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Dagmar Krause

musicmakermark
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Deutsche Sängerin zwischen Avantgarde Rock und vielen anderen experimentellen Stilen, geboren am 4. Juni 1950 in Hamburg. Sie trat schon im Alter von 14 Jahren in Clubs auf der Hamburger Reeperbahn auf. 1968 wurde sie Mitglied der Folk Pop-Gruppe The City Preachers, der damals auch Udo Lindenberg und Inga Rumpf angehörten.


 

Nach dem Ende dieser Gruppe veröffentlichten Rumpf und Krause als I.D. Company eine gleichnamige LP (Hör Zu, 1970). Krause war auf einer LP-Seite als Sängerin zu hören, Rumpf auf der anderen. 1972 lernte Krause den britischen Multiinstrumentalisten und späteren Ehemann Anthony Moore sowie den amerikanischen Gitarristen und Sänger Peter Blegvad kennen.


Moore und Blegvad suchten eine Sängerin für ihr Band-Projekt. Da weder Moore noch Blegvad über Erfahrungen als Rock-Musiker verfügten, brachte sie der Journalist und Produzent Uwe Nettelbeck mit der von ihm betreuten Band Faust zusammen, die zunächst als Backing-Band fungierte. 


In dieser Konstellation erhielt Slapp Happy, wie die Band hiess, einen Plattenvertrag und konnte ein Album veröffentlichen. Ein zweites Album wurde vorerst nicht veröffentlicht. Slapp Happy tat sich Mitte der 1970er Jahre mit Henry Cow für zwei Alben zusammen.


Krause blieb bei Henry Cow und tourte mit der Formation zwei Jahre lang durch Europa. Aus gesundheitlichen Gründen kehrte Krause nach Hamburg zurück, wo sie später bei den Aufnahmen zu einem weiteren Henry Cow-Album dabei sein sollte.

 

Während den Aufnahmen kam es zu einem Streit mit dem bisherigen Label "Virgin", so dass sich drei Henry Cow-Musiker zu einer neuen Gruppe mit dem Namen Art Bears zusammenschlossen. Diese Gruppe bestand neben Krause aus Fred Frith (g) und Chris Cutler (dm). Von den Art Bears erschienen danach einige weitere Aufnahmen.

 

In den Jahren danach trat Krause vor allem als Solo-Künstlerin und als Mitwirkende in anderen Projekten und Kooperationen in Erscheinung. Sie arbeitete mit Michael Nyman, Lindsay Cooper, Tim Hodgkinson. Paul Young, Lindsay Cooper und The Stranglers zusammen.

 

1978 trat sie in einer Londoner Produktion von Bertolt Brechts "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" auf. Im Duo mit Kevin Coyne nahm sie das Album "Babble" (Virgin, 1979) auf.

 

1981 arbeitete sie bei den Aufnahmen der beiden LPs "Der durchdrungene Mensch/Indianer für Morgen" (Riskant, 1981) und "Bertolt Brecht: Zeit Wird Knapp" (Tonstudio Zuckerfabrik, 1981) mit Heiner Goebbels und Alfred Harth zusammen und schuf dabei erstmals zeitgenössische Interpretationen von Brecht-Songs.

 

Commuters war ein kurzlebiges Projekt mit Harold Schellinx und Ronald Heiloo. 1983 tat sich Dagmar Krause mit Chris Cutler, Lindsay Cooper und Zeena Parkins zur Avant Rock-Gruppe News From Babel zusammen. Von dieser Gruppe erschienen zwei Alben, ehe sie sich 1986 wieder auflöste.


Eigene Alben waren Alben "Supply And Demand" (Hannibal, 1986) mit Songs von Bert Brecht und Kurt Weill sowie "Tank Battles" (Antilles, 1988) mit Songs von Hanns Eisler. Beide LPs wurden gleichzeitig auch in deutschsprachigen Versionen unter den Titeln "Angebot und Nachfrage" bzw. "Panzerschlacht" veröffentlicht.


1991 arbeitete Krause wieder mit Moore und Blegvad zusammen. Für den englischen Sender "Channel 4" entstand die Fernsehoper "Camera" nach einer Idee von Krause mit Musik von Moore und Texten von Blegvad, in der Krause als Melusine auftrat. "Camera" (Blueprint, 2000) wurde auch auf CD veröffentlicht und Slapp Happy offiziell reformiert.

 

In jener Zeit war sie auch bei Aufnahmen von Konrad Boehmer, Fred Frith, Chris Cutler und Lutz Glandien, Goebbels und Harth, The Grid, Robert Wyatt, Dirk Raulf und anderen mit dabei. Auf dem Mini-Album "Radio Session" (Voiceprint, 1993) veröffentlichte Krause weitere Lieder von Hanns Eisler, die sie zwischen 1985 und 1988 aufgenommen hatte.

 

"A Scientific Dream And A French Kiss" (Resurgence, 1998) nannte sich ein gemeinsames Album mit Marie Goyette (sampl), die mit Musikfetzen von Prokofiev, Mahler, Eisler, Bartok, Ravel, Bernard Hermann und The Doors arbeitete.                                                                  10/26

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