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Louis Sclavis

  • musicmakermark
  • vor 5 Tagen
  • 5 Min. Lesezeit

Französischer Free Improv/Contemporary Jazz-Bassklarinettist, Klarinettist, Saxophonist, Komponist und Bandleader, geboren am 2. Februar 1953 in Lyon. Er begann im Alter von neun Jahren mit dem Klarinettenspiel. Später absolvierte er das Konservatorium in Lyon.


 

Von 1975 bis 1988 war er Mitglied des Lyoner Musikerkollektivs Association à la Recherche d'un Folklore Imaginaire (ARFI). Dort spielte er in Gruppen wie Workshop de Lyon oder La Marmite Infernale. Als Mitglied letzterer Formationen kam Sclavis auch zu ersten Aufnahmen.

 

Seine erste Aufnahme unter seinem Namen war "Champ De Frigg" (ARFI, 1979), eine Duoaufnahme mit dem Workshop de Lyon-Mitmusiker Jean Bolcato (b, perc, vcl). Seine erste Veröffentlichung als Leader hiess "Ad Augusta Per Angustia" (Nato, 1981) und bestand hauptsächlich aus Solostücken.

 

In einem Track wurde er von Patrick Vollat (p), Alain Rellay (sax), Alain Glbert (tb) und Jean Mereu (tp) begleitet. Im selben Jahr kam die mit Ferdinand Tchangodei (p) realisierte Duo-LP "Ballade Obscure" (Volcanic, 1981) heraus.

 

1982 tat er sich mit Beñat Achiary (vcl), Philippe Deschepper (g), Yves Robert (tb), Michel Doneda (sax), Alain Gibert (tb) und Gérard Siracusa (dm, perc) - alles Musiker aus verschiedenen Regionen Frankreichs - zur Gruppe Tour de France zusammen.

 

Am JazzFest Berlin 1984 war Sclavis anderen wichtigen Improvisatoren aus der ganzen Welt Mitglied des Peter Brötzmann Clarinet Projects. Die Konzertaufnahmen wurden drei Jahre später als "Berlin Djungle" (FMP, 1987) herausgebracht.

 

"Rencontres..." (Nato, 1985) hiess ein Livemitschnitt mit Aufnahmen vom März 1985. Darauf ist Sclavis in zwei verschiedenen Trios zu hören: mit Conrad Bauer (tb) und Günter Sommer (dm, perc, vcl) bzw. mit Gérard Marais (g) und Philippe Deschepper (g).

 

"Clarinets" (Ida, 1985) hiess eine weitere Soloaufnahme. Auch darauf hatte er für je einen Track mit Christian Rollet bzw. Christian Ville (dm, perc) einzelne Musiker ins Studio geholt. 1984 gründete er mit François Raulin (p, key, synth), Dominique Pifarely (vio) Bruno Chevillon (b) und Christian Ville (dm, perc) das Louis Clavis Quintet.


Von dieser und anderen eigenen Gruppen kamen im Laufe der Jahre viele Aufnahmen heraus (siehe Louis Sclavis in eigenen Gruppen). Im Trio mit Heinz Becker (tp, flh) und John Lindberg (b) nahm er "Transition" (FMP, 1988) auf.


1988 tat er sich mit den Klarinettisten Jacques Di Donato und Armand Angster zum Trio de Clarinettes zusammen, von dem eine eigene und eine gemeinsame Aufnahmen mit dem Arcado String Trio erschienen. Am 2. Juli 1988 bildete Sclavis anderen wichtigen Improvisatoren das Cecil Taylor European Orchestra, das in Berlin die Doppel-CD "Alms/Tiergarten (Spree)" (FMP, 1989) einspielte.


Auf der Doppel-CD "Duets, Dithyrambisch" (FMP, 1990) war Sclavis in Duos mit den Klarinettisten/Saxophonisten Hans Koch, Wolfgang Fuchs und Evan Parker zu hören. Mit "Le Partage Des Eaux" (Silex, 1990) erschien eine mit André Ricros (bagpipes) als Co-Leader sowie mit François Raulin (p, synth, melodica, bendir), Alain Gibert (sampl, dm-program), Bruno Chevillon (b) und Christian Ville (dm) eingespielte Aufnahme.

 

"Acoustic Quartet" (ECM, 1994) hiess eine schlagzeuglose Aufnahme mit Dominique Pifarely (vio) als Co-Leader sowie mit Marc Ducret (g) und Bruno Chevillon (b) als Mitmusiker. "Et On Ne Parle Pas Du Temps" (FMP, 1995) war eine Live-Duoaufnahme mit Ernst Reijseger (cello).

 

Mit Jac Berrocal (tp), Vitor Rua (g, sitar, tapes, elect) und Jorge Lima Berreto (p, synth, perc) entstand "Jazz Off Multimedia" (Ananana, 1995). Auf einen Vorschlag des Fotografen Guy Le Querrec unternahmen Louis Sclavis (cl, ss), Henri Texier (b) und Aldo Romano (dm) ab 1990 mehrere Tournee durch afrikanische Länder.

 

Le Querrec hielt die Eindrücke quasi als viertes Gruppenmitglied mit seiner Leica fest. Wieder zu Hause setzten die drei Musiker ihre Eindrücke in Form von drei Alben fest, die zwischen 1995 und 2005 erschienen (siehe Romano, Sclavis, Texier). Zudem  erschien ein Bildband von Le Querrec mit rund 100 Fotos.

