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Harald Bode

  • musicmakermark
  • 28. Apr.
  • 2 Min. Lesezeit

Deutsch-amerikanischer Instrumentebauer und Ingenieur, geboren am 19. Oktober 1909 in Hamburg. Er arbeitete am Heinrich-Hertz-Institut für Schwingungsforschung der Technischen Universität in Berlin als Forscher in der Signalverarbeitung und dabei an der Entwicklung elektronischer Musikinstrumente.


 

1954 wanderte er in die USA aus. Dort führte er seine Entwicklungen bei mehreren Firmen und privat weiter. Es bestanden auch weiterhin berufliche Kontakte nach Deutschland. In Zusammenarbeit mit dem Studio für Elektronische Musik des WDR modifizierte er sein Melochord.

 

Bode beschäftigte sich mit Schaltungen und Geräten zur Klangerzeugung und Klangformung. Im Rahmen der Entwicklung und beim Bau monofoner und polyfoner elektronischer Orgeln und Klangformer erfand er mehrere Instrumente wie die Warbo Formant Orgel (1937), das Melodium (1938) oder das Melochord (1947–1949).

 

Für das Apparatewerk Bayern und die Estey Organ Co in den USA, entstanden das Polychord (1950), die Bodeorgel als Basis für Polychord III (1951), das Cembaphon (1951), das Tuttivox (1953) die Koncert-Clavioline (1953), ein neues Modell des Wurlitzer Electric Pianos (1954), ein  spannungsgesteuerter Oszillator (VCO) (1960) und der Vocoder als Teil des Moog-Synthesizers (1971).

 

1961 hatte Harald Bode einen Artikel geschrieben, in dem er die Vorteile der aufgekommenen Transistortechnik gegenüber den althergebrachten Elektronenröhren untersuchte. Seine Ideen wurden von Robert Moog, Donald Buchla und anderen aufgegriffen. In den frühen 1970er Jahren wurde Bode Chefingenieur in Moogs Synthesizer-Firma.

 

In der Folge entwickelte Harald Bode neben Ringmodulatoren für die Verwendung mit Moogs modulare Synthesizer den Frequency Shifter, der nicht nur als Modul (1630) für den Moog-Synthesizer Verbreitung fand, sondern auch als separater 19"-Rackeinschub.

 

Eine frühe Version dieses Gerätes, der sogenannte "Klangumsetzer", fand bei Wendy Carlos ("[...] a 'klangumwandler', designed by [...] Harold Bode, built for us by Bob Moog") und Oskar Sala Verwendung. Mit seinen Geräten war er auch künstlerisch tätig.

 

Nach seiner Pensionierung 1974 komponierte er in den USA für TV-Werbespots und gab Livekonzerte.  Harald Bode starb am 15. Januar 1987 im Alter von 77 Jahren in North Tonawanda, Niagara County, New York.

 

Sein Vocoder wurde später auch von seinem Sohn, dem Experimental-Musiker Peer Bode benutzt. Dieser bildete mit Pauline Oliveros (acc, elect) und Andrew Deutsch (synth, vcl, bells, elect), teilweise auch mit Stephen Vitiello (elect) die Carrier Band, von der mehrere Aufnahmen erschienen.

 

Dazu nahmen Bode, Deutsch und Vitiello das Album "Autumn Light" (Institute For Electronic Arts, 2002) auf. Auf Initiative dieser Musiker entstand das Projekt "Bode Sound Project" (Institute For Electronic Arts, 2005) in Form einer Doppel-CD und eines umfangreiches Booklets, das Harald Bode gewidmet war.

 

Es enthielt technische und historische Beschreibungen der von Harald Bode entwickelten, Instrumente. Die Carrier Band war mit zwei Stücken darauf vertreten. Der Rest der Aufnahmen stammte von Harald Bode solo der im Duo mit Steina Vasulka, von Stephen Vitiello und Scanner solo oder im Duo, von Andrew Deutsch solo, James Fei und Aaron Miller.

 

Von der Carrier Band erschien später mit "Schematic Diagram Of Voiceover-Harald Bode" (IEA, 2013) ein eigenes Album, das Harald Bode gewidmet war. Darauf war die Carrier Band als Quartett mit Deutsch, Peer Bode, Rebekkah Palov und Caspar Abocab.          04/26

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