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Radu Malfatti

  • musicmakermark
  • 26. Dez. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Österreichischer Posaunist, Elektronik-Musiker und Komponist, geboren am 16. Dezember 1943 in Innsbruck. Nach dem Studium an der Musikakademie in Graz bei Eje Thelin, lebte er zwischen 1970 und 1972 in Amsterdam und Aachen, wo er mit Arjen Gorter, Paul Lovens, Peter Kowald und Paul Rutherford arbeitete.


 

1972 liess er sich in London nieder. Er spielte in der Brotherhood of Breath von Chris McGregor, im Quartete-à-Tete von Keith Tippett und in der Gruppe Ninesense von Elton Dean. 1973 kam er mit Ian Brighton (g), Colin Wood (cello), Frank Perry (perc) und Phil Wachsmann (vio) als Balance zu Aufnahmen einer gleichnamigen LP (Incus, 1973).

 

Mit Irene Schweizer (p), Rüdiger Carl (ts), Paul Lovens (dm) und Harry Miller (b) als Co-Leader entstand "Ramification" (Ogun, 1975). Er war mit Nick Evans (tb) Co-Leader der Gruppe Nicra, der Keith Tippett (p), Buschi Niebergall (b) Makaya Ntshoko bzw. Louis Moholo (dm) angehörten. Von dieser Gruppe erschien mit Ntshoko am Schlagzeug die LP "Listen/Hear" (Ogun, 1977).

 

Aus diesem Musikerkreis bildete sich das Louis Moholo Octet, das "Spirits Rejoice!" (Ogun, 1978) aufnahm. Ende der 1970er Jahre gehörte Malfatti mehrere Formationen von Fred Van Hove (p) an, welche die Initialen MLA (Musica Libera Antverpiae) oder MLB (Musica Libera Belgicae) trugen.

 

Mit Stefan Wittwer (g, div instr) nahm er "Thrumblin'" (FMP, 1976) sowie "Und?" (FMP, 1978) auf. Die zweite Aufnahme wurde später im Rahmen des Sets "FMP im Rückblick – In Retrospect" (FMP, 2010) mit elf anderen Aufnahmen von FMP-Musikern oder –Gruppen zusammen mit einem Buch und einer Dokumentation über die Geschichte dieses Labels wiederveröffentlicht.

 

Die mit einem Bonus-Track ergänzten Aufnahmen trugen den Titel "Und?...plus" und waren auch als Einzel-CD (FMP, 2011) erhältlich. Im Duo mit Harry Miller (b) war "Bracknell Breakdown" (Ogun, 1978) und "Zwecknagel" (FMP, 1981) entstanden.

 

1978 machte er Aufnahmen mit der Soft Machine-Nachfolge-Formation Soft Heap von Hugh Hopper und Elton Dean und mit der Gruppe Interjazz IV von Jiri Stivin. Im selben Jahr wurde Mitglied von Misha Mengelberg ICP Tentet.

 

Am Jazzfestival Willisau 1979 wurde die Trio-Aufnahme "Humanimal" (Hat Hut, 1980) mitgeschnitten. Partner von Malfatti waren Léon Francioli (b, p) und Jerry Chardonnens (dm) . 1979 gehörte Malfatti dem Nordeuropäischen Melodie- und Improvisationsorchester von Sven-Åke Johansson an.

 

Malfatti war auch Mitglied einer grösseren Gruppe um Joe McPhee, des King Ubü Orchestrü von Wolfgang Fuchs, des London Jazz Composers Orchestras von Barry Guy, des GrubenKlangOrchesters von Greorg Graewe, des Franz Koglmann Piptets, des Dedication Orchestras von Tony Oxley und einer grösseren Formation um Steve Lacy.

 

Eine Trioaufnahme mit Ulrich Gumpert (p) und Tony Oxley (dm) trug den Titel "Ach Was!?" (FMP, 1981). Als Quatuor A Vant realisierten Malfatti, Dietmar Diesner (ss, cl), Heiner Reinhardt (ss, bcl) und Johannes Bauer (tb) in der Heilig-Geist Kirche in Dresden, "Formu" (Nato, 1984).

 

Es folgten Aufnahmen als Co-Leader mit John Butcher, Phil Durrant, Paul Lovens und John Russell bzw. mit Mario Schiano, Peter Kowald, Gianluigi Trovesi, Pino Minafra und Lovens. Ein Teil dieser Musiker gehörten der 13köpfigen Gruppe Ohrkiste an, mit der Malfatti ein gleichnahmiges Album (ITM, 1992) einspielte.

 

"Trio Raphiphi" (ITM, 1991) hiess ein Album und eine Gruppe mit Phil Minton (vcl) und Phil Wachsmann (vio). Eine labellose Duo-CD-R mit Paul Lovens (dm, perc) hiess "Pink Fanta" (1999). Trioaufnahmen mit Phil Durrant (vio, elec) und Thomas Lehn (analog-synth) kamen als "Beinhaltung" (Fringes, 2000) und "Dach" (Erstwhile, 2001) heraus.

 

Inzwischen hatte sich Radu Malfatti immer mehr vom Free Jazz und von der freien Improvisation in Richtung komponierte bzw. elektronische Musik entwickelt. Letztere Richtung widerspiegelte sich in Aufnahmen mit Mattin, Klaus Philip und Taku Unami.

 

Ab Anfang der 1990er Jahre hatte er erste Kompositionsaufträge ausgeführt. Auf "Radu Malfatti" (Edition Wandelweiser, 1997) veröffentlichte er das 33:20-minütiges Solowerk "Die Temperatur Der Bedeutung" für Posaune und das gleich lange Werk "Das Profil Des Schweigens" für Streichquartett.

 

Ab 2007 begann er Werke, die in Richtung zeitgenössische E-Musik oder elektro-akustische Musik gingen auf seinem eigenen Label "B-Boim Records" in Form von CD-R zu veröffentlichten. Bis 2021 kamen auf diese Weise über 40 weitere Aufnahmen von und mit Malfatti heraus (siehe Radu Malfatti auf "B-Boim").

 

Daneben veröffentlichte Malfatti rund ein Dutzend weitere Aufnahmen im selben Stil bei anderen Labels. Dabei kam es zu musikalischen Begegnungen mit Keith Rowe von AMM, Lucio Capece, Julia Eckhardt, Christian Kesten, Toshimaru Nakamura, Taku Sugimoto, Taku Unami, Klaus Filip, Nikos Veliotis, Mitsuteru Takeuchi, Kevin Drumm, Michael Pisaro und anderen.                                            12/25

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