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Harold Rubin

  • musicmakermark
  • vor 3 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Israelischer Free Improv-Klarinettist und Maler, geboren am 13. Mai 1932 in Johannesburg, Südafrika. Er erhielt als Teenager Unterricht im klassischen Klarinettenspiel und entdeckte den Jazz. Er liess sich zum Architekten ausbilden und vervollständigte seine Studien an einer Londoner Universität.


 

Trotz Apartheid tat er sich in den 1950er Jahren in seiner Heimat mit farbigen Musikern wie Kippy Moeketsi zusammen. Er scheute es nicht, in den Townships aufzutreten und trat auch als Maler mit sozialkritischen Bildern in Erscheinung.

 

In seiner Serie "Sharpeville" (1961) stellte er das Massaker von Sharpeville von 1960 dar. Grosse Kontrovsersen löste sein Bild "My Jesus" aus, das einen schwarzen und nackten Jesus mit einem Monsterkopf darstellte. Die Gallerie wurde geschlossen und Rubin wegen Blasphemie angeklagt.

 

1963 liess er sich aus Protest gegen die Apartheid-Politik in Israel nieder, wo er beim führenden israelischen Architekten Arieh Sharon eine Anstellung fand. Er war bis zu seiner Pensionierung 1986 auch als Lehrer für Architektur und Design tätig.

 

Auch in Israel hielt er mit sozialkritischen Aussagen nicht zurück. Dies floss auch in seine weiteren Arbeiten als Künstler ein. Ab Ende 1979 betätigte er sich erstmals wieder nach seiner Emigration nach Israel als Musiker.

 

Er war Mitbegründer und bis zum Split 1989 Mitglied des Quartetts Zaviot. In der Besetzung Rubin (cl), Tommy Bellman (g), Mark Smulian (b, e-b) und Reuben Hoch (dm) nahm diese Gruppe die Alben "Zaviot" (Jazzis, 1987) und "Unexpected" (Jazzis, 1988) auf.

 

Auf der zweiten Aufnahme war David Liebman (ss) Gast in zwei der fünf Stücke. Unter dem Titel "The Tel-Aviv Connection" (Jazzis, 1988) erschienen Aufnahmen der vier Zaviot-Musiker mit Christoph Spendel (p, synth) und Jerry Garval (perc). Die Gruppe selber nannte sich ebenfalls The Tel-Aviv Connection.

 

"Clarinetvoyance" (Jazzis, 1990) war Rubins erste Aufnahme unter seinem eigenen Namen. Darauf fand sich ein bei den Sessions zu "Tel Aviv Connection" eingespielte Duostück mit Christoph Spendel (p). Das lange Titelstück nahm Rubin mit Leonid Chizhik (p) und Victor Dvoskin (b) auf.

 

Dazu kamen weitere Duo- und Triotracks unter anderem mit Charles Burnham (vio) vom String Trio Of New York und mit weiteren israelischen Musikern. Mit Leszek Zadlo (ts, fl) und der Formatin Parpar mit Rami Harel (key), Daniel Sarid (p), Kobi Shefi (g), Yuval Mesner (cello) und Igal Foni (dm) entstand "Springtime In Winter" (Jazzis, 1990). 

 

Für "Trialog" (Jazzis, 1993) tat sich Rubin mit Kobi Shefi (g, e-b) und Asaf Sirkis (dm, vcl) zusammen. Für die labellose CD "Blue Bag" (1996) stand Rubin je nach Stück mit Mark Smulian (g, e-b), Gani Tamir (vcl), Rafi Malkiel (tb), Reut Regev (tb), Amit Carmeli (b) und/oder Assaf Sirkis (dm) im Studio.

 

"One Voice" (Kadima, 2002) war eine Soloaufnahme. Eine Duoaufnahme mit Jean-Claude Jones (b, elect) hiess "Muse & Music" (2005). Auf einer labellosen CD-R erschien "A Mono Musical Suite For Three Manic Musicians" (2005), eine Trioaufnahme mit Yoni Silver (bcl) und  Maya Dunietz (p).

 

Eine andere Trioaufnahme war "Trion" (Jazzis, 2007). Darauf wurde Rubin von Shmil Frankel (b) und Ram Gabay (dm) begleitet. Ehran Elisha (b) und Haim Elisha (p) waren Partner auf "East Of Jaffa" (OutNow, 2011). Im Duo mit Alexander Frangenheim (b) realisierte er "Suite" (Creative Sources, 2012).

 

Auf "3 On A Thin Line" (Hopscotch, 2013) war Rubin an der Seite von Barre Phillips (b) und Tatsuya Nakatani (dm, perc) zu hören. Mit Mikołaj Trzaska (sax) und Nadav Masel (b) folgte "Ten Chamber Kingdoms" (Jazzis, 2014).

 

Für "Air Kiss Suite" (OutNow, 2018) holte er Illay Sabag (p) und Asaf Shchori (b) dazu. "Friends" (Jazzis, 2022) enthielt nachträglich Aufnahmen mit Albert Beger (sax), Rami Harel (p), Kobi Shefi (e-b, g) und/oder  Shay Hazan (b).

 

Rubin war auch auf anderen Aufnahmen von Christoph Spendel, sowie auf solchen von Graham Collier, Ariel Lanyi, Alon Nechushtan, Jean-Claude Jones sowie der Gruppen Modus und Changes zu hören. Harold Rubin starb am 1. April 2020 im Alter von 87 Jahren.                       04/26

 

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