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Charles Tyler

  • musicmakermark
  • vor 3 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Free Jazz-Alt- und Bartitonsaxophonist und Bandleader, geboren am 20. Juli 1941 in Cadeiz, Kentucky. Er wuchs mit Albert und Don Ayler in Cleveland, Ohio, auf und war zwischen 1963 und 1965 Mitglied der Albert Ayler-Formationen.


 

Charles Tyler stand im Dezember 1963 an der Seite von Ayler, als dieser eine Session mit Ornette Coleman in dessen Haus in New York abhielt. Weitere Musiker bei dieser bis heute noch nicht veröffentlichten Aufnahmesession waren  Norman Butler (as, cello), Fred Lyman (g) und Earle "Errol" Henderson (b).

 

Tyler war unter anderem auf den Ayler-Alben "Bells" und "Spirits Rejoice" (beide ESP, 1965) zu hören. Im Jahr darauf debutierte Charles Tyler als Leader einer eigenen Gruppe mit "Charles Tyler Ensemble" (ESP, 1966).

 

Dabei wurde er von Joel Friedman (cello), Charles Moffett (vibes), Ronald "Shannon" Jackson (perc) und Henry Grimes (b) begleitet. Genau ein Jahr später spielte Tyler mit Dave Baker (cello), Brent Makesson und Kent Brinkley (beide b) sein zweites Album "Eastern Man Alone" (ESP, 1967) ein.

 

Beide LPs wurden in Indianapolis, Indiana, aufgenommen, wo Charles Tyler auf Vermittlung des Produzenten, Cellisten, Postaunisten und Toningenieurs Dave Baker am Music Departement der Indiana University studierte. Ende der 1960er Jahre zog Tyler an die amerikanische Westküste.

 

Dort bewegte er sich in der Szene um den Schlagzeuger und Musikkritiker Stanley Crouch und traf dabei auf Musiker wie Arthur Blythe, David Murray, Wilbur, Lawrence "Butch" Morris und Bobby Bradford. Nach dem erneuten Umzug 1973 nach New York holte er wieder sein Baritonsaxophon hervor, das er seit seiner Dienstzeit in einer Army-Band nicht mehr gespielt hatte.

 

Er geriet in die damals boomende Loft-Szene, spielte an der Seite von Cecil Taylor und leitete ein festes Quartett mit Earl Cross (tp), Steve Reid (dm) sowie Ronnie Boykins, David Westman oder Wilbur Morris (b).

 

Mit diesen und weiteren Musikern nahm er für sein eigenes "Ak-Ba"-Label zwei LPs auf. Die erste war "Voyage From Jericho" (1975) und entstand im Juli 1974 mit Cross, Reid, Boykins sowie Arthur Blythe (as) als Gastmusiker.

 

Die zweite hiess "Live In Europe: Jazz Festival Umea" (1977) und dokumentiert mit Aufnahmen vom Oktober 1976 die Europa-Tournee von Tyler, Reid, Boykins und Mel Smith (g). Beide "Ak-Ba"-LPs wurden später von "Bleu Regard" auf CDs wiederveröffentlicht.

 

Bei einem Auftritt am 20. Mai 1976 im Loft von Sam Rivers entstand unter Tylers Namen bzw. im Quintett mit Cross, Reid, Boykins sowie John Ore als zweiten Bassisten "Saga Of The Outlaws" (Nessa, 1978). Ein Soloauftritt mit dem Baritonsaxophon vom März 1979 wurde unter dem Titel "Sixty Minute Man" (Adelphi, 1980) veröffentlicht.

 

Für die Aufnahmen von "Folk And Mystery Stories" (Sonet, 1980) holte er Dave Baker (cello), Wilbur Morris und John Ore (b), Steve Reid (dm) und Richard Dunbar (frh) ins Studio. Mit Bily Bang nahm er das Duoalbum "Live At Green Space" (Anima, 1982) auf. Darauf spielt Tyler neben Bariton- und Altsax auch Mundharmonika.

 

Als Mitglied des Billy Bang Quintets war Tyler in jener Zeit bei mehreren Aufnahmen beteiligt. Im Oktober 1981 wurde in Stockholm ein Auftritt als Charles Tyler Quartet mit Earl Cross (tp), Kevin Ross (b) und Steve Reid (dm) für die LPs "Definite - Volume 1" (Storyville, 1982) und "Definite - Volume 2" (Storyville, 1984) aufgezeichnet.

 

Dazu war er in jener Zeit erneut Mitglied des Orchesters von Cecil Taylor, ohne dass es zu dabei zu Aufnahmen kam. Er machte zudem Anfang der 1980er Jahre Aufnahmen als Begleiter von Barry Wallenstein, Khan Jamal, Richard Dunbar, John Fischer und anderen.

 

Er war auf einigen Aufnahmen des Ensembles INTERface zu hören. Hal Russell zog Tyler 1982 als Gast für eine Aufnahme des NRG Ensembles bei. Diese hiess "Generation" (Chief, 1989) und wurde erst sieben Jahre später veröffentlicht. 1985 liess sich Tyler in Frankreich nieder.

 

1986 konnte Tyler in Paris als Gast einer Gruppe von Steve Lacy (ss) mit Jean-Jacques Avenel (b) und Oliver Johnson (dm) bei den Aufnahmen zur LP "One Fell Swoop" (Silkheart, 1987) mitmachen. Für das selbe Label entstand 1988 in Stockholm "Autumn In Paris" (Silkheart, 1987).

 

Auf dieser Aufnahme wurde Tyler vom Brus Trio mit Arne Forsen (p), Ulf Akerhielm (b) und Gilbert Matthews (dm) begleitet. "Folly Fun Magic Music" (Blue Regard, 1992) enthielt Aufnahmen vom November 1992 und Februar 1992 von Tyler (as, ts, fl, hca, perc, vcl) mit vier französischen Musikern. Aufnahmen vom März 1992 mit Curtis Clark (p) und Didier Levallet (b) erschienen unter dem Titel "Mid Western Drifter" (Bleu Regard, 1992).

 

Charles Tyler verstarb wenige Wochen nach der zweiten Session am 27. Juni 1992 50-jährig in Toulon in Südfrankreich. Kaum zwei Wochen nach Tylers Tod nahmen Dennis Charles (dm), Rémy Charmasson (g) und Bernard Santacruz (b) "A Scream For Charles Tyler" (Bleu Regard und Adda, 1992) auf.

 

Nachträglich wurden von Charles Tyler weitere Aufnahmen auf den Markt gebracht." Live At Sweet Basil, Volume 1" und "Joue Monk - Live At Sweet Basil, Volume 2" (beide Bleu Regard, 2006) bestanden aus Liveaufnahmen vom 12. März 1984, mitgeschnitten in New York City.

 

Tyler wurde davon von Roy Campbell (tp), Richard Dunbar (frh), Curtis Clark (p), Wilber Morris (b) und John Betsch (dm) begleitet. Bootleg-Aufnahmen eines Auftritts vom Dezember 1974 mit Earl Cross (tp), Ken Hudson (dm) und teilweise Arthur Blythe (as) wurden unter dem Titel "At WKCR" (Sinner Lady Gloria, 2014) zugänglich gemacht.

 

Von 1977 stammten jene Duoaufnahmen mit Eugene Chadbourne (g), die Chadbourne selber Jahrzehnte später auf der datumlosen CD-R "Ghost Legends" (House Of Chadula) herausbrachte. Zudem erschienen weitere Aufnahmen, auf denen Tyler als Mitglied von Ensembles von Chadbourne mitgewirkt hatte.                             04/26

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