 

Später tat sich das Trio Romano/Sclavis/Texier mit Enrico Rava (tp), Nguyên Lê (g) und Bojan Z (p) zu seinem Sextett zusammen, das mit "3+3" ‎(Label Bleu, 2012) ein Album aufnahm.

 

"Danses Et Autres Scènes" (Label Bleu, 1997) enthielt 29 musikalische Miniaturen, die Sclavis für Film und Theater geschrieben und in jeweils kleinen Formationen eingespielt hatte. Insgesamt sind über 10 Musiker zu hören. "Ça Commence Aujourd'hui" (Columbia, 1999) enthielt den Soundtrack von Sclavis zu einem Film von Bernard Tavernier.

 

Später erschienen auf der Doppel-CD "La Moitié Du Monde" (JMS, 2007) und auf der CD " Frontières" (JMS, 2017) weitere Aufnahmen mit Musik, die Sclavis für Film und Theater geschrieben und eingespielt hatte.

 

Die Compilation "Objets Bruts" (Musica Jazz, 1999) bestand aus Stücken diverser Aufnahmen und wurde einer italienischen Jazzzeitschrift beigelegt. Ab den 2000er Jahren war Sclavis Co-Leader bei mehreren Aufnahmen. An seiner Seite spielten Fred Frith, George Lewis, Aki Takase, Ivo Perelman und andere.

 

"Dans la nuit" (ECM, 2002) enthielt die Musik zum gleichnahmigen Stummfilm von Charles Vanel von 1929, eingespielt mit Dominique Pifarely (vio), Vincent Courtois (cello), François Merville (perc, marimba) und Jean-Louis Matinier (acc).

 

Ebenfalls unter Sclavis Namen erschien "Napoli's Walls" (ECM, 2003), inspiriert vom Maler Ernest Pignon-Ernest und seinen Wandmalereien in Neapel. Begleitet wurde Sclavis von Vincent Courtois (cello, elect), Médéric Collignon (p-tp, vcl, horn, perc, elect) und Hasse Poulsen (g).

 

1998 und 2002 spielte er in Kanada mit Dave Douglas (tp) sowie Peggy Lee (cello) und Dylan Van der Schyff (dm, laptop). Nach der zweiten Begegnung entstand im Studio "Bow River Falls" (Koch und Premunition, 2004). "Roman" (FMP, 2005) war eine Duoaufnahme mit Jean-Marc Montera (g, elect).


"L'Engrenage" (Alpha, 2006) sah Louis Sclavis mit dem Saxophonquartett Quatuor Habanera. "L'imparfait des langues" (ECM, 2007) hiess eine weitere eigene Ensembleaufnahme, auf der sich Sclavis von Marc Baron (as), Paul Brousseau (key, sampl, elect, g), Maxime Delpierre (g) und François Merville (dm) begleiten liess.

 

"Lost On The Way" (ECM, 2009) enstand mit Matthias Metzger (ss, as), Maxime Delpierre (g), Olivier Lété (b) und François Merville (dm). Mit Aki Takase (p) nahm er "Yokohoma" (Intakt, 2009) auf. Unter dem Namen von Giovanni Guidi (p), Gianluca Petrella (tb), Louis Sclavis (cl, bcl) und Gerald Cleaver (dm) erschien "Ida Lupino" (ECM, 2016).


Mit dem Barock-Ensemble Amarillis tat sich Sclavis für "Inspiration Baroque" (NoMadMusic, 2016) zusammen. Dabei wurden Stücke von Händel, Telemann, Purcell und solche von Sclavis und anderen gespielt. "Loin Dans Les Terres (Live At Theater Gütersloh)" (Intuition, 2017) zeigt Sclavis bei einem Auftritt im Februar 2017 in Deutschland, begleitet von Sylvain Rifflet (ts, cl), Sarah Murcia (b) und Christophe Lavergne (dm).


Unter den Namen von Sclavis bzw. mit Dominique Pifarely (vio) und Vincent Courtois (cello) als Mitmusiker erschien "Asian Field Variations" (ECM, 2017). Mit Bernard Lubat (p, dm, vcl) spielte er die Duo-CD "Impuls" (Cristal, 2018) ein. Mit Benjamin Moussay (p), Sarah Murcia (b) und Christophe Lavergne (dm) entstanden unter seinem Namen "Characters On A Wall" (ECM, 2019) und "India" (Yorlk, 2025). Mit Moussay allein kam "Unfolding" (ECM, 2024) zu Stande.

 

Weitere Aufnahmen machte er mit Leadern oder Gruppen wie Michel Portal, Lol Coxhill, Steve Beresford, Henri Texier, Ivo Perelman, Chris McGregor's Brotherhood Of Breath, ‎dem Klaus König Orchestra, Trilok Gurtu, Paolo Damiani, Andreas Willers, Anders Kjellberg, Vincent Courtois, Marvelous Band, Valentin Clastrier, Jean-Marc Padovani und anderen.    

 

Dazu war er Gast der Gruppen/Ensembles Amarillis, Carlos Barretto Trio, Koj, Bernard Struber Jazztet und anderen Gruppen. Bei discogs.com steht er mit über 170 Einträgen als Musiker zu Buche.                      04/26

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