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Ray Anderson

  • musicmakermark
  • vor 4 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Posaunist, Bandleader und Komponist, geboren am 16. Oktober 1952 in Chicago. Beeinflusst von den Dixieland-Schallplatten seines Vaters entschloss sich Anderson, Posaune zu spielen. Seine Vorbilder waren Vic Dickenson und Trummy Young.


 

An der Chicagoer Universität sass er in der selben Klasse wie George Lewis. Damals kam er zum ersten Mal mit der Musik von John Cage oder auch mit jener der AACM in Berühung. Später zog er in die US-Bundesstaaten Minnesota und Kalifornien um, wo er in R&B,-Funk- und Latin-Bands spielte.

 

In Los Angeles spielte er mit den damals unbekannten David Murray (ts) und Charles Moffett sowie mit dem Drummer und späteren Jazzkritiker Stanley Crouch. 1973 liess sich Anderson in New York City nieder, wo er bei Jimmy Giuffre studierte und mit ihm auch spielte.

 

Zu ersten Aufnahmen kam er 1974 als Mitglied der Gruppe Hidden Strenght. Diese Formation bestand unter anderem aus Hamiett Bluiett (bars), Baikida Carroll (tp), Robin Kenyatta (as), Ralph McDonald (perc) und spielte eine gleichnamige LP (Soul Brother, 1975) ein.

 

Anfang 1978 machte er Aufnahmen mit Gerry Hemingway (dm), mit dem er in den drauffolgenden Jahren in gemeinsamen, eigenen oder anderen Gruppen mehrfach zusammenarbeitete. Auf Hemingways allererster LP "Kwambe" (Auricle) sind auch Mark Helias (b), George Lewis (tb), Wes Brown (fl, b), Jay Hoggard (vibes) und Anthony Davis (p) zu hören.

 

Ende der 1970er Jahre nahm er auch mehrere Aufnahmen mit Barry Altschul als Leader auf. Parallel dazu wurde er Mitglied des Anthony Braxton Quartets, wo er ab 1977 George Lewis ersetzte. Ray Anderson war auch dabei, als Braxton im Januar 1981 mit einem schlagzeuglosen Quartett experimentierte.

 

Im Rahmen der Golden Years Of New Jazz"-Reihe veröffentlichte "Leo Records" später ein weiteres Dokument der Zusammenarbeit von Braxton und Anderson. Es handelte sich um "Composition No. 94 For Three Instrumentalists (1980)". Bei jenem Konzert am 20. April 1980 in Bologna war James Emery (g, elect) der dritte Musiker.


Am 22. und 25. November 1978 traten Ray Anderson, Mark Helias (b) und Gerry Hemingway (dm, perc) im Center For The Arts in New Haven im US-Staat Connecticut, auf. Dabei wurde die LP "Ohahspe" (Aurice, 1979) mitgeschnitten und unter den Namen der Musiker veröffentlichte.

 

Es war dies die erste von vielen Aufnahmen dieses kammermusikalisch ausgerichteten Trios, das danach BassDrumBone getauft wurde. In der Anfangszeit von BassDrumBone bildten Anderson und Helias mit Barry Altschul auch das Barry Altschul Trio.

 

Anderson und Hemingway spielten im Juni 1980 mit Mark Dresser (b) und Allan Jaffee (g) als Quartett "Harrisburg Half Life" (Moeurs Music, 1980) ein. Es war Andersons erste Aufnahme unter eigenem Namen. Bekannt wurde Anderson vor allem mit der Funk Jazz-Gruppe Slickaphonics.

 

Neben solchen mit seinen festen Gruppen (siehe Ray Anderson in weiteren Gruppen) machte Anderson immer wieder Aufnahmen mit einmalig zusammengesetzten Ensembles. "Old Bottles, New Wine" (Enja, 1985) hiess eine Quintett-Aufnahme mit Kenny Barron (p), Cecil McBee und Mark Helias (b) und Gerry Hemingway (dm).

