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Kansas

  • musicmakermark
  • vor 5 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Amerikanische Prog Rock-Formation, gegründet 1970 in Topeka, Kansas, von Kerry Livgren und Don Montre. Diese beiden Musiker hatten davor bei Reasons Why gespielt. Danach stellten sie mit anderen Musikern die Gruppe Saratoga auf die Beine.


 

Als nächstes verschmolzen Teile der Gruppe Saratoga und ihrer rivalisierenden Band White Clover 1970 zu Kansas (Kansas I). Die Gruppe fiel schnell wieder auseinander. Sie wurde jedoch 1971 von Kerry Livgren (g), Dan Wright (org, elect), Don Montre (p, fl, as) und Lynn Meredith (vcl) mit John Bolton (sax, fl), Rod Mikinski (e-b) sowie Zeke Low (dm) reformiert.

 

Aufnahmen aus der Zeit dieser zweiten Kansas-Besetzung (Kansas II) mit zum Teil Brad Shultz (dm) kamen später unter dem Titel "Early Recordings From Kansas - 1971-1973" (Cuneiform, 2002) heraus. Bei dieser Gelegenheit beschlossen die Musiker, diese Version von Kansas unter dem Namen Proto-Kaw zu reformieren. Mit zum Teil neuen Musikern spielte Proto-Kaw zwischen 2004 und 2008 bzw. ab 2011 auch neue Aufnahmen ein.


1973 war Kerry Livgren Mitglied von White Clover geworden, die von Phil Ehart (dm) reformiert worden war. Dort traf Livgren auf Dave Hope (e-b), Steve Walsh (key, vcl), Robbie Steinhardt (vio) sowie Richard Williams (g).

 

Weil der Gruppe ein Schallplattenvertrag von Don Kirshner winkte, wurde das Sextett darauf in Kansas umgetauft. Ihre beste Zeit hatte Kansas in der Anfangsphase mit den ersten LPs "Kansas" (Kirshner, 1974), "Song For America" (Kirshner, 1975) und "Masque" (Kirshner, 1976).

 

Mit Platz 47 in den Billboard 200 war "Song For America" das erfolgreichste der ersten drei, alle mit Gold ausgezeichneten Alben. Den Durchbruch schaffte die Band dann mit dem vierten Album "Leftoverture" (Kirshner, 1976). Das Album verkaufte sich allein in den USA fünf Millionen Mal und stand auf Platz 5 der Billboard 200.


Die Singleauskoppelung "Carry On Wayward Song" ging vier Millionen Mal über den Ladentisch und belegte Platz 11 bei den Billboard Hot 100. "Dust In The Wind", eine Single des fünften Albums "Point Of No Return" (Kirshner, 1977) wurde drei Millionen Mal verkauft und kam auf Platz 6 der Billboard Hot 100. Danach hatte die Band nur noch wenige Top-20-Singlehits.

 

Das Album "Point Of No Return" selber verkaufte sich ebenfalls 4 Millionen Mal und stand auf Platz 4 der Billboard 200 – so weit oben wie kein anderes Kansas-Album. Das Live-Doppel-Album "Two For The Show" (Kirshner, 1978), aufgenommen 1977 und 1978 bei drei verschiedenen Tourneen, war so etwas wie eine erste "Best Of"-Compilation.

 

Es verkaufte sich in den USA eine Million Mal und stand maximal auf Platz 32 der Billboard 200. Danach folgten mit "Monolith" (Kirshner, 1979) und "Audiovisions" (Kirshner, 1980) zwei weitere Alben, die sich auf den Plätzen 10 bzw. 26 der Billboard 200 fanden.

 

Dazwischen hatten Kenny Livgren mit "Seeds Of Chance" (Kirshner, 1980) und Steve Walsh mit "Schemer Dreamer" (Kirshner, 1980) je ein Album unter eigenem Namen aufgenommen. Auf beiden Alben machten Kansas-Musiker mit, bei Livgren zusätzlich Leute wie Ronnie James Dio (vcl), Barriemore Barlow (dm) von Jethro Tull oder David Pack (vcl) von Ambrosia.

 

Dann kam es zu den ersten Besetzungswechseln. Walsh verliess Kansas und gründete mit Streets eine eigene Gruppe. Sein Nachfolger war John Elefante (vcl, key). "Vinyl Confessions" (Kirshner, 1982) hiess das nächste Album von Kansas. Es war mit Platz 16 wieder einmal ein Top-20-Album.

 

Danach stieg Robby Steinhardt aus. Nur im Quintett, aber wie bei "Vinyl Confessions" mit mehreren Gastmusikern, wurde das Top-50-Album "Drastic Measures" (Kirshner, 1983) eingespielt. "Best Of Kansas" (Epic, 1984) hiess eine erste offizielle Compilation. Sie verkaufte sich vier Millionen Mal.

 

Nach dem Abgang von Livgren und Hope, welche die Christian Rock-Formation AD gründeten, musste sich Kansas neu formieren. Walsh kehrte zur Band zurück. Mit Billy Greer brachte er gleich den Streets-Bassisten mit.

