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Don Preston

  • musicmakermark
  • 25. Juni
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Pianist, Synthesizerspieler, Keyboarder, Bassist, Komponist und Bandleader, geboren am 21. September 1932 in Flint, Michigan, als Donald Ward Preston. In den 1950er Jahren spielte er in Detroit als Bassist an der Seite von Elvin Jones, Yusef Lateef, Tommy Flanagan und Don Ellis.


 

Während seines Militärdienstes im italienischen Triest war er als Pianist für Herbie Mann tätig. In der Kaserne teilte er sein Zimmer mit Buzz Gardner, mit dem er später in Frank Zappas Mothers of Invention zusammenspielte.

 

Gardner weckte in dieser Zeit Prestons Interesse an den Zwölfton-Komponisten Arnold Schönberg, Anton Webern und Alban Berg sowie an den klassischen Komponisten Russlands. In den späten 1950er Jahren spielte Preston in Los Angeles mit Charlie Haden, Paul Bley, Carla Bley. Mit Nat King Cole ging er 1958 auf Tournee.

 

In den frühen 1960er Jahren wandte sich Preston der aufkommenden elektronischen Musik zu und begann mit künstlich erzeugten Klängen zu experimentieren. Seinen ersten Synthesizer baute Don Preston im Jahr 1965 selbst – weil man damals keine kaufen konnte.

 

Das Gerät war mit 50 Oszillatoren, drei Filtern, zwei Ringmodulatoren, einem Tonband-Echogerät und einem Mischpult ausgestattet. Preston sagte, er sei der erste Musiker überhaupt gewesen, der jemals einen Synthesizer in einer Band eingesetzt habe.

 

Erst zwei Jahre später kam mit dem Moog der erste serienmässig gefertigte Synthesizer der Welt auf den Markt. Im Sommer 1961 hatte Preston erstmals bei Frank Zappa vorgespielt, der damals noch als Tanzmusiker durch die Gegend um Los Angeles tingelte. Nach wenigen Auftritten trennten sich beider Wege.

 

1963 gründete er mit Emil Richards die Gruppe Aha! (Aesthetic Harmony Assemblage), an der auch seine Frau Roena, die Tänzerin war, Paul Beaver und der Maler Michael Craden beteiligt waren. Ziel der Gruppe war es, die verschiedenen Kunstformen in einem einzigen Konzept zu verbinden.

 

Die Gruppe war nicht sehr erfolgreich und löste sich 1964 auf. Preston und Craden gründeten darauf das Craden-Preston Ensemble, mit dem sie viele Konzerte gaben. Dabei improvisierten sie zu abstrakten Formen wie etwa zu Farben, die auf einem Schirm dargestellt wurden.

 

Sie experimentierten in Anlehnung an Harry Partch mit selber  konstruierten mikrotonalen Instrumenten, die eine Oktave in bis zu 43 Teile aufteilten. 1967 stiess Preston zu der von Frank Zappa gegründeten Band The Mothers of Invention, die zu dieser Zeit schon ihr erstes Album "Freak Out!" (Verve, 1966) veröffentlicht hatten.

 

Preston war ab dem zweiten Album "Absolutely Free" (Verve, 1967) mit dabei. Auch nach der Auflöstung der Mothers Of Invention tourte Preston weiter mit Frank Zappa durch die Gegend und machte Aufnahmen mit ihm. Dazu war er auch an den Arbeiten des Albums "Trout Mask Replica" (Straight, 1969) von Captain Beefheart mitbeteiligt.


Mit den Ex-Mothers-Mitgliedern Jimmy Carl Black und Bunk Gardner gründete Preston 1980 die Band The Grandmothers. 1985 kam es zu einer Auseinandersetzung mit Zappa. Zappa wollte  die frühen Mothers-Alben im Rahmen einer Sammelkassette erneut herauszubringen.


Preston sowie die Ex-Mothers-Mitglieder Jimmy Carl Black und Bunk Gardner verklagten Zappa auf Zahlung von 13 Millionen Dollar als Ausgleich für seit 1969 ausstehende Tantiemen. Dieser Klage schlossen sich mit Ray Collins, Art Tripp und Jim Motorhead Sherwood weitere Mitglieder der frühen Zappa-Band an.


