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Jean-Paul Bourelly

  • musicmakermark
  • 14. Apr.
  • 3 Min. Lesezeit

Amerkanischer Jazz-Gitarrist, Komponist und Bandleader, geboren am 23. November 1960 in Chicago, Illinois, als Sohn haitianischer Eltern. Beeinflusst von Muddy Waters, Carlos Santana und Jimi Hendrix entwickelte er schon früh einen eigenen Gitarrenstil, der auch karibische Elemente enthielt.


 

1979, im Alter von 18 Jahren, zog er nach New York City, wo er im Studio und auf der Bühne als Sideman für Muhal Richard Abrams, Elvin Jones, Roy Haynes und Pharoah Sanders tätig war. Ab Anfang der 1980er Jahre trat Bourelly innerhalb der New Yorker Black Rock- und M-Base-Szene in Erscheinung und wurde wegen seines Stils als Nachfolger von Jimi Hendrix betrachtet.

 

Er machte zu jener Zeit auf Aufnahmen der M-Base-Gemeinde mit, auf solchen von Cassandra Wilson, Craig Harris' Tailgaiters Tail oder Steve Coleman. 1990 hatte ihn Miles Davis für das Album "Amadla" (Warner, 1991) ins Studio geholt. 1994 gehörte er einer Spezialausgabe der Gruppe Defunkt von Joseph Bowie an.

 

Mit dieser trat er in der New Yorker "Knitting Factory" auf. Dabei wurde "A Blues Tribute To Jimi Hendrix And Muddy Waters" (Enemy, 1994) mitgeschnitten. Er war auch bei anderen Hendrix-Tributen mit von der Partie und spielte mit "Tribute To Jimi" (DIW, 1995) selber eine Tribut-CD ein.

 

Seine erste Aufnahme unter eigenem Namen hatte "Jungle Cowboy" (JMT, 1987) geheissen und entstand mit Freddie Cash (e-b, vcl) und Kevin "K-Dog" Johnson (dm, vcl) als feste Begleiter. Dazu kamen als Gäste Julius Hemphill (as), Kelvyn Bell (g, vcl), Carl Bourelly (key, vcl), Greg Carmouché (perc, vcl), Alyson Williams (vcl) und Andrew Cyrille (dm).

 

Das Album "Trippin" (Enemy, 1992) bildete den Auftakt zu einer Serie von Aufnahmen, die er mit seiner Formation Bluwave Bandits machte. Mit wechselnden Lineups entstanden weitere Aufnahmen wie "Saint And Sinners" (DIW, 1993), "Blackadelic Blue" (DIW, 1994), "Live! Fade To Cacophony" (DIW, 1995) und "Rock The Cathartic Spirits: Vibe Music & The Blues" (DIW, 1996).

 

Dazwischen nahm er unter seinem Namen oder als Leader anderer Gruppen weitere Alben auf. "Freestyle" (DIW, 1993) und "Sone Voudou" (DIW, 2003) waren zwei Aufnahmen seiner aus amerikanischen und afrikanischen Musikern zusammengesetzten Gruppe Ayibobo. Ende der 1990er Jahre wurde es um Bourelly ruhiger.

 

1997 versuchte er ein Comeback. Mit Harry Sokal (sax), Lonnie Plaxico (b) und Ronnie Burrage (dm) als Co-Leader spielte er "Mag Five" (Pao, 1998) ein. Ein weiteres Album für dieses Label war "Vibe Music" (Pao, 1999), realisiert mit Musikern aus dem Umfeld der Bluwave Bandits.

 

"Boom Bop" (Pao, 2000) hiess das nächste Album. Es war zugleich der Name eines neuen Bandprojekts. Auf der ersten Boom Bop-Aufnahme wurde Bourelly unter anderem von Archie Shepp (ts, e-p, vcl) und Henry Threadgill (as) begleitet.

 

Das Nachfolgewerk hiess "Trance Atlantic (Boom Bop II)" (Double Moon, 2001) und war auch gleichzeitig die erste Aufnahme des Black Box Ensembles, das er und sein Bruder Carl Bourelly (synth) initiierten hatten.

 

Auf diesem zwischen 1997 und 2001 entstandenen Album waren als bekannteste Musiker Henry Threadgill (as, fl), Olu Dara (co), Joseph Bowie (tb), Reggie Workman (b), Melvin Gibbs (e-b) sowie Dennis Chambers und/oder Will Calhoun (dm) zu hören. "News From A Darked Out Room" (Phonector, 2006) war ein weiterer Comeback-Versuch in Form eines Akustik-Soloalbums.

 

"CutMotion" (JPGotMangos, 2009) enthielt eine Session mit Schweizer Musikern, aufgenommen an zwei Abenden im Club "Bazillus" in Zürich. Dieses und viele seiner nachfolgenden Aufnahmen erschienen via Bandcamp, wo auch ein Teil seiner früheren Aufnahmen erhältlich war.

 

"The Sheba Sessions" (2010) war ein Projekt bzw. eine DL-Aufnahme mit einem vorwiegend aus äthiopischen Musikern bestehenden Ensemble. "3 Kings" (2010) war eine Trio-Aufnahme mit Jonas Bibi Hammond (e-b) und Marlon Browden (dm).  

 

Von den 3 Kings mit Andrea N'Kouaga (e-b) und Christian Bourdon (dm) kam als zweite Aufnahme "Famous Guys" (JPGotMangos, 2014) heraus. "Gypsys Re-Loaded" (2011) war eine 2008 mitgeschnittene Aufnahme der zweiten Ausgabe seiner Hendrix-Tributeband Gypsys Reloaded.

 

Diese bestand aus Melvin Gibbs (e-b) und Calvin Weston (dm), der Cindy Blackman abgelöst hatte. Stone Raiders nannte sich ein anderes Trio mit Darryl Jones (e-b) und Will Calhoun (dm), von dem "Truth To Power" (Yellowbird, 2012) erschien.

 

Mit Daryl Taylor (e-b) und Kenny Martin (dm) als Co-Leader nahm er "Kiss The Sky" (JPGotMangos, 2018) auf. In zwei Tracks machte Isabella Riviera (vcl) mit.

 

Jean-Paul Bourelly war auch Mitglied oder Co-Leader der Gruppen Black Lives, Brotherzone, Elvin Jones McCoy Tyner Quintet, Muneer B. Fennell & The Rythm String Band, Reut Regev's R*Time und The Muhal Richard Abrams Orchestra.

 

Neben seiner bereits erwähnten Sidemantätigkeit wurde er auch zu Aufnahmen von Conjure,  Sonya Robinson, Hannibal Marvin Peterson, Butch Morris, George Adams, Graham Haynes, Pee Wee Ellis, Vernon Reid, Jamaaladeen Tacuma, Matalex, Angela Gabriel, Fennell Muneer B. und anderen geholt.                                                              04/26

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