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Porter Wagoner

  • musicmakermark
  • vor 5 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Amerikanischer Country-Singer/Songwriter, geboren am 12. August 1927 in West Plains, Missouri. Er wuchs mit seinen Geschwistern in ärmlichen Verhältnissen auf einer Farm in den Ozark Mountains auf. Die Familie hörte am Wochenende Countrysender im Radio, am Samstag regelmässig die Grand Ole Opry aus Nashville.


 

Hin und wieder fuhr die Familie auch zu Country-Unterhaltungsshows in die nahegelegene Stadt West Plains, wo Wagoner unter anderem mehrfach den Bluegrass-Musiker Bill Monroe live sah. Weil sein Vater an Arthritis litt, musste Porter Wagoner bereits als Teenager auf dem Feld helfen.

 

Als dann auch noch der Bruder starb, gab die Familie den Hof auf und zog nach West Plains. Dort verdiente Wagoner mit diversen Aushilfsjobs Geld, um die Familie zu unterstützen. Er arbeitete unter anderem als Gehilfe eines Fleisch- und Wurstwarenhändlers. In seiner Freizeit spielte er Country-Songs auf der Gitarre.

 

Sein Chef wurde auf sein Talent aufmerksam, als er bei der Arbeit sang, und vermittelte ihn an den lokalen Radiosender KWPM. Bald wurden die Shows seiner ersten Band The Blue Ridge Boys live aus dem Fleischerladen übertragen.

 

1951 wurde er von der Radiostation KWTO in Springfield, Missouri, angeheuert. Anfang der 1950er Jahre wurde Red Foley auf das Talent aufmerksam und verschaffte Wagoner einen Platz in seiner Ozark-Jubilee-Show, die sowohl vom Radio als auch vom Fernsehen übertragen wurde. 

 

1951 wurde Wagoner von "RCA" unter Vertrag genommen. Wagoners erste Singles waren nicht erfolgreich, aber Produzent Steve Sholes bewies Geduld. Mit "Company's Comin" (RCA Victor, 1954) hatte Wagoner einen ersten Top-10-Hit bei den Country-Singles. "A Satisfied Mind" (RCA Victor, 1955) war im Jahr darauf seine erste Nummer-1-Country-Single.

 

Diese Songs fanden sich auch auf dem ersten Album "Satisfied Mind" (RCA Victor, 1956), das nicht in die Charts kam. 1957 zog Wagoner nach Nashville, wo er sich der Grand Ole Opry anschloss. Sein geradliniger Honky Tonk kam an.


Er wurde dort bald zu einem der beliebtesten Stars. Viele seiner Singles fanden den Weg in die Country-Charts. Sein Erfolg beim Publikum brachte ihm 1960 eine eigene Fernsehshow ein, die Porter Wagoner Show, die zu einer der beliebtesten Shows der 1960er Jahre und zeitweilig von mehr als hundert Sendern in ganz Nordamerika übertragen wurde.

 

Mit "Misery Loves Company" (RCA, 1962) hatte Wagoner seinen zweiten Nummer-1-Hit bei den Country-Singles. Bis 1983 brachte er viele weitere Singles in die Country-Charts, zwei davon - "The Carroll County Accident" (RCA Victor, 1968) und "Charley's Picture" (RCA Victor, 1971) - auch auf hintere Ränge der Billboard Hot 100.

 

Von seinen vielen Alben schafften es mehrere in die Charts, einige davon sogar unter die Top-10 der US-Country-Alben. "The Cold Hard Facts of Life" (RCA Victor, 1967) auf Platz 199 und "The Carroll County Accident" (RCA Victor, 1969) auf Platz 161 fanden auch den Einzug in die Billboard 200.

 

Seine Gesangspartnerin bis 1967 war Norma Jean, die durch die damals unbekannte Sängerin Dolly Parton ersetzt wurde. Das Duo hatte sofort Erfolg und veröffentlichte 13 gemeinsame Studioalben sowie 21 Singles und mehrere Compilations (siehe Porter Wagoner und Dolly Parton).

 

Schon 1968 wurden Wagoner und Parton bei den CMA Awards unter anderem als "Vocal Duo of the Year" ausgezeichnet. Wagoner, dessen Plattenverkäufe seit längerem rückläufig waren, gelangte damit wieder in die oberen Bereiche der Country-Charts.

 

Bis 1981 hatten die beiden 20 Singles in den Country-Charts, darunter mit "Please Don't Stop Loving Me" (RCA Victor, 1974) einen weiteren Nummer-1-Hit. Dolly Parton versuchte sich bald von dem in die Jahre gekommenen Wagoner zu lösen.

 

Dies mündete in eine juristische auseinandersetzung. 1974 kam es zur Trennung, aber einige Jahre lang wurden noch gemeinsame Schallplatten veröffentlicht. Während Dolly Parton noch lange nicht auf dem Höhepunkt ihrer Karriere war, ging es für Porter Wagoner danach nur noch bergab.

 

Porter Wagoner hatte ohne seine Gesangspartnerin und Autorin keine grossen Hits mehr. 1981 lief seine Fernsehshow aus, wenig später verlor er seinen Schallplattenvertrag. Der Versuch eines Neuanfangs beim Label "Warner Brothers" schlug fehl.

 

Mittlerweile hatte er sich als erfolgreicher Geschäftsmann und Investor einen Namen gemacht. Er absolvierte weiterhin Auftritte und war in der Country-Szene hoch geachtet. 2002 wurde Wagoner in die Country Music Hall of Fame gewählt.

 

2007 erschien das von Marty Stuart produzierte Album "Wagonmaster" auf dem Independent-Label "ANTI-Records". Es sollte Wagoners Musik, ähnlich wie das Spätwerk von Johnny Cash, einem jungen, rockorientierten Publikum nahebringen.

 

Noch im Sommer 2007 eröffnete er im Madison Square Garden in New York ein Konzert der White Stripes. Porter Wagoner starb am 28. Oktober 2007 in Nashville, Tennessee, 80-jährig an Lungenkrebs. Er hinterliess ein Oeuvre von an die 100 Singles und über 50 Alben. Dazu kamen Dutzende von offiziellen und inoffiziellen Compilations.     03/26

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