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Dave Holland

  • musicmakermark
  • vor 10 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Englischer Jazz-Bassist, Cellist, Komponist und Bandleader, geboren am 1. Oktober 1946 in Wolverhampton. Er studierte an der Guildhall School of Music and Drama und spielte zunächst mit Alexis Korner. Anschliessend arbeitete er als Hausbassist in Ronnie Scott's Jazz Club in London.



Im Spontaneous Music Ensemble von John Stevens und Trevor Watts drang er in den freien Jazz vor. Als ihn Miles Davis 1968 in London spielen hörte, wurde Holland vom Trompeter sofort in dessen Gruppe engagiert, wo er bis 1971 blieb. Holland war bei allen wichtigen Aufnahmen von Miles Davis beteiligt, die jener an der Schwelle des elektrischen Jazz einspielte.


Zum ersten Mal war Holland an Stelle von Ron Carter auf zwei Tracks von "Filles de Kilimanjaro" (Columbia, 1968) zu hören. Es war dies die letzte Aufnahmen des langlebigen Miles Davis Quintets mit Wayne Shorter (ts), Herbie Hancock (p), Ron Carter (b) und Tony Williams. Dann war Holland auch bei den ersten Aufnahmen von Miles Davis' Elektro Jazz-Phase mit dabei.

 

Er warr auf "In A Silent Way" (Columbia, 1969), "Bitches Brew" (Columbia, 1969), "Miles Davis At Fillmore: Live At The Fillmore East" (Columbia, 1970), "Black Beauty: Live At The Fillmore West" (Columbia, 1970), "Live-Evil" (Columbia, 1970) und "Big Fun" (Columbia, 1974) zu hören.

 

Teilweise teilte er sich die Aufgabe mit anderen Bassisten wie Ron Carter, Harvey Brooks oder Michael Henderson. Bei Miles spielte Holland sowohl den akustischen wie den elektrischen Bass. Während seiner Zeit mit Miles Davis realisierte Holland seine ersten Aufnahmen unter eigenem Namen.

 

"Improvisations For Cello And Guitar" (ECM, 1971) zeigt Holland im Duo mit Derek Bailey (g). Mit Barre Phillips (b) entstand die Duo-LP "Music From Two Basses" (ECM, 1971). Das LP-Cover stammte vom späteren Avantgarde-Musiker Vinny Golia, dem Gründer und Leiter des "Nine Winds"-Labels.

 

Im Mai 1970 hatten sich die vier Bassisten Dave Holland, Peter Warren, Jamie Faunt und Glen Moore zu einem Quartett zusammengeschlossen. Ergänzt durch Gäste wie Chick Corea (p), John Surman (bars), Stu Martin, Barry Altschul oder Steve Hauss (dm) wurde "Bass Is" (Enja, 1972) aufgenommen.

 

Mit Chick Corea arbeitete Holland Ende der 1960er/Anfang der 1970er Jahre auch ausserhalb der Band von Miles Davis eng zusammen. Stammzelle mehrerer wichtiger Bands war das Chick Corea Trio mit Barry Altschul (dm) als dritten Mann. Durch den Zuzug von Anthony Braxton (reeds) wurde daraus die Formation Circle.

 

Circle wurde nach dem Abgang von Corea und dem Zuzug von Keny Wheeler (tp) die erste Ausgabe des Anthony Braxton Quartets. Holland, Braxton und Altschul bildeten dazwischen auch drei Viertel des Dave Holland Quartets, mit dem der Bassist "Confernce Of The Birds" (ECM, 1973) einspielte. Vierter Mann im Bunde war Sam Rivers (reeds, fl).

 

Ebenfalls Anfang 1970er Jahre bildete Holland mit Jack DeJohnette (dm) und Richie Beirach (p) die Begleitgruppe von Stan Getz. Holland spielte auch in verschiedenen anderen Ensembles von Anthony Braxton. Auch nach "Conference Of The Birds" arbeitete Holland eine Zeitlang eng mit Sam Rivers zusammen. (siehe Dave Holland mit Sam Rivers).

