Französische Komponistin, die vor allem im elektro-akustischen Bereich und in der Musique concrète tätig ist, geboren am 9. August 1943 in Cannes. Sie stammt aus einer Musikerfamilie.
Als sie im Alter von 22 Jahren Pierre Schaeffers Buch "À la recherche d’une musique concrète" las, entschloss sie sich, Komposition zu studieren. Nach Studien in Harmonielehre, studierte sie bei Michel Puig, einem Schüler von René Leibowitz, Komposition und Analyse im Sinne der Prinzipien von Arnold Schönberg.
Ab September 1970 belegte sie einen zweijährigen Kurs bei Pierre Schaeffer. Gleichzeitig war sie Mitglied einer Forschungsgruppe, studierte Computermusik an der Fakultät in Vincennes. Dazu war sie Schülerin von Eliane Radigue.
Zwischen 1972 und 1984 schrieb sie mehrere Werke, die allerdings erst später auf Schallplatten erschienen. Sie schrieb auch Musik für Fernsehen, Theater und Tanz und arbeitete mit Choreographen wie Hideyuki Yano, Marceline Lartigue und Bernardo Montet zusammen.
Erstmals auf einer Schallplatte vertreten war Michèle Bokanowski mit ihrem Werk "Tabou" (1984), das 1992 im Rahmen der Serie "Cinéma pour l’oreille" des Labels "Metamkine" auf einer Mini-CD erschien. Bei den Aufnahmen wirkten neben Michèle Bokanowski (org) auch noch Régis Pasquier (vio) sowie Debbie Berg, Peggy Frankston und Tom Berg (vcl) mit.
Zehn Jahre später erschien in der selben Serie auch die aus den Jahren 1999/2000 stammende Komposition "L'Etoile Absinthe" (Metamkine, 2002). "Cirque" (Empreintes DIGITALes, 1995) enthielt das gleichnamige Werk von 1994.
1976 komponiert und aufgenommen, aber erst später auf einer CD-EP veröffentlicht, wurde das Werk "Trois Chambres D'Inquiétude" (Elevator Bath, 2000). Die CD "L'Ange" (trAce, 2003) enthielt den Soundtrack zum gleichnamigen Experimental-Film ihres Ehemannes Patrick Bokanowski aus dem Jahre 1980.
Als Musiker wirkten Philippe Muller (cello), Philippe Drogoz (b) und Régis Pasquier (vio, viola) mit. Für Kurzfilme ihres Ehemannes schrieb sie weitere Soundtracks, die einzeln erschienen und später auf der Doppel-CD "Musique De Courts Métrages" (Invisibilia Editions, 2021) zusammengefasst wurden.
1973/1974 war die Komposition "Pour Un Pianiste" für Klavier, präpariertes Klavier und Tonband entstanden, die später in einer Interpretation von Gérard Frémy (p) auf einer CD-EP (trAce, 2005) erschien.
Weitere Alben hiessen "Michèle Bokanowski" (trAce, 2009), "L'Étoile Absinthe/Chant D'Ombre" (Optical Sound, 2010), "Cirque/Enfance" (Motus, 2014), "La Plage" (Canti Magnetici und Invisibilia Editions, 2019) und "Rhapsodia/Battements Solaires" (Recollection GRM und Editions Mego, 2021).
Das 4-CD-Boxset "Musiques de Concert" (Sonoris, 2023) enthielt ihre Orchesterwerke. Die meisten davon waren davor auf Schallplatten veröffentlicht worden. Erstmals waren die beiden Stücke "Cadence" (2019) und "Elsewhere" (2019/2020) auf einer Schallplatte vertreten. 08/26