top of page

Bobby Bare

  • musicmakermark
  • 23. März
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Country-Sänger/Songschreiber, geboren am 7. April 1935 in Ironton, Ohio. Als er fünf Jahre alt war, starb seine Mutter. Schon mit 15 Jahren sorgte Bobby selber für seinen Unterhalt. Er arbeitete als Farmhelfer, später in verschiedenen Fabriken und nahm auch Gelegenheitsjobs an.


 

Noch als Teenager besorgte er sich eine Gitarre und trat mit einer lokalen Band in Springfield auf. 1955 ging er nach Los Angeles und veröffentlichte zwischen Dezember 1956 und August 1957 bei "Capitol" seine ersten drei Singles.

 

1958 schrieb er den Song "The All American Boy". Es war dies eine Parodie auf den Rummel um Elvis Presleys Armeezeit. Er verkaufte ihn für 50 Dollar mit allen Rechten an das "Fraternity"-Label in der Hoffnung, man würde davon eine Schallplattenaufnahme machen.

 

Weil er jedoch kurz darauf selbst zur Armee eingezogen wurde, brachte das Label die Demo-Version von Bare im November 1958 heraus, auf der als Sänger Bill Parsons angegeben war. Die Single kam bis auf Platz 2 der Billbord Hot 100 und auf Platz 22 in den britischen Charts.

 

Auch die nächste Single "Buddies With The Blues" (Fraternity, 1959) wurde unter dem Pseudonym Bill Parsons veröffentlicht, was laut Plattenfirma notwendig war, weil zu diesem Zeitpunkt Bare noch bei "Capitol" unter Vertrag stand.

 

Nachdem Bare bisher als Country-Sänger aufgetreten war, beschloss er nach seiner Entlassung aus der Armee, sich künftig im Rock'n'Roll- bzw. Popbereich zu betätigen. Er beteiligte sich an den Tourneen von Roy Orbison und Bobby Darin und nahm eine Reihe von Schallplatten bei verschiedenen kalifornischen Plattenfirmen auf.

 

Nebenher schrieb er diverse Songs für andere Sänger und für Soundtracks, unter anderem für den Chubby-Checker-Film "Teenage Millionaire". Da seine eigenen Platten wenig erfolgreich waren, kehrte er zur Country-Musik zurück und mischte sie mit Einflüssen aus dem Pop- und Folkbereich.

 

1962 holte ihn Chet Atkins zu "RCA" und nahm mit ihm den Titel "Shame On Me" auf. Diese Single gilt als eine der ersten Nashville-Aufnahmen, die Konzessionen an den Pop-Bereich machte, indem Bläser verwendet wurden.

 

Der Song erreichte im Sommer 1962 sowohl Platz 18 Country-Charts als auch Platz 23 der Billboard Hot 100. Das Lied stammte vom ersten Album "Detroit City and Other Hits by Bobby Bare" (RCA, 1963).  Es war dies eine Sammlung von Tracks, die davor auf Singles erschienen waren.

 

Das Album stand in den Top-10 der US-Country-Charts und auf Platz der Billboard 200. Es enthielt mit "Detroit City" Bares ersten Top-10-Hit in den den Country-Single-Charts. Für "Detroit City" wurde Bare 1964 mit einem Grammy ausgezeichnet. Weil es dieser Song auch in deutschen Charts schaffte, nahm Bare in der Folge auch eine Reihe von Singles mit deutschen Texten aus.

 

Der Titelsong des ersten richtigen Albums "500 Miles Away from Home" (RCA Victor 1963) schaffte es sowohl in den Billboard Hot 100, als auch in den Country-Charts unter die besten 10. Bare lernte den damals noch unbekannten Waylon Jennings bei einer Tournee in Phoenix, Arizona kennen.

 

Er setzte sich bei Chet Atkins dafür ein, dass dieser ebenfalls einen Vertrag bei "RCA" bekam. 1968 hielt sich Bobby Bare für längere Zeit in England auf, wo er grosse Popularität genoss. Er nahm dort mit der Liverpooler Band The Hillsiders eine LP auf. Zurück in den USA wechselte Bare 1970 zum "Mercury"-Label.

 

Er wandte sich wieder den Country-Songs zu und konnte mehrere Titel unter die Top-10 der Country-Charts bringen. Nach einem kurzen Zwischenspiel bei "United Artists", kehrte er 1973 zu seinem früheren Label "RCA" zurück. Ein Jahr später hatte Bare mit "Marie Laveau" seine einzige Nummer-1-Country-Single. Bis 1985 kamen fast alle seine Singles in die Country-Charts.

 

Von Bare erschienen nach 1963 weitere Alben. Noch erfolgreicher als seine beiden erwähnten ersten Alben waren die mit Skeeter Davis eingespielte LP "Tunes For Two" (RCA Victor, 1965) auf Platz 8 sowie "Take Me Some Sense" (RCA Victor, 1966) auf Platz 6 und "The Streets Of Baltimore" (RCA Victor, 1966) auf Platz 7.

 

Mit "Sings Lullabys, Legends And Lies" (RCA Victor, 1973) und "Bobby Bare And The Family Singin' In The Kitchen" (RCA Victor, 1974) nahm er zwei Alben mit Songs von Shel Silverstein auf. Vor allem das erste war mit Platz 5 das erfolgreichste Bare-Album in den US-Country-Chjarts.

 

Die meisten seiner Alben kamen in die Charts, wenn auch nicht alle in die Top 10. Ab Mitte der 1980er Jahre wurde es ruhiger um Bobby Bare. 1998 gründete er mit Jerry Reed, Mel Tillis und Waylon Jennings die Band Old Dogs.

 

Zusammen mit weiteren Musikerinnen und Musikern entstand live im Studio die Doppel-CD "Old Dogs" (Atlantic, 1998) mit Songs von Shel Silverstein. Von den Aufnahmen kam auch eine einfache CD heraus.

 

Mit "The Moon Was Blue" (Dualtone, 1995) erschien erstmals seit 20 Jahren wieder ein Album mit neuem Material. Produziert wurde es von seinem Sohn Bobby Bare Jr., der auch unter seinem Namen sowie als Leader/Mitglied von Bands Aufnahmen veröffentlichte.

 

17 Jahre später folgte mit "Darker Than Light" (Plowboy, 2012) ein weiteres Album. Acht Jahre danach erschien mit "Great American Saturday Night" (BFD, 2020) ein Album mit Liveaufnahmen von 1978.

 

Von Bobby Bare kamen 49 Studio- und ein Livealbum heraus. Dazu kamen 28 offizielle Compilations sowie fast 100 Singles. "The Mercury Years Parts 1-3" und "All-American Boy" (beide Bear Family, 1994) waren zwei Boxsets, die drei bzw. vier CDs stark waren.              03/26

Compendium musicum

©2023 von Compendium musicum. Erstellt mit Wix.com

bottom of page