Dottie West
- musicmakermark
- 23. März
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Amerikanische Country-Singer/Songwriterin, geboren am 11. Oktober 1932 in McMinnville, Tennessee als Dorothy Marie Marsh. Sie hatte eine ungewöhnlich harte Kindheit. Sie war das älteste von zehn Kindern einer bitterarmen Familie, die von einem trunksüchtigen und gewalttätigen Vater beherrscht wurde.

Friedliche und angenehme Momente gab es nur, wenn man gemeinsam vor dem Radio der Grand Ole Opry zuhörte oder selbst musizierte. Trotz aller Schwierigkeiten schaffte Dottie den High School-Abschluss und bekam ein Stipendium für ein Musik-Studium an der Tennessee Tech.
Während ihres Studiums arbeitete sie als Sängerin. Sie verliebte sich in den Gitarristen Bill West. 1953 heirateten die beiden, wenig später bekam das Paar zwei Söhne. Nach Abschluss des Studiums zog die Familie nach Cleveland, Ohio. Dort trat Dottie regelmässig im lokalen Fernsehen auf.
Anfang der 1960er Jahre zog sie mit ihrer Familie nach Nashville. Dort übernahm Jim Reeves ihren Song "Is This Me?". Reeves verschaffte ihr anschliessend einen Schallplattenvertrag bei "RCA". Verantwortlicher Produzent war Chet Atkins.
Ihre erste Single "Love Is No Excuse" (RCA, 1964), ein Duett mit Jim Reeves, erreichte Platz 7 der US-Country-Charts. Mit "Let Me Off At The Corner" kam sie 1963 erstmals mit einem eigenen Song in die Country-Single-Charts und erreichte Platz 29.
Ihr nächster grösserer Hit war 1964 die Eigenkomposition "Here Comes My Baby", der bis auf Platz 10 kletterte. Für diesen Song wurde sie als erster weiblicher Country-Star mit einem Grammy ausgezeichnet. Sie trat danach regelmässig in der Grand Ole Opry auf und hatte weitere Hits.
1973 gelang ihr mit dem Coca-Cola-Werbe-Song "Country Sunshine" einen über die Country-Szene hinausgehenden landesweiten Erfolg. Damit erreichte sie Platz 2 bei den Country-Singles. Auf ihren ersten Nummer-1-Hit musste sie bis 1980 warten.
Doch dann gelangen ihr mit "A Lesson in Leavin'" (1980), "Are You Happy Baby?" (1980) zwei Nummer-1-Singles. Mit drei Duetten mit Kenny Rogers hatte sie in der selben Zeit Platz 1 erreicht. Diese Singles hiessen "Every Time Two Fools Collide" (1978), "All I Ever Need Is You" (1979) und "What Are We Doin' In Love" (1981).
Wie ihre erste erfolgreiche Single so hiess auch ihr erstes Album "Here Comes My Baby" (RCA, 1965). Damit konnte sich West auf Platz 12 der Country-Charts etablieren. Den gleichen Platz erreichte sie mit ihrem Zweitling "Dottie West Sings" (RCA, 1965). Für das dritte Album "Suffer Time" (RCA, 1966) schaute dann Platz 3 heraus.
Es folgten dann bis Mitte der 1980er Jahre 25 weitere Alben, von denen nur noch "Wild West" (Liberty, 1980) unter die Top-5 der amerikanischen Country-Alben gelangte. Viele LPs und CDs erreichten gar keine Platzierung. Das einzige Nummer-1-Album hatte sie mit Kenny Rogers.
Es hiess "Every Time Two Fools Collide" (UA, 1978) und fiel in jene Zeit, in der Dottie West auch erfolgreiche Singles mit Rogers veröffentlicht hatte. Anfang der 1970er Jahre hatte Dottie West ihr Erscheinungsbild verändert.
War sie bis dahin in einem eher unkleidsamen oder sogar züchtigen Outfit aufgetreten, erschien sie plötzlich im hautengen, glänzenden Dress auf der Bühne. Der leicht heisere Touch ihrer Stimme tat ein Übriges, um sie zu einem Sex-Symbol zu machen. In diesen Jahren galt sie als schönste Country-Sängerin in Nashvilles.
1972 heiratete sie den zwölf Jahre jüngeren Bryan Metcalf. Dottie West befand sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere und ihres Lebens. Ihre Musik entfernte sich immer mehr vom Country-Sound. Die Songs wurden poppiger und enthielten verschiedentlich Rock-Elemente.
Mitte der 1980er Jahre begann ihr Abstieg. Die Plattenerfolge blieben aus. Sie begann zu trinken. 1983 heiratete sie den 23 Jahre jüngeren Al Winters. Die Ehe hielt nur zwei Jahre. 1990 meldete sie Privatkonkurs an. Zeitweise lebte Dottie in ihrem Tournee-Bus.
Aber sie kämpfte, hatte weiterhin Auftritte und bereitete ein Comeback vor. Am 4. September 1991 starb Dottie West im Alter von 58 Jahren an den Folgen eines Autounfalls. Ihr musikalisches Schaffen wurde auf Dutzenden Compilations dargestellt. 03/26