 

"It Just So Happens" (Enja, 1987) war eine Sextett-Aufnahme mit Perry Robinson (cl), Stanton Davis (tp), Bob Stewart (tuba), Mark Dresser (b) und Ronnie Burrage (dm). Auf "Blues Bred In The Bone" (Enja, 1989) war ein Quintett mit Anthony Davis (p), John Scofield (g), Mark Dresser (b) und John Vidacovich (dm) an der Arbeit.

 

"What Because" (Gramavision, 1990) entstand mit Hilfe von Allan Jaffe (g), John Hicks (p), Mark Dresser (b) und Pheeroan AkLaff (dm). Auf der CD "Wishbone" (Gramavision, 1991) waren Mark Feldman (vio), Fumio Itabashi (p), Mark Helias (b), Don Alias (perc) und Dion Parson (dm) seine Begleiter.

 

"Every One Of Us" (Gramavision, 1992) hiess eine Quartett-Aufnahme mit Simon Nabatov (p), Charlie Haden (b) und Ed Blackwell (dm). Für "Big Band Record" (Gramavision, 1994) liess er sich von der George Gruntz Concert Jazz Band begleiten, der er auch angehörte.

 

"Azurety" (hat ART, 1994) und "Cheer Up" (hat ART, 1995) waren zwei Trioaufnahmen mit Christy Doran (g) und Han Bennink (dm). Tracks dieser beiden Aufnahmen wurden später unter dem Titel "A B D" (hatOLOGY, 2011) zu einer Compilation zusammengefasst.

 

Doran und Anderson spielten mit Marty Ehrlich (reeds), Hank Roberts (cello) und Urs Leimgruber (as) unter Dorans Namen auch "Phoenix" (hat ART, 1990) ein.  "Nine Songs Together" (CIMP/Cadence, 2004) war eine Duo-CD, die Anderson mit Mark Dresser (b) aufgenommen hatte.

 

Eine Duoaufnahme mit Bob Stewart (tuba) hiess "Work Songs And Other Spirituals" (2006) und erschien auf einer selber herausgebrachten CD. Mit Steve Salerno (g) als Duopartner kam "Love Notes" (Raybone, 2011) zu Stande.

 

Aufnahmen mit Paul van Kemenade (as), Frank Möbus (g), Ernst Glerum (b) und Han Bennink (dm) erschienen unter dem Titel "Who Is In Charge?" (Kemo, 2011). Die selbe Formation ohne Möbus nahm "A Kind Of..." und "Checking Out" (beide Kemo, 2016) auf.

 

Mit Bobby Previte (dm) nahm er "Double Trouble" (Double Moon, 2023) auf. Unter den Namen von Anderson, Ivo Perelman (ts), Joe Morris (b) und Reggie Nicholson (dm) kam die Doppel-CD "Molten Gold" (Fundacja Słuchaj!, 2023) heraus.

 

Im Duo nahmen Perleman und Anderson "12 Stages Of Spiritual Alchemy" (Fundacja Słuchaj!, 2025) auf. Eine gemeinsame Aufnahme mit Michael Moore (as, cl), Michael Formanek (b) und Joe Hertenstein (dm) hiess "The 7th Dinner Live" (Fundacja Słuchaj!, 2025).

 

Ray Anderson war auch Mitglied der Gruppen Bobby Previte & Bump, David Murray Quintet, Fool Proof, George Russell's New York Band, Gerry Hemingway Quartet, Gerry Hemingway Quintet, Greg Alper Band, Henry Threadgill Sextett, Leo Smith Creative Orchestra, Liberation Music Orchestra und Marty Ehrlich Large Ensemble.

 

Auch bei den Gruppen New York Jazz Collective, Oahspe, Ricardo Gallo's Tierra De Nadie, Roscoe Mitchell Creative Orchestra, Sam Rivers' Rivbea All-star Orchestra, The Barry Altschul Quartet, The Bob Thiele Collective, The Inside Out Jazz Collective, The Lucifers, The New York Composers Orchestra, Tim Berne Sextet und U3 Klang machte er mit.

 

Ray Anderson ist vielbeschäftiger Sideman und Einträgen als Musiker mit über 220 Einträgen bei discogs.com.                                          04/26

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