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Merzbow

Japanisches Noise-Projekt des am 19. Dezember 1956 in der Präfektur Tokio geborenen Akita Masami. Als Merzbow ist Masami seit 1979 aktiv. Den Projektnamen entlehnte er sich von Kurt Schwitters "Merzbau: The Cathedral Of Erotic Misery" von 1930. Masami spielte zuerst Schlagzeug in einer High School Band, welche Songs von Deep Purple, Led Zeppelin oder den Stones coverte.


Danach bildete er zusammen mit Kiyoshi Mizutani ein Duo, das zwischen Progressive Rock und Free Jazz agierte und später als Trio auftrat. An der Tamagawa University, wo er Kunst studierte, kam er in Berührung mit dem Surrealismus und dem Dadaismus. Das verleitete Akita Masami, auch mit Hilfe von klanglichen und visuellen Effekten zu arbeiten.


Gleichzeitig gründete er sein "Lowest Music & Arts"-Label, mit dem er seine Musik via Postversand unter die Leute brachte. Er benützt für die Klangerzeugung die diversesten elektronische Geräte wie Kassetten- und DAT-Geräte, Filter, Ring-Modulatoren, Hoch- und Tieftonfrequenzgeräte, Synthys, Thermine, Generatoren und andere.

Die erste Mail-Art-Kassette erschien 1980 und hiess "Metal Acoustic Music" (Lowest Music & Arts). Es folgten im selben Jahr und im Jahr danach auf seinem eigenen Label mehrere weitere Kassetten. Danach kam Merzbow's erste LP auf den Markt, "Material Action 2 N.A.M." (Eastern Works/Lowest Music & Arts Chaos, 1983). Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem langjährigen musikalischen Partner Kiyoshi Mizutani (tapes, synth, vio, noise).


Von Merzbow erschienen im Laufe der Jahre fast 700 Aufnahmen in allen Formaten. Darunter befanden sich auch mehrere umfangreiche Sets sowie mehrere Compilations. Unter dem Titel "Pornoise 1 KG" (ZSF Produkt, 1987) wurden fünf frühe und damals nur via Mail-Order erhältliche Kassetten zusammengefasst. Von diesem Set erschienen nur 30 Stück.


Mit Emil Beaulieau und Due Process teilte sich Merzbow das 5-LP-Set "5th Anniversary Boxset Thing" (RRRecords, 1989). Merzbow war auf LP 5 mit zwei je seitenfüllenden Duo-Tracks zusammen mit Due Process zu hören. Die Doppel-CD "Batztoutai With Material Gadgets (De-Composed Works 1985~86)" (RRRecords, 1993) bestand aus Fake-Electro Acoustic Music.


CD 1 war davor schon einzeln in Form einer Doppel-LP (RRRecords, 1986) erschienen und bestand offenbar aus Collagen von Material von Klassiklabels wie "Wergo", "Deutsche Grammophon", "INA-GRM" und anderen. "Metalvelodrome (Exposition Of Electro-Vivisection)" (Alchemy, 1993) enthielt auf 4 CD Live-Tracks sowie bereits auf anderen Aufnahmen veröffentlichte Stücke.


2000 erschien die nicht weniger als 50 CD umfassende "Merzbox" (Extreme) mit einem Überblick über das Schaffen zwischen 1979 und 1997. 20 der 50 CDs enthielten bis zu diesem Zeitpunkt noch nie veröffentlichtes Material. Dazu kamen ein Poster, eine CD-ROM, das Buch "The Pleasuredome Of Noise" von Brett Woodward und andere Memorabilia.


Die in 1000 Exemplaren hergestellte "Merzbox" hätte schon 1997 zum zehnjährigen Jubiläum des "Extreme"-Labels erscheinen sollen, doch Produktionsprobleme liessen die Veröffentlichung immer wieder hinauszögern. Als Appetizer war schon drei Jahre zuvor die CD "Merzbox Sampler" (Extreme, 1997) auf den Markt gebracht worden.


