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Eminem

Amerikanischer Rapper, Hip Hop-Musiker und Produzent, geboren am 17. Oktober 1972 in St. Joseph, Missouri als Marshall Bruce Mathers III. Seine bei der Geburt 17 Jahre alte Mutter war drogenabhängig, gewalttätig und litt unter dem Münchhausen-Stellvertretersyndrom, eine Form der Kindesmisshandlung. Die Familie zog oft um, was zu mehreren Schulwechseln des jungen Marshall Mathers führte.

 

Dieser wurde deshalb oft Opfer von Mobbing. Anfang 1982 lag Marshall nach einer besonders heftigen Attacke fünf Tage lang mit Hirnblutungen im Koma. Ausserdem erlitt er einen zeitweisen Seh- und Gehörverlust. Im Alter von 12 Jahren zog Mathers mit seiner Mutter nach Warren, einer Vorstadtgemeinde von Detroit.

 

Dort verbrachte er seine Jugend als Weisser in einem überwiegend von Afroamerikanern bewohnten Gebiet. Eminems Halbonkel Ronald "Ronnie" Polkinghorn, der nur wenige Monate älter als Eminem war, begeisterte ihn für den Hip Hop. Als M&M begann Mathers im Alter von 14 Jahren selbst zu rappen und beteiligte sich an Freestyle-Battles.



Nachdem er die neunte Klasse aufgrund von schlechten Noten und Fernbleiben vom Unterricht zweimal wiederholt hatte, brach Eminem im Alter von 17 Jahren die Schule ab. Danach verdiente er sich Geld mit diversen Aushilfsjobs und wechselte häufig seine Wohnung, meist, weil er die Miete nicht bezahlen konnte.

 

1992 wurde Marshall Mathers vom Detroiter Label "FBT Productions" der Brüder Mark und Jeff Bass unter Vertrag genommen und stiess zur Rapcrew Bassmint Productions, bestehend aus Proof, Chaos Kid, Manics und DJ Buttafingas. Die Gruppe taufte sich später in Soul Intent um und veröffentlichte einige wenige Aufnahmen.

 

Ab 1995 nannte sich Matters statt M&M Eminem, um Probleme mit dem Süsswarenkonzern Mars, der Herstellerin von "M&M", zu vermeiden. Im Jahr darauf konnte er sein Debüt-Album "Infinite" (Web, 1996) aufnehmen, das in einer Auflage von 1000 Kassetten sowie 100 LPs erschien und von Eminem meist als Demo benutzt wurde, um sich bei Verlagen vorzustellen.

 

Vom Album wurden nur 250 Stück verkauft. Kurz nach dem Erscheinen versuchte sich Eminem wegen persönlicher Probleme sowie wegen seines Alkohol- und Drogenmissbrauchs  umzubringen. Im selben Jahr holte ihn Proof, mit dem Eminem zuvor bei Soul Intent zusammengearbeitet, hatte in sein Kollektiv D12 alias Dirty Dozen.

 

Weil sich jedes Mitglied ein Pseudonym zulegte, nannte sich Eminem in dieser Band Slim Shady. Allerdings wieder als Eminem nahm er die EP "The Slim Shady EP" (Web, 1997) auf. Dank dieser EP geriet er via Dr. Dre ins Visier eines grossen Labels und konnte dort sein erstes richtiges Album "The Slim Shady LP" (Interscope und Aftermah, 1998) aufnehmen.

 

Mit diesem Album, produziert von The Bass Brothers, Dr. Dre und Eminem selber, wurde Eminem über Nacht zum Superstar. "The Slim Shady LP" verkaufte sich weltweit fast acht Millionen Mal und kletterte auf Platz 2 der Billboard 200. Bei den US-R&B/Hip Hop-Alben schaute Platz 13 heraus. Seine bisweilen brutalen Texte lösten aber schon bald grosse Kontroversen aus.

 

Das folgende Album "The Marshall Mathers LP" (Interscope und Aftermath, 2000) mit Gastauftritten von Bizarre, Dido, Proof, RBX, Snoop Dogg, Xzibit und anderen sowie mit Produktionsarbeit von Dr. Dre, Jeff Bass, Mark Bass, Mel-Man und The 45 King verkaufte sich weltweit 27 Millionen Mal. Es war sein erstes Nummer-1-Album in den Billboard 200.

 

Dieses Kunststück wiederholte er fortan mit allen weiteren, bisher herausgebrachten regulären Studioalben. Von "The Eminem Show" (Shandy, Interscope und Aftermath, 2002) verkaufte Eminem dann "nur" noch 22 Millionen Stück. Als Gäste wirkten darauf D12, Dr. Dre, Dina Rae, Obie Trice, Nate Dogg und andere mit. Produziert wurde das Album von Eminem selber sowie erneut von Dr. Dre und den Bass Brothers.

 

Im gleichen Jahr spielte Eminem in semi-autobiografischen Film "8 Mile" von Curtis Hanson über den Rapper Jimmy "B-Rabbit" Smith Jr.. Weitere Darsteller waren Mekhi Phifer, Brittany Murphy, Michael Shannon und Kim Basinger. Für den Soundtrack "Music from and Inspired by the Motion Picture 8 Mile" (Shady, 2002) lieferte Eminem auch einen Teil der Musik.  Zudem war in mehreren anderen Songs als Produzent oder Songschreiber aufgeführt.

 

Auch 50 Cent, Nas, Jay-Z, Rakim, Macy Gray und Gang Starr machten beim Soundtrack mit. Der vom Album ausgekoppelte Eminem-Song "Lose Yourself" war Eminems erste Nummer-1-Single bei den Billboard Hot 100. Auch das Album stand zuoberst bei den Billboard 200, auch wenn bei der "Clean Version" ein Grossteil der aggressiven Songtexte entschärft waren.

