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Norbert Stein

  • musicmakermark
  • 26. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Deutscher Jazz-Tenorsaxophonist, Komponist und Bandleader, geboren 1953. Er studierte von 1973 bis 1979 Saxophon an der Hochschule für Musik Köln. Er war Mitglied der Gruppen Boury, no Nett und Headband. Danach gründete er eigene, personell recht beständige Gruppen.



Dafür entwickelte er, aufbauend auf der Pataphysik des Schriftstellers Alfred Jarry, sein Konzept der sogenannten Pata-Musik. Die Musik soll einen Fluss geben, das heisst sie soll in Bewegung sein, aber nicht in Hektik, sondern mit Stetigkeit, auch bei wechselnden Tempi.


Sie muss sich nicht in idyllischen Landschaften aufhalten, soll aber beim Hörer emotional die Bereitschaft erzeugen, sich mitnehmen zu lassen. Er schafft in seinen Kompositionen sogenannte "inszenierte Räume". Er vergibt den einzelnen Instrumentalisten Stimmungen, innerhalb derer sie sich solistisch frei bewegen können. Die Stücke sind eine Balance zwischen ausgefeilten Arrangements und viel Spielraum für Spontanität und Interaktivität.

 

Er leitete/leitete diverse, zeitlich meist nebeneinander bestehende Gruppen. Die erste war ab Ende der 1980er Jahre die Grossformation Pata Orchester. Von ihr erschienen "Die 5 Tage" (JHM, 1987), "Die wilden Pferde der armen Leute" (JHM, 1990), "Ritual Life" (JHM, 1991) und "The Secret Act Of Painting" (Pata, 1993).

 

Als Pata Trio nahm Stein (ts, ss) mit Hennes Hehn (ts, ss, cl) und Reinhard Kobialka (dm) "Lucy und der Ball" (JHM, 1988) auf. Pata Masters hiess eine weitere Gruppe, die zuerst aus Stein, Michael Heupel (div fl), Reiner Winterschladen (tp, kalimba) und Klaus Mages (dm slit-dm, perc berimbau) bestand.

 

In dieser Besetzung entstand "Blue Slit" (Pata, 1994). Mit Horst Grabosch an Stelle von Winterschladen wurde "Graffiti" (Pata, 1996) realisiert. Begleitet von weiteren Besetzungswechseln erschienen von den Pata Masters "Pata Maroc" (Pata, 1999), "Live In Australia" (Pata, 2002) und "Pata Java" (Pata, 2004), letztere mit dem achtköpfigen Gamenlanorchester Kuta Etnika aus Indonesien.

 

Pata Horns bestanden auf "New Archaic Music" (JHM, 1990) und "Talking People" (JHM, 1992) aus den Bläsern Norbert Stein (ts, ss), Andreas Gilgenberg (as, ss, div cl, picc), Achim Fink (tb, tuba, euph) und Joachim Gellert (tb, b-tb, tuba). "Pata Blue Chip" (Pata, 2000) war eine Solo-CD-EP von Stein (elect).

 

Der Gruppennamen Pata Music wurde für Begegnungen mit dem französischen Musikerkollektiv ARFI (Association à la Recherche d’un Folklore Imaginaire) verwendet. Dabei entstand unter der Beteiligung von 19 Musikern die Doppel-CD "News Of Roi Ubu" (Pata, 1997).

 

Die zweite dieser gemeinsamen Aufnahmen hiess "La Belle Et La Bête = Die Schöne und das Biest" (Pata und ARFI, 2000) und enthielt die entsprechende Kindergeschichte, je nach CD-Version in deutsch oder in französisch, untermalt von sechs Musikern.

 

Auf "Pata Bahia" (Pata, 1998) ist die musikalische Begegnung von deutschen und brasilianischen Musiker dokumentiert. Die Aufnahme kam unter Steins Namen heraus. Pata Generators hiess eine mittelgrosse Gruppe, von der "Code Carnival" (Pata, 2005) und "Direct Speech" (Pata, 2008) erschienen.

 

Die Doppel-CD "Graffiti Suite" (Pata, 2006) enthielt Musik, gespielt von der NDR Big Band unter der Leitung von Stein, der auch die Musik komponiert hatte. Vom Quartett Pata, Horns & Drums mit Stein (ts), Michael Heupel (fl), Nikolao Valiensi (euph) und Christoph Haberer (dm) erschien "Silent Sitting Bulls" (Pata, 2010).     

 

"Pata On The Cadillac" (Pata, 2012) zeigte Stein als Leiter eines Oktetts, bestehend aus dem Quartett Pata, Horns & Drums mit Ryan Carniaux (tp), Georg Wissel (as), Albrecht Maurer (vio) und Joscha Detz (b) als weitere Musiker.

 

Die erste Aufnahme der Pata Messengers hiess "Play Rainer Maria Rilke - Das Karussell" (Pata, 2015) und zeigte Stein mit Nicola Hein (g), Joscha Oetz (b) und Etienne Nillesen (dm). Die Rilke-Texte wurden von Ingrid Noemi Stein gelesen.

 

Die EP "Friends And Dragons" (Pata, 2016)  und das Album "We Are" (Pata, 2017) waren zwei weitere Aufnahmen dieser Gruppe ohne Text. "Pata Polaris" (Pata, 2023) zeigt Stein (ts) mit Nicolao Valiensi (euph) und Michael Heupel (fl).

 

"Pata Kandinsky" (Pata, 2024) enthielt eine Suite in 6 Sätzen für 12-köpfiges Orchester. "Planetentocher" (Pata, 2025) war eine weitere Aufnahme als Pata Trio mit Uwe Oberg (p) und Jörg Fischer (dm) als weitere Mitglieder.

 

Stein war zudem Mitglied der Gruppen Kölner Saxophon Mafia, Kölner Jazz Haus Big Band, Klaus Lenz Jazz & Rock Machine und James Choice Orchestra. Er wirkte bei Aufnahmen von Michael Sell und Jan Reimer mit und wurde für eine Einspielung von Musik von Karlheinz Stockhausen beigezogen.                                                                               12/25

 

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