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Run-DMC

musicmakermark
4. Okt.
4 Min. Lesezeit

Amerikanisches Hip Hop-Trio, gegründet 1982 im New Yorker Stadtteil Queens von Joseph Simmons alias Run und Darryl McDaniels alias D.M.C.. Dazu kam Jason Mizell alias Jam Master Jay. Von diesen Drei hatte einzig Simmons Erfahrungen im Hip Hop.


 

Er war davor als DJ für Rapper King Curtis aufgetreten. Durch Russell Simmons, den älteren Bruder von Joseph Simmons, bekam Run-DMC einen ersten Plattenvertrag, der in die Veröffentlichung der ersten Single "It’s Like That/Sucker MC’s" (Profile, 1983) mündete.

 

Die Single kletterte bis auf Platz 15 der Billboard Hot R&B/Hip Hop-Singles. Wenige Monate später folgte mit "Run–D.M.C." (Profile, 1984) das erste Album, auf dem sich auch die beiden Single-Tracks wiederfanden.

 

Dieses erste mit einer goldenen Schallplatte ausgezeichnete Hip Hop-Album stand bei den Billboard 200 auf Platz 53 sowie bei den US-R&B/Hip Hop-Alben auf Platz 14. Zwei der drei weiteren Single-Auskoppelungen erreichten wie die ersten Single ebenfalls die Top-20 der R&B/Hip Hop-Singles.

 

Das zweite Album hiess "King Of Rock" (Profile, 1985) und ging in Richtung Crossover Hip Hop/Rock. Mit Platz 52 bei den Billboard 200 und Platz 12 bei den R&B/Hip Hop-Alben schnitt es chartsmässig ungefähr gleich ab wie das Debutalbum.

 

Zwei der vier Singles schafften den Einzug in die Billboard Hot 100 knapp nicht. Zusammen mit einer dritten Single gelangten sie aber bei den R&B/Hip Hop-Singles in die Top 20. Ende 1985 tauchte Run-DMC im Hip Hop-Film " Krush Groove" auf, der die Anfänge von Russell Simmons als Besitzer des Labels "Def Jam" darstellten.

 

Das dritte Album "Raising Hell" (Profile, 1986) war das erfolgreichste in der Karriere der Band. Es verkaufte sich in den USA über 2 Millionen Mal. Dabei resultierte Platz 6 in den Billboard 200, Platz 1 bei den US-R&B/Hip Hop-Alben und Platz 41 in den englischen Albumcharts.

 

Die erfolgreichste der drei Singles, und die erfolgreichste Single von Run DMC überhaupt, war "Walk This Way", die es auf Platz 4 der Billboard Hot 100 und auf Platz 8 der US-R&B/Hip Hop-Singlecharts schaffte.

 

Produzent Rick Rubin hatte die Idee, Run-DMC mit Steven Tyler (vcl) und Joe Perry (g) von Aerosmith zusammenzubringen. Diese auch auf Video festgehaltene Kooperation ebnete den Weg des Hip Hop in Pop-und Rock-Bereiche. Andererseits übernahmen ab jenem Zeitpunk auch Rockkünstler und Bands Hip Hop-Elemente.

 

"My Adidas" war eine andere Single aus dem "Raising Hell"-Album. Sie war mit Platz 5 bei den R&B/Hip Hop-Singles die erfolgreichste der Band in dieser Wertung und  verschaffte der Band einen 1,6 Millionen-Dollar-Vertrag mit "Adidas". Die Artikel des Sportbekleidungshersteller wurden damit zu einem Markenzeichen des damaligen Hip Hop.

 

Mit dem vierten Album "Tougher Than Leather" (Profile, 1988) konnte Run- DMC nicht mehr ganz an den Erfolg von "Raising Hell" anknüpfen, obwohl das Album die Top-10 der Billboard 200 knapp erreichte und sich in den USA eine Million Mal verkaufte.

 

Bei den R&B/Hip Hop-Alben stand die CD auf Platz 2, in England auf Platz 13. Von den drei Singles tauchte nur eine, "Mary, Mary", in den Billboard Hot 100 auf, allerdings nur auf Platz 75.

 

Auch das nächste Album "Back From Hell" (Profile, 1990) war kein Erfolg, versuchte sich die Gruppe darauf im New Jack Swing, einem damals populären Stil, bei dem Hip Hop mit aktuellem R&B vermischt wurde. Platz 81 bei den Bilboard 200 und Platz 16 bei den R&B/Hip Hop-Alben war die magere Ausbeute, dazu schlechte Kritiken.