 

Mit "Straight From The Lab" (2003) folgte ein Bootleg-Mixtape mit sieben Tracks. Diese wurden später mit weiterem Material ergänzt und auch offiziell als Compilation (Universal, 2003) verkauft. "The Singles" (Shady, Interscope und Aftermath, 2003) war in selben Jahr ein Boxset mit elf CD-EP. Viele der darauf wieder veröffentlichten Songs fanden sich in diversen Versionen.

 

"Encore" (Shandy, Interscope und Aftermath, 2004) hiess das nächste reguläre Album. Es ging 11 Millionen Mal über den Ladentisch und zeigte Eminem in Begleitung von 50 Cent, Obie Trice, Stat Quo, Nate Dogg, D12 und Dr. Dre. Mit "Curtain Call: The Hits" (Shady, Interscope und Aftermath, 2005) erschien eine erste richtige Compilation. Mit 7 Millionen verkauften Exemplaren stand auch sie ganz zuoberst bei den Billboard 200.

 

"Eminem Presents: The Re-Up" (Shandy und Interscope, 2006) nannte sich eine Compilation mit Songs von Musikern, die damals auf Eminems eigenem Label "Shandy" Musik veröffentlichten. Auch Eminem selber lieferte Stücke für dieses Album, das sich auf Platz 2 von Billboard 200 wiederfand.

 

Nach fünf Jahren Pause erschien mit "Relapse" (Shady, Interscope und Aftermath, 2009) ein weiteres Studiolbum von Eminem. Es verkaufte sich 5 Millionen Mal. Dr. Dre und 50 Cent waren als Gastrapper zu hören. Die gemeinsame Single "Crack A Bottle" war ein Nummer-1-Hit bei den Billboard Hot 100.

 

Dre verantwortete zusammen mit Eminem auch ein Grossteil der Produktion. Weiteres Material der Sessions erschien unter dem Titel "Relapse: Refill" (Interscope und Aftermath, 2009) in Form einer CD-EP. Mit dem nächsten Album "Recovery" (Shady, Interscope und Aftermath) mit Alex da Kid, Just Blaze, Boi-1da, Jim Jonsin, DJ Khalil, Mr. Porter und Dr. Dre als Produzenten sowie mit Pink, Lil Wayne und Rihanna als Gäste knackte Eminem bei den verkäufen wiederum die 10 Millionen-Grenze.

 

Mit "Not Afraid" und mit "Love the Way You Lie", einem Duo mit Rihanna, konnte Eminem gleich zwei US-Nummer-1-Singles verzeichnen. Drei Jahre später knüpfte Eminem vom Titel her mit "The Marshall Mathers LP 2" (Shandy, Interscope und Aftermath, 2014) an sein erfolgreiches drittes Album an. Allerdings lagen die Verkaufszahlen für Teil 2 mit 4 Millionen weit entfernt von den 27 Millionen von Teil 1.

 

Rihanna, Skylar Grey, Kendrick Lamar und Nate Ruess waren die Gastmusiker, Rick Rubin, S1, M-Phazes, StreetRunner, Vincent Venditto, Alex da Kid, DJ Khalil, DVLP, Filthy, Luis Resto, Frequency, Aalia, Emile, Sid Roams und Jeff Bhasker waren neben Eminem mit der Produktion dieses neuerlichen Nummer-1-Albums beschäftigt.

 

Mit "The Monster", einem weiteren gemeinsamen Song mit Rihanna, hatte Eminem erneut eine Nummer-1-Single bei den Billboard Hot 100. "Shady XV" (Shandy, Interscope und Aftermath, 2014) war im selben Jahr eine Doppel-CD mit 28 Tracks von Eminem oder solchen, bei denen Eminem als Gast, Produzent oder Songschreiber mitgewirkt hatte.

 

"The Vinyl LPs" (Aftermath und Universal, 2015) war ein Set mit zehn Eminem-Alben auf ebenso vielen Doppel-LP. Der Soundtrack "Southpaw: Music From And Inspired By The Motion Picture" (Shady und Interscope, 2015) enthielt je einen Track von Eminem bzw. Eminem mit Gwen Stefani sowie Songs von anderen.

 

Nach "The Marshall Mathers LP 2" vergingen vier Jahre, bis Eminem mit "Revival" (Shady, Aftermath und Interscope, 2017) das nächste Album vorlegte. Im ersten Monaten gingen weltweit nur knapp eine Million Stück weg. Dennoch reichte es in den Billboard 200 und britischen Charts zu Platz 1.

 

Singles, die Eminem mit Beyoncé bzw. Ed Sheeran gemeinsam aufgenommen und veröffentlicht hatten, waren in den Billboard Hot 100 nicht einmal Top-10-Hits. Das nächste Album "Kamikaze" (Shady, Aftermath und Interscope, 2018) entstand mit Joyner Lucas, Royce da 5'9", Jessie Reyez und Justin Vernon von Bon Iver als Gäste. Eminem und Dr. Der amteten als Exekutive Producers.

 

"Music To Be Murdered By" (Shady, Aftermath und Interscope, 2020) war das elfte Studiowerk von Eminem. Titel und Cover waren dem Album "Alfred Hitchcock Presents Music to Be Murdered By" (1958) nachempfunden. Obwohl auch dieses Album an der Spitze der Billboard 200 stand, bewegten sich die Verkaufszahlen in den USA weit unter der Millionengrenze.    

 

"Curtain Call 2" (Shady, Aftermath und Interscope, 2022) war die zweite offizielle Compilation. Mit Platz 6 bei den Billboard 200 konnte sie verkaufsmässig nicht an die erste Compilation von 2005 anknüpfen.     01/24

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