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Pearl Jam

musicmakermark
vor 1 Stunde
5 Min. Lesezeit

Amerikanische Hard und Alternative Rock/Grunge-Band, gegründet 1990 in Seattle, Washington, von Stone Gossard (g) und Jeff Ament (e-b). Die beiden Musiker hatten zuvor bei Green River und Mother Love Bone zusammen gespielt.


 

Nach dem Herion-Tod des Mother Love Bone-Leadsängers Andrew Wood versuchten Gossard und Ament ein neue Band auf die Beine zu stellen. Sie machten Demoaufnahmen, die via Jack Irons von den Red Hot Chili Peppers den Weg nach San Diego, California, zum Bad Radio-Sänger Eddie Vedder fanden.

 

Dieser arbeitete zu jener Zeit als Tankwart und hörte sich die Bänder während seiner Nachtschicht an. Er schrieb Texte zu den Instrumentals und ergänzte das Demo mit seinem Gesang. Gossard und Ament waren dermassen angetan, dass sie Vedder als Sänger engagierten.

 

Seinen ersten Einsatz hatte er allerdings in der Band Temple Of The Dog, die Gossard und Ament zusammen mit Chris Cornell (vcl) und Matt Cameron (dm) von Soundgarden sowie mit Mike McCready (g) von Shadow auf die Beine gestellte hatten, um ein gleichnamiges, aber erfolgloses Album (A&M, 1991) einzuspielen.  Vedder wirkte dabei als Background-Sänger mit.

 

Danach komplettierten Gossard und Ament das Lineup neben Vedder noch mit Mike McCready (g) und mit Dave Krusen (dm). Zuerst hiess die Band Mookie Blaylock, änderte aber dann ihren Namen in Pearl Jam ab. Noch vor den Aufnahmen zum ersten Album "Ten" (Epic, 1991) machte Krusen Matt Chamberlain (dm) Platz. "Ten" verkaufte sich zuerst schleppend.

 

Als dann aber das Nirvana-Album "Nevermind" (DGC, 1991) wie eine Bombe einschlug, verkaufte sich auch das Pearl Jam-Debutalbum allein in den USA 13 Millionen Mal. Dazu kamen weltweit weitere Verkäufe in Höhe von mehreren Millionen Stück.

 

In den Billboard 200 stand "Ten" auf Platz 2. Von den vier Singles kam nur eine in die Billboard Hot 100. Es war dies "Jeremy" auf Platz 79.Später wurde "Ten" in vier verschiedenen Versionen (alle Sony, 2009) wiederveröffentlicht.

 

Pearl Jam steuerte zum Film-Soundtrack "Judgement Night" (Epic, 1993) einen Track bei. Pearl Jam spielte mit Cypress Hill. Dabei kam es zu weiteren Kombinationen von Hardcore-Bands mit Rappern.

 

Sonic Youth tat sich ebenfalls mit Cypress Hill zusammen, Biohazard mit Onyx, Faith No More mit Boo-Yaa T.R.I.B.E., Living Colour mit Rund DMC, Slayer mit Ice-T, Mudhoney mit Sir Mix-A-Lot, Teenage Fan Club mit De La Soul, Dinosaur Jr mit Del Tha Funkee Homosapiens, Therapy? mit Fatal und Helmet mit House Of Pain.

 

Mit Dave Abbruzzese (dm) als neuen Drummer entstanden die beiden folgenden Pearl Jam-Alben "Vs." (Epic, 1993) und "Vitalogy" (Epic, 1994), die sich beide weltweit mehrere Millionen Mal verkaufen und an der Spitze der Billboard 200 sowie vieler anderer Ländercharts standen.

 

Auf "Vitalogy" hatte die Band einen etwas rauheren Ton angeschlagen. Nach dem Selbstmord von Nirvana-Sänger Kurt Cobain im April 1994 avancierte Pearl Jam zur Grunge-Band Nummer eins. Die Band sträubte sich trotz ihres Superstarstatus gegen die Kommerzialisierung ihrer Arbeit.

 

Pearl Jam zog sich von der Szene zurück, veröffentlichte keine Musikvideo mehr, gab keine Interviews mehr und zettelte einen Rechtsstreit mit dem amerikanischen Konzertkarten-Unternehmen Ticketmaster an.

 

Es vergingen zwei Jahre, bis mit "No Code" (Epic, 1996) das vierte Album von Pearl Jam auf den Markt kam. Für Abbruzzese, der Pearl Jam schon während den Aufnahmen von "Vitalogy" verlassen hatte, sprang Jack Irons (dm) von den Red Hot Chilli Peppers ein.

 

Trotz der Pause seit "Vitalogy" war auch "No Code" ein Millionenseller und das dritte Nummer-1-Album in den USA in Folge. Dazwischen hatte Pearl Jam auch als Backing-Band für Neil Young und dessen Album "Mirror Ball" (Reprise, 1995) agiert.


Nach einer weiteren längeren Pause meldete sich Pearl Jam mit "Yield" (Epic, 1998) zurück. Das Album verkaufte sich erneut millionenfach, doch es reichte in den Billboard 200 nur noch für Platz 2. Danach musste Jack Irons wegen gesundheitlichen Problemen aufhören. Nächster Schlagzeuger wurde Matt Cameron von Soundgarden, ebenfalls ein alter Bekannter der Band.

