigh, Henk Weltevreden (synth), Colin McClure (e-b) sowie Asad Oberoi und Hanneke Marico (perc) spielte Random Bob die labellose Kassette "Painting By Numbers" (1985) ein.
Zurück in Brüssel geriet er in eine Word Music-Szene um den algerischen Sänger Hamsy Boubaker, den marokkanischen Guimbri-Spieler, Sänger und Perkussionisten Jalil El Afra sowie die marokkanischen Oud-Spieler Hassan Erragi und Abid.
Mit Abid schrieb und spielte er die Musik für ein Ein-Frau-Theaterstück der tunesisch-belgischen Schauspielerin Sabra Ben Arfa. Auch mit dem früheren Random Bob-Mitmusiker Asad Oberoi komponierte und spielte er Musik für mehrere Tanzaufführungen.
Er schrieb Musik für Filme sowie für TV-Werbung, darunter auch für "Perrier". Zudem leitete er mehrere kurzlebige eigene Projekte. Mit Frank Wuyts (computer, perc) als Co-Leader sowie je nach Stück weiteren Musikern nahm er "From Here To Drums" (No Man's Land, 1988) auf.
Zwischen 1988 und 1992 spielte er mit Pierre Jacob (key, fl, perc, vcl) in der Fusionband Sables, von der das Album "Rythms And Sounds: Ara Tribu" (Igloo, 1989) herauskam. Ebenfalls noch 1988 gründete mit Joe Higham (sax), den beiden Univers Zero-Musikern Guy Segers (e-b) und Daniel Denis (dm) sowie anderen The Morton Fork Gang.
Die Gruppe veröffentlichte eine labellose Kassette (1990). Auf der Kassette "Real Time In Wodecz" (1990) fanden sich unbegleitete Soloaufnahmen. 1992 wurde bei Leigh die Nervenkrankheit Dystone diagonstiziert. Er musste vorerst fast alle seine musikalischen Tätigkeiten einstellen und kehrte nach Grossbritannien zurück.
1999 gründete er mit dem Porcupine Tree-Musik Colin Edwin die Ethno Fusion-Band Ex-Wise Heads. 2002 tat er sich mit Tom Zunk (waterphone, indonesian percon) zum Duo Men Working Overhead zusammen, das machmal mit der Tänzerin/Videokünstlerin Elke Postler auftrat.
Mit seiner langjährigen (musikalischen) Partnerin Cathy Williams trat er als Mirage in Erscheinung. "Mirage" (Hard World, 2006) und "Child's Play" (2007) hiessen zwei Alben dieser Gruppe, die teilweise mit weiteren Musikern erweitert wurde.
Zwischen 2005 und 2008 hielt sich Leigh oft im Umfeld von Faust auf. Bei einem von Faust-Mitglied Jean-Hervé Person organisierten Festival trat er mit Yumi Hara-Cawkwell (p, key, synth, clavichord, vio, objects, vcl) im Duo auf.
Zugleich spielten dort John Greaves (e-b, p, vcl) und Chris Cutler (dm, perc, vcl) mit anderen Musikern. Die drei Ex-Henry Cow-Musiker Leigh, Greaves und Cutler sowie Hara-Cawkwell danach sich danach zu einer Gruppe zusammen, die sich The Artaud Beats nannte.
Mit den Faust-Musikern Jean-Hervé Peron (g, e-b, vcl, noise) und Werner "Zappi" Diermaier (dm) sowie mit Geraldine Swayne (elect, key, vcl), Leigh, Hara-Cawkwell und Chris Cutler wurde daraus Jump For Joy!.
Mit Yumi Hara-Cawkwell (vcl, key) nahm er "Upstream" (Moonjune, 2009) auf. Für eine Tournee stellte das Duo die labellose CD-R "Riverhead (Japan Tour 2009 Limited Edition CDR)" (2009) zusammen.
Mit Makoto Kawabata (g, elect, synth, vcl) von Acid Mothers Temple tat sich Leigh für die Alben "Spatial Roots" (AMT, 2016) und "Villa K" (2018). Auf "Live At Delsol Cafe" (AMT, 2018) gesellte sich zu diesem Duo noch Aogu Tanimoto (vio, synth) dazu.
Auf "Reverse Of Rebirth Reprise" (Nod And Smile, 2020) und "Chosen Star Child's Confession" (Riot Season, 2020) kam es zu einem Treffen von Leigh mit der gesamten Formation Acid Mothers Temple & The Melting Paraiso U.F.O..
Mit Økapi (sounds) hatten Mike Cooper (g) und Geoff Leigh dazwischen die Soundcollage "Pardonne-moi, Olivier!" (Off, 2016) realisiert. "Sleeping For England" (2018) hiessen unbegleitete Soloaufnahmen, die aktuell entstanden waren und via Bandcamp angeboten wurden.
Auf Bandcamp veröffentlichte Leigh zudem eine ganze Reihe von weiteren Aufnahmen, bei denen er beteiligt war. 10/26