 

Unter den Namen von John Abercrombie (g), Holland und Jack DeJohnette (dm) erschien "Gateway" (ECM, 1975) und "Gateway 2" (ECM, 1978). Später nannte sich dieses Trio auf "Homecoming" (ECM, 1995) und "In The Moment" (ECM, 1996) auch Gateway. Mit Collin Walcott (sitar) von Oregon realisierten Abercrombie, Holland und DeJohnette "Cloud Dance" (ECM, 1976).


Eine Duoaufnahme mit Karl Berger (p, vibes, balafon) hiess "All Kinds Of Time" (Sackville, 1976). Mit "Emerald Tears" (ECM, 1978) und "Life Cycle" (ECM, 1983) spielte Holland zwei Soloalben ein, das erste als Bassist, das zweite als Cellist. Später folgte mit "Ones All" (Intuition, 1993) eine zweite Bass-Solo-Aufnahme.

 

"Jumpin' In" (ECM, 1984) markierte den Beginn einer ganzen Reihe von Ensembleaufnahmen, die Holland als Leader realisierte. Diese Aufnahme stammte vom Dave Holland Quintet, von dem acht weitere folgten.

 

Ab den 1990er Jahren leitete Holland auch die Formationen Dave Holland Big Band, Dave Holland Octet, Dave Holland Quintet, Dave Holland Sextet, Dave Holland Trio und David Holland Quartet (siehe alle Dave Holland mit weiteren eigenen Gruppen).

 

Von diesen Gruppen kamen jeweils weniger Aufnahmen heraus, als vom Quintett. Dazu war Holland Co-Leader vieler On/Off-Gruppen mit Musikern wie Anthony Braxton, Wadada Leo Smith, Richard Teitelbaum, Kenny Wheeler, John Taylor und anderen.

 

Aujf anderen Aufnahmen waren Evan Parker, Paul Rutherford, Paul Lovens, Keith Jarrett, Gordon Beck, Didier Lockwood, Tomasz Stańko, James Blood Ulmer, Ray Anderson, Mark Feldman, Lee Konitz, Bill Frisell oder Chris Potter die Co-Leader.

 

Trioaufnahmen machte er mit Leadern/Co-Leadern wie Kenny Barron, Karl Berger, Hank Jones, Pat Metheny, Zakir Hussain, Chris Potter, Anouar Brahem, John Surman, Gerri Allen, Mino Cinelu, Kevin Eubanks, Anja Lechner, Django Bates oder Anouar Brahem. Dazu kamen weitere Duoaufnahmen mit Kenny Barron, John Scofield, Steve Coleman oder Lionel Loueke.

 

Das Allstar-Quartett Gary Burton (vibes), Chick Corea (p), Holland und Roy Haynes (dm) war für "Like Minds" (Concord, 1998) verantwortlich. "Live At The 2007 Monterey Jazz Festival" (Monterey Jazz Festival, 2009) zeigte Holland als Leader einer Gruppe mit Gonzalo Rubalcaba (p), Chris Potter (ts) und Eric Harland (dm).

 

"Prism" (Okeh und Dare2, 2013) war eine unter Hollands Namen erschienene Quartettaufnahme mit Kevin Eubanks (g), Craig Taborn (p) und Eric Harland (dm). Unter den Namen von Dave Holland, Evan Parker (ts), Craig Taborn (p, org, elect) und Ches Smith (dm) kam die Doppel-CD/Triple-LP "Uncharted Territories" (Dare2, 2018) heraus.

 

Dave Holland war Mitglied Dutzender weiterer Gruppen und Sideman bei vielen anderen Aufnahmen. Bei discogs.com besitzt er 650 Einträge als Musiker.                                                                02/26

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