 

In der Besetzung Steve Walsh (vcl, key), Steve Morse (g), Richard Williams (g), Billy Greer (e-b) und Phil Ehart (dm) nahm Kansas mit "Power" (MCA, 1986) einen neuen Anlauf. Darauf wurde die Gruppe vom Philharmonic Orchestra unter Andrew Powell begleitet. In den Billboard 200 schaute dafür Platz 35 heraus.

 

"In The Spirit Of Things" (MCA, 1988) war ein Konzeptalbum, aufgenommen mit mehreren Gastmusikern und einem Chor. Mit Platz 114 in den Billboard 200 schnitt es enttäuschend ab. Dann fiel Kansas ein zweites Mal auseinander.


1990 kam es auf Initiative eines deutschen Konzertagenten zu einer Reunion des Orginal-Lineups mit Ausnahme von Steinhardt, dafür aber mit Greer und Greg Robert (key), der auf der letzten Kansas-Album als Sessionmusiker mitgewirkt hatte.


Livgren und Hope kehrten der Band aber wieder den Rücken. Dafür kehrte Morse für kurze Zeit zurück. 1991 stiess David Ragsdale (vio, g) zu Kansas. "Live At The Whiskey" (Intersound, 1993) zeigt die Band in der Besetzung Walsh, Ragsdale, Robert, Williams, Greer und Ehart bei Auftritten im Club "Whiskey A Go Go" in Los Angeles im April 1992. Auf zwei Tracks ist auch Ur-Mitglied Kenny Livgren mit von der Partie.

 

Auf der Doppel-CD "The Kansas Boxed Set" (Legacy, 1994) fanden sich die sämtliche Hits von Kansas in neu abgemischten Versionen sowie vorher noch nie veröffentlichte Live-Songs und ein neuer Studio-Song. "Freaks Of Nature" (Magna Charta, 1995) hiess das erste Studio-Album seit sieben Jahren. Es war das erste Kansas-Studioalbum, das nicht in die Billboard 200 rückte.

 

Auf "Always Never The Same" (Magna Charta, 1998) feierte Rob Steinhardt sein Comeback. Er ersetzte David Ragsdale. Dann kam es auf "Somewhere To Elswhere" (Magna Charta, 2000) zu einer Reunion des Originalsextetts.

 

Als siebter Musiker machte Billy Greer (e-b, vcl) mit. Beide Alben schafften den Sprung in die Billboard 200 nicht. Für "Extended Versions" (BMG, 2000) spielt das Original-Sextett die alten Hits noch einmal neu ein. 2006 wurde Rob Steinhardt wieder durch seinen Vorgänger David Ragsdale ersetzt.


"There's Know Place Like Home" (Inside Out, 2009) war eine DVD, Doppel-CD oder ein Set mit Liveaufnahmen eines Konzertes im Rahmen der Jubiläumstournee 2009. Dabei trat Kansas mit dem Washburn University Orchestra aus der Kansas-Heimatstadt Topeka auf und spielte viele Klassiker aus den vergangenen 35 Jahren. Als Gäste waren die Ex-Mitglieder Steve Morse und Kerry Livgren mit dabei.

 

Mit "The Prelude Implicit" (Inside Out, 2016) veröffentlichte Kansas nach 16 Jahren Unterburch wieder einmal ein Album mit neuem Material. Darauf bestand die Band aus Ronnie Platt (vcl, p), Rich Williams (g), Zak Rizvi (g, vcl), Dave Manion (p, key, org), David Ragsdale (vio, vcl), Billy Greer (e-b, vcl) und Phil Ehart (dm).

 

Mit Platz 41 konnte die Band wieder eine Platzierung in den Billboard 200 notieren. Vier Jahre später schaffte es "The Absence Of Presence" (InsideOut, 2020) nicht in die US-Hauptcharts.

 

Im Laufe der Zeit waren eine ganze Reihe von weiteren Livealben sowie mehrere Compilations erschienen. Zum 50-Jahr-Jubiläum der Band entstand das 3-CDs umfassende Livealbum "Another Fork In The Road - 50 Years Of Kansas" (Inside Out, 2022).

 

Unter dem Titel "The Classic Albums Collection 1974-1983" (Sony, Legacy, Epic und Kirshner, 2011) wurden die zehn ersten Alben zwischen "Kansas" und " Drastic Measures", teilweise mit Bonus-Material ergänzt, in Form einer 11-CD-Box wieder veröffentlicht. Dazu kamen auch andere Reissue-Pakete.

 

Native Window nannte sich ein Nebenprojekt der vier Kansas-Musiker David Ragsdale (g), Richard Williams (g), Billy Greer (e-b) und Phil Ehart (dm). Ihr erstes Album hiess ebenfalls "Native Window" (InsideOut, 2009).  Ex-Kansas Mitglied Robby Steinhardt starb am 17. Juli 2021 im Alter von 71 Jahren.


Ex-Mitglied Steve Morse gab auch Aufnahmen unter eigenem Namen oder mit eigenen Bands heraus und war davor oder danach Mitglied von Deep Purple, Dixie Dregs, Flying Colors, G3 und vielen anderen Gruppen. 06/26

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