 

Er spielte auf "Life On Two Legs" (Epic, 1998), der ersten Live-Aufnahme der Band, sowie auf dem Studioalbum "Binaural" (Epic, 2000) mit. Letzteres stellte ein weiteres Nummer-2-Album in den Billboard 200 dar. Am 23. Mai 2000 startete Pearl Jam im Estadio do Restelo in Lisabon zu einer Welttournee.

 

Sämtliche 145 Konzerte wurden als Livemitschnitte von "Epic" als so genannte offizielle Bootlegs auf den Markt gebracht. Die 25 Pearl Jam-Konzerte, die bis zum 29. Juni 2000 in Europa aufgezeichnet worden waren, erschienen noch im Verlaufe des Jahres 2000.

 

Beim Auftritt am Roskilde-Festival in Dänemark kam es zu einer Katastrophe, als neun Fans bei einer Drängelei getötet werden. Weitere 47 Konzerte, die zwischen dem 3. August und dem 6. November 2000 in den USA gegeben wurden, kamen 2001 als CDs auf den Markt.

 

Nach einem knapp zweieinhalbjährigen Unterbruch und der Studio-CD "Riot Act" (Epic, 2002), einem Nummer-5-Album in den Billboard 200, ging's am 16. Februar 2003 in Adelaide in Australien weiter. Von den 73 Konzerten, die bis zum 18. Juli in Australien, den Vereinigten Staaten, Mexico, Japan und Kanada absolviert wurden, erschienen 2003 ebenfalls Mitschnitte.

 

Dazwischen fand Pearl Jam Zeit, mit "Lost Dogs" (Epic, 2003) ein Album mit Single-B-Seiten, Compilation-Tracks oder noch unveröffentlichten Songs zusammenzustellen. Nach der Live-Serie kam mit "Live At Benroya Hall" (RCA, 2004) der Mitschnitt eines halb-akustischen Auftritts der Gruppe von 2003 auf den Markt.


Mit "Rearviewmirror (1991-2003)" (Epic, 2004) erschien auch eine erste umfassende Compilation und mit der Doppel-CD "Live At Benaroya Hall" (BMG, 2004) eine weitere Liveaufnahme. Mit "Pearl Jam" (Sony, 2006) meldete sich die Gruppe erstmals nach vier Jahren wieder mit einem Studio-Album zurück, eingespielt immer noch in der selben Besetzung.


Die Verkäufe waren immer noch hoch, erreichten aber nicht mehr jene Mengen wie Anfang der 1990er Jahre. "Pearl Jam" schaffte es aber auf Platz 2 der Billboard 200. "Live At The Gorge 05/06" (Warner, 2007) bestand aus den Mitschnitten dreier Konzerte, verteilt auf 7 CDs.


Die Europa-Tournee 2007 wurde nicht aufgezeichnet. Dennoch erlaubt Pearl Jam den Konzertbesuchern, ihre Auftritte jeweils mitzuschneiden. Mit "Live At Lollapalooza 2007" (2007) kamen weitere Liveaufnahmen heraus, allerdings nur in digitaler Form.


Von 2008 an liess Pearl Jam die Konzerte erneut wieder mitschneiden und veröffentlichen. "Backspacer" (Monkreywrench, 2009) war ein neues Studioalbum, das vierte der Band auf Platz 1 der Billboard 200.

 

"Live On Ten Legs" (Monkeywrench, 2011) hiess ein Live-Album mit Aufnahmen aus den Jahren 2003 bis 2010. "Twenty" war der Titel eines Konzertfilms über Pearl Jam, der sowohl in audio-visueller Form (DVD, Blu-ray), als auch in Audio-Formaten als Triple-LP oder Doppel-CD (Columbia und Monkeywrench, 2011) erlebt werden konnte.

 

Im Rahmen der "Vault#"-Serie wurden zwischen 2011 und 2019 neu weitere Livemitschnitte angeboten. Dazwischen war das zehnte Studioalbum "Lightning Bolt" (Monkeywrench, 2013) zugleich das fünfte der Band auf Platz 1 der Billboard 200.

 

Die LP "Live At Third Man Records" (Third Man, 2016) zeigt die Band bei einem Unplugged-Auftritt im Schallplattenladen von Jack White in Nashville. Im selben Jahr wurde auch das Nebenprojekt Temple Of The Dog reaktiviert und die einzige Aufnahme von 1991 wiederveröffentlicht.

 

Es folgten weitere Livemitschnitte von Pearl Jam, die teilweise auch zu umfangreichen Boxsets vereint wurden. Mit "Gigaton" (Monkeywrench, 2020) meldete sich die Band nach sieben Jahren Unterbruch wieder einmal mit einem Studioalbum zurück.

 

In den Billboard 200 reichte es immer noch zu Platz 5. Dort landete auch das nächste Album "Dark Matter" (Monkeywrench, 2024). Mehrere der Pearl Jam-Musiker veröffentlichten Aufnahmen unter ihren eigenen Namen oder waren Mitglieder anderer Projekte. Dies gilt vor allem für den Sänger Eddie Vedder.     09/26

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