 

Von den drei Singles tauchte keine in den Billboard Hot 100 auf, nur in den Genre-Charts. Mit "Together Forever: Greatest Hits 1983–1991" (Profile, 1991) schob die Band eine Compilation auf den Markt, die in England immerhin auf Platz 31 der Albumcharts landete.

 

Die Band plagte auch persönliche Sorgen. Darryl Mc Daniels hatte sein Alkoholproblem nicht mehr im Griff, während Jason Myzell einen schweren Verkehrsunfall verursachte und zweimal angeschossen wurde. Joseph Simmons stand im Verdacht, eine Frau vergewaltigt zu haben.

 

Zu jener Zeit tat sich Run-DMC für einen Song zum Soundtrack des Thrillers "Judgement Night" (Epic, 1993) mit Living Colour zusammen. Dabei kam es zu mehreren weiteren Hardcore/Hip Hop-Kombinationen, die für diesen Soundtrack kooperierten.

 

Es waren dies Sonic Youth bzw. Pearl Jam mit Cypress Hill, Faith No More mit Boo-Yaa T.R.I.B.E., Biohazard mit Onyx, Helmet mit House Of Pain, Slayer mit Ice-T, Mudhoney mit Sir Mix-A-Lot, Teenage Fan Club mit De La Soul, Dinosaur Jr mit Del Tha Funkee Homosapiens und Therapy? mit Fatal. 

 

Das nächste Studioalbum war "Down With The King" (Profile, 1993). Damit kehrte die Band wieder auf die Strasse des Erfolgs zurück. In den Billboard 200 resultierte Platz 7, bei den US-R&B/Hip Hop-Alben stand die CD zuoberst.

 

Von den drei Singles schaffte es eine in die Top 25 der Billboard Hot 100. Es waren die letzten Erfolge der Band, deren Mitglieder sich danach vorerst eigenen Projekten widmeten. Jam Master Jay gründete sein eigenes Label "JMJ Records" und entdeckte die Gruppe Onyx, die gleich einen Singlehit hatte.

 

Dazwischen war die Remix-Version der Debutsingle "It's Like That" (Sm:)e Communications, 1997) von Jason Nevins weltweit ein veritabler Hit. In England stand die Single ganz zuoberst in den Charts, so auch in diversen anderen Ländern. Auch in vier Genre-Charts von Billboard tauchte die Single auf.

 

Die Zusammenarbeit beim Schreiben von neuem Material gestaltete sich derweil schwierig. Simmons wollte mehr Härte in die Musik bringen, während McDaniels mehr in Richtung von Singer/Songwriter-Material tendierte. Das Resultat war das siebte und letzte Run-DMC-Album "Crown Royal" (Arista, 2001).

 

Es landete auf Platz 37 der Billboard 200 und auf Platz 22 bei den R&B/Hip Hop-Alben. Danach ging's auf eine erfolgreiche Tournee mit Aerosmith, der Partnerband im grossen Hit "Walk This Way".

 

Jam Master Jay wurde am 30. Oktober 2002 in einem Aufnahmestudio in Queens, New York City, von einem Unbekannten erschossen. Damit war die Band offiziell am Ende. Nachträglich erschienen die beiden Livealben "Live At Montreux 2001" (Eagle, 2007) und "Live At The Apollo" (Egg Raid, 2015).

 

Wahrscheinlich die selben Aufnahmen fanden sich auf der Kassette "The Apollo Harlem, New York '86" (C30 C60 C90 GO!, 2022). Zwischen 2012 und 2014 sowie 2023 war die Gruppe wieder kurz aktiv.

 

Von Run-DMC erschienen an die 30 Wiederveröffentlichungspakete oder Compilations. Das "12-Inch Singles Box Set" (Profile, 1995) umfasste zehn Maxisingles. Im Rahmen der Reihe "Original Album Classics" (Arista, Legacy und Sony, 2008) wurden die ersten fünf Alben noch einmal zusammen herausgebracht.

 

"The Box Set Series" (Arista, Legacy und Sony, 2014) erstrecke sich über vier CDs. Zum Records Store Day erschien das aus fünf 7"-Singles besehende Set "The Singles Collection" (Get On Down, Profile und Sony, 2015). Danach folgten "The Instrumentals Vol. 1 und Vol. 2" und "The Mixes" (alle Arista und Legacy, 2019).                         10/26

 

 

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