Europäisches Free Improv-Trio, bestehend ab Mitte der 1990er Jahre aus der Schweizerin Irene Schweizer (p), der Französin Joëlle Léandre (b) und der Engländerin Maggie Nicols (vcl). Alle drei Frauen gehören zur ersten Generation der europäischen Free Improv-Szene.
Deshalb waren die drei Musikerinnen schon vor der Gründung von Les Diaboliques mehrfach aufeinander getroffen. Schweizer und Nicols waren Ende der 1970er Jahre Mitglieder der Feminist Improvising Group gewesen, aus der Ende der 1980er Jahre die Arbeitsgemeinschaft Canaille, eine Art lose Frauenformation, hervor ging.
Bei Canaille war auch Léandre mit dabei gewesen. Schweizer, Léandre und Nicols waren zudem auf anderen Aufnahmen zu zweit oder zu dritt mit anderen Musikerinnen zu hören gewesen. 1979 hatte Léandre ein Duo mit der Experimental-Vokalistin Annick Nozati gegründet, das sich drei Jahre später mit Irène Schweizer zur Gruppe Les Trois Dames erweiterte.
Von diesem Trio erschienen keine eigenen Aufnahmen, lediglich drei Stücke auf der CD-R "Europäische Jazznacht Füssen 1993/1994/1995 Teil I" (1996). "Cordial Gratin" (FMP, 1987) hatte eine Duoaufnahme von Schweizer und Léandre geheissen. Die erste Aufnahme als Les Diaboliques hiess "Les Diaboliques" (Intakt, 1994).
Die Aufnahmen stammten von Konzerten am 23. und 24. April 1993 im Centre Culturel Suisse in Paris. Die zweite Aufnahme "Splitting Image" (Intakt, 1997) entstand am 7. und 8. November 1994 bei Auftritten in der Roten Fabrik in Zürich. "Live At The Rhinefalls" (Intakt, 2000) wurde bei einem Konzert am 21. Mai 1997 bei Jazzfestival Schaffhausen aufgezeichnet.
"Jubilee Concert" (Intakt, 2009) hiess später eine DVD mit Aufnahmen eines Auftritts vom 3. März 2006 im Jazzclub "Moods" in Zürich. Auf der unter Léandres Namen erschienenen Doppel-CD "At The Le Mans Jazz Festival" (Leo, 2006) waren Les Diaboliques in zwei Tracks mit einer Gesamtlänge von über 33 Minuten zu hören.
2016 fand sich das Trio erneut für Konzerte zusammen. Der Mitschnitt eines Auftritts am 6. Oktober 2016 in Moskau bildete CD 1 des 8-CD-Sets "A Woman’s Work" (Not Two, 2016), die das damals aktuelle Schaffen von Joëlle Léandre abdeckte. Irene Schweizer starb am 16. Juli 2024 im Alter von 83 Jahren in Zürich. 04/26