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Ernst Glerum

  • musicmakermark
  • 9. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Holländischer Bassist, Pianist, Komponist, Bandleader und Labelbesitzer zwischen freiem Jazz und zeitgenössischer Musik, geboren am 20. April 1955 in Deventer. Er studierte Bass am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam. Während seines Studiums spielte er im Asko Ensemble, einem Kammerorchester für zeitgenössische Musik.


 

Zudem arbeitete er auch für  Rock- und Pop-Produktionen und kam 1983 als Mitglied von J.C. Tans + Rockets zu ersten Aufnahmen im Bereich Jazz. Danach folgten Engagements bei Curtis Clark, Henk de Jonge, ‎Leo Cuypers und anderen.

 

Mit Maurice Horsthuis (viola) und Ernst Reijseger (cello) gründete er 1984 das Amsterdam Stringtrio, das auch in das ICP Orchestra integriert ist. Vom Amsterdam Stringtrio erschienen mehrere eigene Aufnahmen.

 

Ab Mitte der 1990er Jahre erschienen die ersten Aufnahmen als Co-Leader oder Leader. Zusammen mit Guus Janssen (p) und Wim Janssen (dm) nahm Glerum "Lighter" (Geestgronden, 1995) und "Zwik" (Geestgronden, 1997) auf. Mit "Hollywood O.K. Pieces" (Geestgronden, 2004) spielten Glerum und die beiden Janssen später zusammen mit Peter van Bergen (cl), Vincent Chancey (frh) und Michael Rabinovitch (bassoon) ein Album ein.

 

Eng arbeitet Glerum mit Han Bennink (dm) zusammen. Mit anderen Musikern enstanden mehrere Trioeinspielungen. Mit Michael Borstlap (p) wurden "3" (Via, 1997), "BBG" (Favorite, 2005) und "Monk Volume One" (Gramercy Park, 2008) aufgenommen, mit Daniele d'Agaro (ts, cl) "Strandjutters" (Hatology, 2003), mit Curtis Clark (p) "Home Safely" (Favorite, 2004) sowie mit Fabrizio Puglisi (p) "Laiv" (Basseferec, 2010).

 

Dazu kam die Quintettaufnahme "Who Is In Charge?" (Kemo, 2011) von Glerum und Bennink mit Ray Anderson (tb, Frank Möbus (g) und  Paul van Kemenade (as). Nur zu viert ohne Möbius entstand als Fortsetzung "Checking Out" (Kemo, 2016). Glerum Omnibus ist/war später ein eigenes Trio, in dem Glerum vor allem als Pianist tätig war.

 

Begleitet wurde er auf der ersten Omnibus-Aufnahme "Omnibus One" (Favorite, 2004) von Clemens van der Feen (b) und Owen Hart Jr. (dm). Für drei der elf Tracks wurde zudem Han Bennink (perc) als vierter Musiker beigezogen. Auf "Omnibus Two" (Favorite, 2007) mit Liveaufnahmen von 2005 waren Sean Fasciani (b) und Joost Patocka (dm) die Begleiter von Glerum.

 

"57 Variations" (Favorite, 2010) war die erste Omnibus-Aufnahme, auf der Glerum ausschliesslich Bass spielte. Die beiden anderen Musiker waren Ruben Hein (p, vcl) und erneut Joost Patocka (dm). Für "Paper Models" (Favorite, 2011) kehrte Glerum wieder ans Klavier zurück, mit Clemens van der Feen (b) und Jamie Peet (dm) als Begleiter.

 

"Revisited" (Blue Note, 2012) erschien unter dem Namen der beteiligten Musiker Ruben Hein, Ernst Glerum und Joost Patrocka. Wieder unter dem Gruppennamen Glerum Omnibus wurde "Handful" (Favorite, 2016) eingespielt. Glerum (b) wurde dabei von Timothy Banchet (p) und Jamie Peet (dm) begleitet.

 

Von Glerum erschienen zudem weitere Aufnahmen als Co-Leader oder Leader. "Elbow Room" (Via, 1998) zeigt Glerum (b, org, p) teilweise mit Curtis Clark (p), sowie mit Martijn Vink oder Nout IngenHousz (dm).

 

Mit Jodi Gilbert (vcl, dulcimer), Michael Moore (cl, as, tin whistle, melodica), Alexei Levin (p, acc) und Michael Vatcher (dm) wurde "The Voice Is The Matter" (Ramboy, 1999) aufgenommen. "Movie Music" (Favorite, 2011) war Glerums erstes Pianosolo-Album. Eine Duoaufnahme mit Joseph Bowie (tb) hiess "Islands of the Soul" (Zip, 2012).

 

"Sentimental Mood" (Favorite, 2014) hiess eine 5-Track-EP, die mit Uri Caine (p) zu Stande kam. "Movie Music" (ICP, 2014) hiess eine Sammlung von Filmmusiken, die Glerum im Laufe der Jahre komponiert hatte. Für diese Aufnahme arrangierte Glerum die Stücke für das 20-köpfige Amsterdam Bass Symphony Orchestra um. Von einem Auftritt mit John Dikeman (ts) erschien die CD-EP "Spirituals" (Doek, 2019).

 

Glerum war zudem Mitglied in den Gruppen Available Jelly, Curtis Clark Quintet, D'Agaro Delius Quartet, Ex Orkest, Hans Kosterman Quartet, Henk de Jonge Trio, Lingua Franca, Michiel Scheen Quartet, New Klookabilities, Paul Termos Dubbel Expres, Sean Bergin and M.O.B., Sean Bergin's New Mob, Sean Bergin's Song Mob, Termos Tentet, Trio Continuo und Tristan Honsinger Quintet.

 

Er arbeitete mit Steve Lacy, Lee Konitz, Teddy Edwards, Bennie Maupin, Jimmy Knepper, Jamaaladeen Tacuma, John Zorn, Bud Shank, Art Hodes, Ronald Snijders, Don Byron und anderen zusammen.        06/26

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