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Krzysztof Komeda

musicmakermark
vor 2 Stunden
5 Min. Lesezeit

Polnischer Jazzmusiker und Filmkomponist, geboren am 27. April 1931 in Poznau als Graf Kryzystof Trzcinski. Das Pseudonym Komeda wählte er während des Medizinstudiums, als Jazzmusik in Polen noch offiziell verboten war.


 

Komedas musikalische Karriere begann 1956 in der Nach-Stalin-Ära. 1957 lernte er an der Filmhochschule von Lodz Roman Polanski kennen. Mit Ausnahme eines Filmes, zu dem Chico Hamilton die Musik schrieb, weil Komeda in England keine Arbeitserlaubnis bekam, komponierte Komeda alle Soundtracks der Polanski-Filme.

 

Darin eingeschlossen sind Polanskis bekannteste Filme wie "Rosmary's Baby", "Der Tanz der Vampire", "Cul-de-Sac" sowie "Das Messer im Wasser". Krysztof Komeda war auch für andere Filmemacher wie Jerzy Skolimowski, Andrej Wajda, Henning Carlsen, Jörn Donner, und Arne Sucksdorff tätig.

 

Oftmals bekleidete Komeda in diesen Filemn mit Polanski und Skolimowski kleine Nebenrollen. Mitte der 1960er Jahre war Komeda der gefragteste Filmmusikkomponist in Europa. 1967 schrieb er mit Krzystof Penderecki die aus elektronischen Klängen bestehende Musik zu Skolimowskis Film "Hände hoch".

 

1968 holte ihn Polanski nach Hollywood, wo Komeda innert kürzester Zeit die Musik für sieben Spielfilme und mehrere Tondichtungen schrieb. Auch seine Jazzalben waren ihrer Zeit voraus. Dabei entwickelte er eine von amerikanischen Vorbildern losgelöste Musik.

 

Aus diesem so genannten Eurojazz, entwickeltesich später auch jene Aesthetik, welche die Musik des deutschen Labels "ECM" prägte. Krysztof Komeda verstarb am 23. April 1969 37-jährig in Warschau, nachdem er in Hollywood unter mysteriösen, heute noch ungeklärten Umständen verunfallt war und ins Koma fiel.

 

Die Musik Komedas ist auf vielen Alben zugänglich. Der grosse Teil der vorerst nur in Polen veröffentlichten Aufnahmen kam im Laufe der Zeit auch in Europa und in den USA auf den Markt.

 

Die ersten Aufnahmen, die Komeda als Bandleader realisierten konnte, waren zwei Live-Tracks des Komeda Sekstet auf der 10"-EP "Festiwal jazzowy, Sopot 1956" (Muza, 1957). Drei weitere Tracks auf dieser EP stammten von einer Combo von Andrzeja Kurylewcza (p).

 

Die nächsten Aufnahmen, bei denen Komeda mitmachte, hiessen "Jazz Believers" (RCA Victor, 1958) und stammten vom Polish All Stars Swingtet. Anfang der 1960er Jahre leitete Komeda das Trio Komedy, das beim Jazz Jamboree 1960 und 1961 in Warschau auftrat.

 

Sowohl vom Auftritt von 1960 mit Adam Skorupka (b) und Andrzej Zielinksi (dm), als auch vom Konzert von 1961 mit Roman Dylag (b), Leszek Dudziak (dm) und Bernt Rosengren (ts) als Gast erschienen je eine Single (Muza, 1961 bzw. 1962).

 

Die Komeda-Gruppe ist auch auf zwei LPs, die anlässlich des 61er Festival mitgeschnitten wurden, vertreten. Unter dem Titel "Live At The Jazz Jamboree Festival 1961 – 1967" (Polskie Nagrania Muza, 2011) wurden seine Auftritte an diesem Festival später auf drei CDs zusammengefasst.

 

Die LP "Ballet Etudes - The Music Of Komeda" (Metronome, 1963) war die erste richtige LP unter eigenem Namen gewesen. Darauf ist er im Quartett mit Jan Ptaszyn Wroblewski (ts), Roman Dylag (b) und Rune Carlsson (dm) zu hören. In einem Stück machte Allan Botschinsky (tp) mit.

 

Komedas bekannteste Aufnahme war "Astigmatic" (Muza, 1966) mit Quintett-Aufnahmen, die mit Tomasz Stanko (tp), Zbigniew Namyslowski (as), Günter Lenz (b)und Rune Carlsson (dm) gemacht wurden. Sie wurde auch von anderen Labels immer wieder herausgebracht.

 

Ausschnitte aus den Soundtracks zu den Filmen "Cul-de-Sac" und "Le Départ" erschienen auf zwei 7"-Singles (Polydor bzw, Philips, 1966). Die Filmmusik zu "Le Départ" entstand unter anderem mit Don Cherry (tp), Gato Barbieri (sax), Christine Legrand (vcl) und René Utreger (p).

 

Die Filmmusik von "Rosemary's Baby" erschien auf einer LP (Dot/ Paramount, 1968) sowie teilweise auf der Single "A Semente do Diabo" (REG, 1968) mit Schauspielerin Mia Farrow als Sängerin. Das Quintett, das "Astigmatic" aufgenommen hatte, spielte mit dem Schauspieler Helmut Lohner (voice) auch die LP "Dichtung & Jazz: Meine süsse europäische Heimat" (EMI/Columbia, 1967) ein.

 

Nach Komedas Tod kamen seine Aufnahmen auf zahlreichen LPs und CDs wieder auf den Markt. "Muzyka Krysztofa Komedy" (PSJ, 1974) hiess eine 4-LP-Box mit Aufnahmen von 1956 bis 1967.

