John Martyn
- musicmakermark
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Englischer Folk-Sänger, -Gitarrist und -Songwriter, geboren am 11. September 1948 als Iain David McGeachy in New Malden, Surrey. Er beschränkte sich nicht allein auf akustische Klänge, sondern würzte seine Musik mit bisweilen bizarren elektronischen Soundgewitter.

Mit seinem unvergleichlichen Stil wurde er Mitte der 1960er Jahre zu einer der Schlüsselfiguren der Londoner Folk-Szene. Er wurde 1967 von einem grösseren Label unter Vertrag genommen, wo sein erstes Album "London Conversation" (Island, 1968) erschien.
Mit dem Zweitling "The Tumbler" (Island, 1968) ging's teilweise Richtung Jazz, machte bei den Aufnahmen doch neben David Moses (b) und Paul Wheeler (g) auch Harold McNair (fl) mit. Auf "Stormbringer" (Island, 1970) verfremdete er seine Gitarrenklänge erstmals mit Geräten wie Fuzzbox, Phase-Shifter und Echoplex.
Die Liste der Mitmusiker wurde immer länger und umfasste auch seine Frau Beverley Kutner (g, vcl) oder in einem Track Levon Helm (dm) von The Band. Weitere Alben waren "The Road To Ruin" (Island, 1970), mit unter anderem Dudu Pukwana (sax), und "Bless The Weather" (Island, 1971).
Danach folgten "Solid Air" (Island, 1973), "Inside Out" (Island, 1973) und "Sunday's Child" (Island, 1975). Weil sich "Island" weigerte, das Album "Live At Leeds" (1976), mit unter anderem John Stevens (dm). mit einem ähnlichen Cover wie die gleichnamige Who-LP, herauszugeben, vertrieb Martyn das Live-Album grösstenteils selber.
Später erschien es auch auf normalen Labels erschien und wurde als Doppel-CD-Deluxe-Edition (Universal, 2010) erneut veröffentlicht. Danach ging er nach Jamaica und besuchte den Reggae-Produzenten Lee "Scratch" Perry. Dieser half ihm bei den Aufnahmen von "One World" (Island, 1977), einem Proto-Trip Hop-Album, das mit unter anderem Steve Winwood (div instr) und John Stevens (dm) entstand.
"Grace And Danger" (Island, 1980) mit Phil Collins (dm) war das letzte "Island"-Album. Die letzten beiden "Island"-Alben standen auf Platz 54 der britischen Charts. "Glorious Fool" (WEA, 1981) mit unter anderem Phil Collins (dm, p, vcl) und Eric Clapton (g) auf Platz 25 und sowie "Well Kept Secret" (WEA, 1982) auf Platz 20 waren zwei weitere Studio-Alben.
Danach folgte mit "Philentropy" (1983) ein Livealbum. Martyn litt zu jener Zeit als Folge seiner Scheidung an psychischen Problemen und war dem Alkohol und den Drogen verfallen. Dann kehrte er zu "Island" zurück und spielte mit "Sapphire" (1984), "Piece By Piece" (1986) und "Foundations" (1987) drei weitere Alben ein.
"Piece By Piece" war mit Platz 28 das beste dieser drei Alben. Es folgten "The Apprentice" (Permanent, 1990), "Cooltide" (Permanent, 1991) und "Couldn't Love You More" (Permanent, 1992). Für "No Little Boy" (Permanent, 1993) nahm er viele seiner klassischen Songs noch einmal neu auf.
Seine letzten Studioproduktionen waren "And" (Go! Discs, 1996), "The Church With One Bell" (Independiente, 1998), "Glasgow Walker" (Independiente, 2000) und "On The Cobbles" (Independiente, 2004). An Stelle von neuen Aufnahmen erschienen zuletzt eine ganze Reihe von älteren Livemitschnitten.
Zum 60. Geburtstag erschien die 4-CD-Anthologie "Ain't No Saint" (Island, 2008), das auch viel unveröffentliches Material enthielt. CD 3 und CD 4 bestand aus Liveaufnahmen. John Martyn starb am 29. Januar 2009 im Alter von 60 Jahren in Thomastown, Irland.
Von seinem bekanntesten Album "Solid Air" kam danach eine Doppel-CD-Version (Universal, 2009) mit Demo- und Instrumental-Versionen der Songs auf den Mark. Posthum erschien Martyns letztes Studioalbum "Heaven And Earth" (Hole In The Rain, 2011), auf dem in einem Track Phil Collins Backingvocals singt.
Von Martyns Schaffen erschienen Dutzende von Compilations und Wiederveröffentlichugspakete. Das Set "I'd Rather Be The Devil" (Artful, 2009) bestand aus zwei neueren Alben. Dazu kamen die beiden CDs "Classics CD 1 und 2" sowie "Classic Live CD 1 und 2". Abgerundet wurde das Set von je einer Live-DVD, die Martyn mit David Gilmore von Pink Floyd bzw. Danny Thompson zeigt.
"The Island Years" (Island, 2013) fasste Martyns Schaffen für dieses Label auf 17 CDs und einer DVD zusammen. Das 4-CD-Set "The Best Of The Island Years" (Island, 2014) war quasi eine Compilation dieses Sets. "Johnny Boy Would Love This" (Hole In The Rain, 2011) hiess ein Tribut-Album mit Beiträgen von Phil Collins, Robert Smith von The Cure, Beck, Joe Bonamassa, Beth Orton, Morcheeba und anderen. 07/26


