Burning Spear
musicmakermark
vor 46 Minuten
2 Min. Lesezeit
Jamaikanischer Reggae-Sänger und Songschreiber, geboren am 1. März, je nach Quelle 1945 oder 1948 in St. Ann's Bay in Jamaica als Winston Rodney. Seinen Künstlerenamen entlieh er sich von Jomo Kenyatta, dem Staatspräsidenten, der Kenia in die Unabhängigkeit geführt hatte.

Er wurde 1969 bei einer der Auditions entdeckt, die jeweils an Sonntagnachmittagen im "Studio One" von Produzent Clement "Coxsone" Dodd abgehalten wurden. Er nahm für Dodd mehrere Singles auf, die grösstenteils auf den beiden LPs "Burning Spear" (Studio One, 1973) und "Rocking Time" (Studio One, 1974) zusammengefasst wurden.
1974 sagte er sich von Coxsone Dodd und seinem "Studio One" los und zog sich enttäuscht über die Kommerzialisierung des Reggae in seinen Geburtsort in den Hügeln von St. Ann's an der Nordküste zurück, wo er wieder Landwirtschaft betrieb. Im Jahr darauf kehrte er aber in die Szene zurück.
Mit dem Lawrence Lindo alias Jack Ruby als Produzenten sowie mit Rupert Wellington und Delroy Hines als Background-Sänger nahm er die Alben "Marcus Garvey" (Island, 1975) und "Man In The Hills" (Island, 1976) auf.
Die beiden Alben wurden zu Meilensteinen des Roots-Reggae, mit dem sich der Reggae von der Kommerzialisierung löste, die Anfang der 1970er Jahre geherrscht hatte. Eine Dub-Version von "Marcus Garvey" kam als "Garvey's Ghost" (Island, 1976) heraus. "Marcus Garvey" und "Garvey's Ghost" wurden 1987 aus Anlass des 100. Geburtstag des jamaikanischen Politikers und Vordenkers Marcus Garvey von "Island" wiederveröffentlicht.
Zwischen 1975 und 1977 veröffentlichte er auf dem eigenen "Spear"-Label eine ganze Reihe von Singles, beginnend mit "Travelling", einem Remake seiner früheren Nummer "Journey". "Dry & Heavy" (Island, 1977) hiess sein nächstes Album.
Inzwischen hatte er sich von Ruby und von seinen beiden Background-Sängern getrennt und nahm im Studio von Harry J auf. "Dry & Heavy" enthielt ebenfalls einige Neubearbeitungen von kleinen Single-Hits, die Burning Spear während seiner "Studio One-Zeit aufgenommen hatte.
Ein Mitschnitt eines Konzertes vom Oktober 1977 im "Rainbow" in London mit Bobby Ellis (tp) und Aswad als Backing Band erschien als "Live" (Island, 1977). Aswad machte zum Teil auch auf dem nächsten Album "Social Living" (Island, 1978) mit. Die LP war zuvor in Jamaika unter dem Titel "Marcus Children" veröffentlicht worden.
Eine Dub-Version kam auf mehreren Labels unter den Namen "Living Dub Volume One" oder "Original Living Dub Vol. 1" als LP oder später auch als CD heraus. Weitere Musik von Burning Spear aus jener Zeit findet sich auf dem Video, das am Reggae Sunsplash 1979 mitgeschnitten wurde oder auf dem Soundtrack zum Film "Rockers" (Island, 1979), in dem Spear selber eine kleine Rolle spielte.
Bis Ende der 2010er Jahre veröffentlichte Burning Spear Dutzend von weiteren Alben und Singles. Total waren es fast 40 Alben und fast 100 Singles oder EPs. Für "Calling Rastafari" (Heartbeat, 1999) gab's einen Grammy. Den zweiten Grammy bekam er für "Jah Is Real" (Burning Music, 2008), seien vorerst letztes Studioalbum.
Seither erschien neben der Live-Doppel-CD-R "Recorded Live At The New Orleans Jazz & Heritage Festival" (JazzFestLive, 2008) einzig noch das DL-Album "No Destroyer" (Burning Spear, 2023), dessen Songs allerdings schon 2011 entstanden waren.
Burning Spear hatte 2016 den Rücktritt vom Musikgeschäft angekündigt. Das Schaffen von Burning Spear wurde auf zwei Dutzend Compilations eingefangen. Darunter befanden sich auch Reissue-Pakete. 09/26