 

Den selben Obertitel trugen vier LPs (1982) bzw. CDs (1989) des Labels "Poljazz", die wahrscheinlich die selben Aufnahmen enthielten wie das LP-Box-Set.


Auch viele Livemitschnitte wurden im Laufe der Jahre auf den Markt gebracht. "The Complete Recordings Of Krysztof Komeda" hiess eine umfangreiche CD-Reihe, die ab 1994 bei "Polonia" erschien. Die beiden ersten CDs hiessen "Live In Copenhagen" und erschienen 1994.

 

Die CDs 3 und 4 trugen den Titel "Live At Jazz Jamboree" (1995). Die fünfte CD war "Astigmatic Live" (1995), gefolgt von mehreren Filmsoundtracks sowie Volume 10 "Last Recordings" (1997).  Ingesamt umfasste die Reihe über zwei Dutzend CDs.

 

Die Volumes 1 bis 19 wurden auch als Box-Set unter dem Titel "The Complete Recordings Of Krzystof Komeda, Vol. 1-19" (Polonia, 1999) angeboten. Im Jahr darauf kam mit "The Complete Recordings Of Krzystof Komeda (Vol. 1-25)" (Polonia, 2000) eine erweiterte Version davon heraus.

 

Unter dem Titel "Komeda From Original Master Tapes Best Ever Film Music 14 Cds" (Polonia, 2007) wurden im Rahmen eines 14 CD-Sets nur seine Soundtracks noch einmal zusammengefasst. Als die "Polonia"-Reihe auslief, begann das polnische Label "Power Bros" 1998 mit der Wiederveröffentlichung des Komeda-Gesamtwerkes.

 

Mehrere dieser CD enthielten zusätzlich eine CD ROM-Spur mit Erläuterungen von Zofia Komeda, der Witwe Komedas. Auch bei diesem Label kamen die Soundtracks unter dem Titel "Music From The Original Motion Pictures" (2008) als Boxset heraus. Dieses bestand aus acht CDs.

 

Auch auf anderen Labels erschienen im Laufe der Jahre grösstenteils schon bekannte Aufnahmen von Komeda. "Krzysztof Komeda W Polskim Radiu Vol. 1-8" (Polskie Radio, 2023) hiess ein 8-CD-Set, nachdem 2015 beim selben Label schon eine 5-CD-Version erschienen war. Total wurden über 50 Compilations mit Komedas Musik veröffentlicht.

 

Im Laufe der Zeit erschienen auch mehrere Tribut-Alben, auf denen seine Mitmusiker oder Jazzer der jüngeren Generationen Komeda-Werke interpretierten.

 

Ein Jahr nach Komedas Tod erschien "Music For K" (Muza, 1970), eine Aufnahme des Tomasz Stanko Quintetts mit Stanko (tp), Zbigniew Seifert (as), Janusz Muniak (ts), Bronislaw Suchanek (b) und Janusz Stefanski (dm). Die Aufnahmen wurden später auf CD mehrfach wiederveröffentlicht.

 

"We'll Remember Komeda" (MPS, 1973) wurde von Tomasz Stanko (tp), Michal Urbaniak (vio, ts, ss), Zbigniew Seifert (vio, as), Urszula Dudziak (vcl), Attila Zoller (g), Roman Dylag (b), Peter Giger (dm) sowie Armen Halburian (perc) eingespielt.

 

Diese Aufnahmen erschienen auch als "Tribute To Komeda" (Arista, 1976), unter dem Namen von Michal Urbaniak und Urszula Dudziak. "Komeda" (Gowi, 1996) und "Lullaby For Rosemarie" (Not Two, 2001) hiessen zwei Aufnahmen des Simple Acoustic Trios, das aus Marcin Wasilewski (p), Slawomir Kurkiewicz (b) und Micha Miskiewicz (dm) bestand.

 

Diese drei Musiker bildeten später auch die Begleitgruppe des Komeda-Musikers Tomasz Stanko. Eine weitere Hommage war "Plays Komeda" (Gowi, 1995) von Robert Majewski (tp) mit Wojciech Majewski (p), Henryk Miskiewicz (as), Zbigiew Wegehaupt (b) und Micha Miskiewicz (dm).

 

Auf "Litania - Music of Krzysztof Komeda" (ECM, 1997) war es einmal mehr Tomasz Stanko, der mit Bernt Rosengren (ts), Joakim Mulder (sax), Terje Rypdal (g), Bobo Stenson (p), Palle Danielsson (b) und Jon Christensen (dm) Komeda-Nummern neu interpretierte.

 

"Ksiycowy chopiec" (Sebikoo, 2001) hiess eine Komeda-Homage von Dorota Gorjainow (vcl), Wiesaw Wycocki (reeds, sampl) und Daniel Kondraciuk (voice). "Komeda In The Chamber Mood" (Adi Art, 2001) enthielt live aufgeführte Werke mit Leszek Kulakowski (p), Tomasz Szukalski (sax), Olgierd Olo Walicki (b), Kazimierez Jonkisz (dm) und Stanislaw Cieslak (tb).

 

Von der polnischen Gruppe EABS erschienen die Alben "Repetitions (Letters To Krzysztof Komeda)" (Astigmatic, 2017) und "Repetitions (Letters To Krzysztof Komeda) Live At Jazz Club Hipnoza (Katowice)" (Astigmatic, 2018). 

 

"Komeda. Moja Słodka Europejska Ojczyzna" (Warner Music Poland, 2018) hiess eine Doppel-CD des Jan Ptaszyn Wróblewski Sextets. "Komeda: Reflections" (Audio Cave, 2022) bestand aus Soloaufnahmen von Maciej Tubis (p, synth). Dazu spielten Gruppen, Musikerinnen und Musiker Hunderte von vereinzelten Komeda-Kompositionen ein.         09/26

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