Die 4-CD-Box "24 Hours-A Day Of Seals" (Dirter Promotions, 2002) zeigte Merzbow in aktuellen Aufnahmen vom gleichen Jahr. "Timehunter" (Ant-Zen, 2003) war der Titel eines Sets mit vier Mini-CD. Die Doppel-CD "Ikebana: Merzbow's Amlux Rebuilt, Reused And Recycled" (Important, 2003) stellte eine Remix-Version des Albums "Amlux" (Important, 2002) dar.


Die Neubearbeitungen stammten von DJ Spooky, DJ/rupture, Plug, Alec Empire, Kim Hiorthoy, Nau-Zee-auN, Bola, Kurt Weisman, Atom™, Custom Drummer, Raub Roy, Abstinence, Instavoid, Masami Akita selber, Negativland, Hrvatski, Mouse On Mars, Cornelius, Jack Dangers, Freiband, E.A.R./Sonic Boom, KK Null, Staalplaat Sound System, Makoto Kawabata, Nobukazu Takemura, Lasse Marhaug, Kim Cascone, John Wiese und Zipperspy.


"Last Of Analog Sessions" (Important, 2004) war ein 3-CD-Set mit den letzten Aufnahmen, die Merbow mit analogen Instrumenten, zum Beispiel mit einem EMS-Synthi, gemacht hatte. Die drei Einzel-CD hiessen "Catapillar" (1997), "Medamaya" (1998) und "Springharp" (1999). Über sechs CDs erstreckte sich "Houjoue" (Dirter Promotions, 2005), Vier CDs stark war "Turmeric" (Blossoming Noise, 2006).


"13 Japanese Birds Parts 1-13" (Important, 2010) enthielt sämtliche 13 Alben, die unter dem Obertitel "Japanese Bird" einzeln erschienen waren. 12 CD oder 15 LP umfasste "Merzbient" (Soleilmoon, 2010) mit mehr oder weniger ambientnahen Aufnahmen. Compilation-Beiträge wurden auf der Triple-CD "Another Merzbow Records" (Dirter Promotions, 2010) zusammengefasst.


Unter dem Titel "Merzphysics" (Youth Inc., 2012) wurden auf zehn CDs unveröffentlichtes Material aus den Jahren 1993 bis 1995 zugänglich gemacht. Die Fortsetzung davon war das ebenfalls zehn CDs umfassende Set "Merzmorphosis" (Youth Inc., 2012) mit bisher unveröffentlichtem Material aus den Jahren 1995 bis 1997.


Im Boxset "Lowest Music & Arts 1980-1983" (Vinyl-on-demand, 2012) fanden sich 9 LP und eine 7"-Single mit bereits früher heraus gebrachtem Material sowie einer zehnten LP bislang unbekannte Aufnahmen. Alle Aufnahmen mit der holländischen Gruppe Kapotte Muziek wurden unter dem Titel "Works 1987-1993" (Korm Plastics, 2012) auf einer Triple-CD zusammengefasst.


"Duo (Masami Akita & Kiyoshi Mizutani Selected Studio Sessions 1987-89)" (Tourette, 2013) enthielt auf zehn CDs Duoaufnahmen von Ende der 1980er Jahre. Unter dem Titel "Strange City" (Cold Spring, 2016) wurden Aufnahmen veröffentlicht, auf denen Merzbow Archivmaterial von Sun Ra bearbeitete und neu zusammensetzte.


Ab 2018 kamen beim japanischen Label "Slowdown Records" Dutzende von Boxsets heraus, die fünf, sechs oder mehr CD mit bereits veröffentlichtem Material enthielten. Darunter befanden sich als besonders umfangreiche Sets die "10x6=60CDBox" (2021) und die " 35CD BOX" (2022). ‎


Merzbow realisierte Dutzende von Aufnahmen mit anderen Musikerinnen, Musikern oder Bands aus verschiedensten Bereichen der experimentellen Musik. Dazu kamen Dutzende von Splitaufnahmen. 08/23

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