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Professor Longhair

  • musicmakermark
  • 15. Jan.
  • 3 Min. Lesezeit

Amerikanischer Boogie Woogie- und R&B-Sänger, Pianist und Komponist, geboren am 19. Dezember 1918 in Bogalusa, Louisiana als Henry Roeland Byrd. Ab seinem zweiten Lebensjahr lebte der später Professor Longhair oder Fess genannte Musiker in New Orleans.


 

Seine Mutter Ella Mae Byrd spielte in Jazz-Bands Piano und förderte schon früh das musikalische Talent ihres Sohnes. Geld verdiente sich Henry als Jugendlicher mit Strassen-Steptanz sowie mit einem Werbesong für Schlangenöl-Medizin.

 

Sein erstes Klavier fand er angeblich im Sperrmüll, diverse Tasten fehlten, was Henry nicht vom Spielen abhielt. Später arbeitete er als Koch, kurzzeitig auch als Boxer, und immer wieder betätigte er sich als Kartenspieler.

 

Um 1937 fand er als Pianist und Gitarrist erstmals ein grösseres Publikum. Er spielte vor Arbeitskollegen. Beeinflusst war sein Spiel damals vom Boogie-Woogie des kreolischen New Orleans-Musikers Tuts Washington (1907–1984). Longhair diente im Zweiten Weltkrieg bis 1943 in der US-Army.

 

Ab 1947/48 nahm seine Laufbahn als Profimusiker Konturen an. Er trat im "Caledonia Club" in New Orleans auf und erhielt dort auch seinen Künstlernamen. Seine Band Professor Longhair & The Four Hairs verdrängte die Combo des Bandleaders Dave Bartholomew, wo Fats Domino Mitglied war.

 

1949 nahm Longhair seine ersten Schallplatten auf, unter anderem die Songs "She Ain’t Got No Hair", "Bye Bye Baby", "Professor Longhair’s Boogie" und "Mardi Gras in New Orleans" für das "Star Talent"-Label. Seine Begleitband nannte sich damals The Shuffling Hungarians.

 

1949 spielte er für "Atlantic" unter dem Gruppennamen Professor Longhair & His New Orleans Boys weitere Songs ein. Zwei weitere Titel erschienen unter dem Gruppennamen "Bald Head" Byrd & His New Orleans Rhythm. In die R&B-Charts gelangte er allerdings erst 1950 als Roy Byrd & His Blues Jumpers mit "Bald Head".

 

Die Schellack-Schallplatte erschien bei "Mercury Records" und war auf Platz 5 Longhairs einziger nationaler R&B-Hit. Es folgten weitere Sessions für "Mercury" (1950), "Wasco" (1950) und "Federal" (1951). In New Orleans und in Louisiana wurde Fess aber schnell zu einer Musikgrösse.

 

Sein Mambo-Rumba-Boogie-Stil beeinflusste alle Mardi Gras-Musiker, die nach ihm kamen, wie Dr. John oder Allen Toussaint. Dabei spielte der Professor mit einer Hand Boogie-Woogie Bassläufe, synkopierte mit der anderen und sang dazu in seinem unverkennbaren Stil, der auch Elvis Presley inspiriert haben soll.

 

In seiner Musik waren, neben den Rhythmen der Karnevalsparaden und des Zydeco, auch karibische Einflüsse in For von Calypso-Klängen vorhanden. 1953 nahm Longhair für "Atlantic" seinen bekannten Song "Tipitina" auf.

 

1959 folgte eine neue Version von "Mardi Gras In New Orleas". Es handelte sich um jene Version des Songs, die seither regelmässig beim Karneval in New Orleans erklingt. Nach Mitte der 1960er Jahre ging es für Fess aber einige Jahre bergab. Er musste als Hausmeister arbeiten, fegte Plattenläden aus oder versuchte sich wieder beim Kartenspiel.

 

Zudem verlor er eines seiner Kinder durch ein Gewaltverbrechen. Zu Beginn der 1970er Jahre wurde Professor Longhair wiederentdeckt und mit Aufnahmen gefördert. Die LP "New Orleans Piano" (Atlantic, 1972) enthielt Songs, die er 1949 und 1953 eingespielt hatte.

 

Mehr oder weniger aktuelle Aufnahmen enthielten "Rock 'N' Roll Gumbo" (Blue Star, 1974), "Live On The Queen Mary" (Harvest,1978), "Crawfish Fiesta" (Alligator, 1980) und "The London Concert" (JSP, 1981). Danach erschienen eine Reihe von historischen Aufnahme, wie die Song-Sammlung "Mardi Gras In New Orleans 1949-1957" (Nighthawk, 1981).

 

Die Doppel-LP "The Last Mardi Gras" (Atlantic, 1982) enthielt Liveaufnahmen, die am  3. und 4. Februar 1978 im "Tipitina Club" In New Orleans mitgeschnitten worden waren. "Mardi Gras In New Orleans: Live 1975 Recording" (Krazy Kat, 1982) war drei Jahre davor bei einem Konzert im Hamburg entstanden.

 

"House Party New Orleans Style - The Lost Sessions 1971-1972" (Rounder, 1987) bestand aus Aufnahmen, die er kurz nach seiner Wiederentdeckung realisiert hatte. Weit über seinen Tod hinaus erschienen viele weitere Aufnahmen. Professor Longhair war am 30. Januar 1980 in New Orelans verstorben. Nachträglich erschienen mehrere Compilations, viel davon in Form von Doppel-CDs.                                                        01/26

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