Dies erhöhte die Klagesumme auf 16,4 Millionen Dollar. Zappa versuchte, einem Verfahren aus dem Weg zu gehen, stimmte dann aber einer aussergerichtlichen Einigung zu. Über das Ergebnis ist nichts bekannt, es wurde Stillschweigen vereinbart.


Ab 1970 hatte Don Preston an einer Vielzahl von Projekten gearbeitet. So gründete er ein Quartett namens Raw Milk. Von der elektronischen Musik der drei Synthesizerspieler Preston, Christy Rundquist und Phil Davis sowie Sandy Reiner (dm) wurde nur ein einziger Song veröffentlicht.

 

Preston übernahm in der Band der amerikanischen Sängerin Meredith Monk die Rolle des musikalischen Leiters und spielte bei "Escalator Over The Hill" (JCOA, 1971) mit Carla Bley zusammen. Ausserdem ging er 1971 mit Gil Evans auf Tournee und spielte mehrfach mit Buell Neidlinger.

 

Dann war er an den Aufnahmen der Alben "Some Time in New York City" (Apple, 1972) von Frank Zappa, den Mothers, John Lennon und Yoko Ono sowie "The Phlorescent Leech & Eddie" (Reprise, 1972) der Ex-Turtles- und Ex-Mothers-Mitglieder Flo & Eddie mitbeteiligt.

 

Er arbeitete im Studio für The Residents, das Doors-Mitglied Robbie Krieger und war bei den Aufnahmen zur Filmmusik für Francis Ford Coppolas Oscar-gekröntem Vietnamkrieg-Film "Apocalypse Now" mit dabei. Zudem schrieb Preston rund 20 weitere Filmmusiken.

 

Ende der 1970er Jahre gründete er mit Bruce Fowler (tb), Arthur Barrow (b) und Vinnie Colaiuta (dm) die Jazzformation Loose Connection. "Alien" (Watt, 1985) war eine Duo-LP mit Michael Mantler (tp).

 

Für sein erstes Album unter eigenem Namen "Vile Foamy Ectoplasma" (Muffin, 1993) holte Preston viele Musiker dazu. "Hear Me Out" (Echograph, 1997) war ein Pianosolo-Album, "Transformation" (Cryptogramophone, 2001) stammte vom Don Preston Trio mit Joel Hamilton (b) und Alex Cline (dm).

 

Vom Don Preston's Akashic Ensemble erschienen "Tetragrammaton" und "The Inner Realities Of Evolution" (beide Brain, 2003). Mitmusiker waren neben anderen Bunk Gardner (ts), Dave Ballou (tp, effects) und Elliott Levin (ts, fl, effects, vcl). "Works" (Crossfire, 2007) stellte vermutlich ein Keyboard-Soloalbum dar.

 

"Don Preston's Retrospective" (Crossfire, 2009) war eine Compilation mit allerhand eigenen Stücken sowie solchen als Mitglied von seinen vielen Bands. Zehn der 23 Tracks waren davor noch nie veröffentlicht worden.

 

"Transcend (Meditational Music By Don Preston)", "Blood Diner (Music From Films By Don Preston)" und "Asymmetrical Construct" (alle Brain, 2011) waren Wiederveröffentlichungen von früheren Alben. Das dritte war eine Trioaufnahme mit Bobby Bradford (co) und Elliott Levin (ts, fl).

 

Mit Andrea Centazzo (dm) entstand "Escape From 2012" (Ictus, 2011) mit Harry Scorzo (vio) "Twenty Six Pieces For Violin And Piano" (Brain, 2011). "Filters, Oscillators & Envelopes 1967-82" (Sub Rosa, 2012) enthielt experimentelle Aufnahmen aus den Jahren 1967, 1975 und 1982.

 

"Out Of The Vault" (Brain, 2014) war ein weiteres Pianosolo-Album.    06/26

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