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Joe Gallivan

  • musicmakermark
  • vor 8 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Amerikanischer Jazz-Schlagzeuger und Keyboarder, geboren am 8. September 1937 in Rochester, New York. Er spielte zuerst Violine und Bassgitarre, bevor er aufs Schlagzeug wechselte. Gallivan begann im Alter von 15 Jahren in Miami Latin und dann auch Jazz zu spielen.


 

Er arbeitete in der Band von Eduardo Chavez und in den Big Bands von Art Mooney und Charlie Spivak. Er begleitete durchreisende Musiker wie Dizzy Gillespie oder Dakota Staton. Nach seinem Studium an der Universität von Miami ging er 1958 nach Boston, wo es zu ersten Aufnahmen kam.

 

Er war 1959 an einer Single mit Sonny Criss beteiligt. 1960 machte er Aufnahmen mit Kenny Drew und dem Modern Jazz Orchestra. 1961 zog er nach New York City, wo er mit Duke Pearson arbeitete und gemeinsam mit Donald Byrd eine eigene Band aufstellte, in der Musiker wie Don Ellis, Eric Dolphy, Jimmy Knepper, Herbie Hancock und Elvin Jones probten.

 

Im folgenden Jahr kehrte Gallivan nach Florida zurück, arbeitete für die TV-Show "Music U.S.A.". Beeindruckt von einer Aufführung von Stockhausens "Die Jünglinge" begann er sich für elektronische Musik zu interessieren.

 

Der Komponist Vladimir Ussachevsky, damals Dozent am Columbia-Princeton Electronic Music Center führte ihn Anfang der 1960er Jahre in die Geheimnisse des Synthesizers ein. Er kaufte sich einen Minimoog und trat im Rahmen einer Musikergruppierung, die sich Free Life Communication nannte und der neben anderen David Liebman, die Brecker Brothers, Steve Khan und Clint Houston angehörten, auf.

 

Mit Carl Palmer von Emerson, Lake & Palmer stand er Robert Moog bei der Entwicklung des Drum-Synthesizers mit Rat zur Seite. Dieses Instrument benützte Gallivan selber, als er Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre zur Gil Evans Big Band gehörte.

 

Gallivan hatte auch für Eric Dolphy, Donald Byrd, Butch Morris und Wilson Pickett gearbeitet. 1973 liess sich Gallivan in London nieder, wo er Solokonzerte gab, mit Lol Coxhill und John Stevens spielte. Intrigen verhinderten, dass Gallivan Mitglied von Soft Machine wurde


Mit dem Amerikaner Charles Austin (as, ts, ss, oboe, fl, eh) arbeitete er während rund 30 Jahren zusammen. "At Last" (Man-Made, 1975) und "Expression To The Winds" (Spitball, 1977) waren zwei Duoaufnahmen.

 

Die beiden Musiker waren Co-Leader der aus englischen Musikern bestehenden Formation bestehenden Intercontinental Express, die das Album "London" (Compendium, 1976) einspielte. Für "Peace On Earth" (Compendium, 1977) holten Gallivan und Austin John McMinn (p) und vier Sängerinnen/Sänger dazu.

 

Mit Roy Babbington (e-b, b) von Soft Machine als dritten Musiker wurde "Home From Home" (Ogun, 1979) aufgenommen. Unter dem Bandnamen The New Orchestra bzw. Ailana realisierten Gallivan und Austin mit mittelgrossen, kammermusik-nahen Ensembles "Ailana" (Hannibal, 1985) und "Mysterious Planet" (Hannibal, 1989).

 

Daneben tat sich Gallivan auch mit anderen Musikern zu Aufnahmen zusammen. Mit Elton Dean (as, saxello), Keith Tippett (p) und Hugh Hopper (e-b, b) als Co-Leader wurden "Cruel But Fair" (Compendium, 1977) und "Mercy Dash" (Culture Press, 1985) aufgenommen.

 

Im Trio spielten Gallivan und Dean mit Kenny Wheeler (tp, flh) "The Cheque Is In The Mail" (Ogun, 1977) ein. 1989 kehrte er in die USA zurück und lebte fortan auf Hawaii. In einer grösserer Besetzung wurde "Innocence" (Cadence Jazz, 1992) aufgenommen.

 

Es war dies sein erstes Album, das nur unter seinem Namen erschien. Mitmusiker waren Elton Dean (as, saxello), Evan Parker (ts, ss), Neil Metcalfe (fl), Guy Barker, Gerard Presencer, Claude Deppa und Jim Dvorak (alle tp), Paul Rutherford (tb), Ashley Starter (b-tb) und Marcio Mattos (b).

 

Bei weiteren Aufnahmen waren Brian Cuomo, Martí Perramón, Jackie Ryan, Ben Clatworthy, Marcus Webb und/oder Tom McNalley Co-Leader. In der Gruppe Powerfield traf Gallivan auf Gary Smith (g) und Pat Thomas (key, elect). "Electronic Electric Electronic" (Paratactile, 1999) und als "Field Recordings" (FMR, 2006) waren zwei Aufnahmen dieses Trios.


Dazwischen hatten Gallivan und Smith im Duo "Eleven Improvisations" (Paratactile, 2000) erarbeitet. 1972 hatte er mit Larry Young (org) von Lifetime, Jimmy Molneiri (dm) und Nicholas (g-synth, ring modulator, div instr) die Gruppe Love Cry Want formiert.


Aufnahmen dieser fortschrittlichen Electric-Jazz-Formation erschienen erst später unter dem Titel "Love Cry Want" (New Jazz, 1997). Dazu leitete Gallivan Gruppen wie Neon Lighthouse und Soldiers Of The Road. Im Projekt Rainforest Initiative vereinte Gallivan 2000 alte Musikerkollegen wie Evan Parker, Elton Dean und Charles Austin (sax) und Marcio Marcos (b). 06/26

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