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Rüdiger Carl

  • musicmakermark
  • 26. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

Deutscher Free Jazz-Multiinstrumentalist (cl, acc, ts, as, p) sowie Bandleader, geboren am 26. April 1944 in Goldap, damals in Ostpreussen, heute Polen. Er wuchs in Kassel auf und lernte als Kind Akkordeon. Später absolvierte er eine Schriftsetzerlehre. In dieser Zeit spielte er als Flötist Latin Jazz und Hardbop.


 

Um dem Wehrdienst zu entgehen, liess er sich 1966 in Westberlin nieder, wo er als Autodidakt Tenorsaxophon lernte. In der Szene um Jost Gebers vom Label "FMP" näherte er sich ab 1968 dem Free Jazz. 1970 zog er nach Wuppertal.

 

Bei einem Auftritt im Januar 1972 in Berlin mit seiner Gruppe Rüdiger Carl Inc. wurde die LP "King Alcohol (New Version)" (FMP, 1973) aufgezeichnet. Begleitet wurde Carl (ts) von Günter Christmann (tb) und Detlef Schönenberg (dm). 

 

Eine Jahrzehnte später veröffentlichte Doppel-CD-Version (Corbett vs. Dempsey, 2017) enthielt auf CD 2 bisher unveröffentlichtes Material dieses Auftritts. 1973 begann mit der Quintettaufnahme "Ramification" (Ogun, 1975) eine lange  Zusammenarbeit mit der Pianistin Irene Schweizer.

 

Weitere Musiker auf dieser live im Kunsthaus Zürich mitgeschnittenen Aufnahme waren Radu Malfatti (tb), Harry Miller (b) und Paul Lovens (dm). Von Carl und Schweizer (siehe Rüdiger Carl und Irene Schweizer) erschienen im Laufe der Jahre viele weitere gemeinsame Duo-, Trio- oder Ensemble-Aufnahmen.

 

Duoaufnahmen von Carl (concertina) mit Hans Reichel (vio) erschienen unter dem Titel "Buben" (FMP, 1978). Mit weiteren Tracks dieses Duos von 1994 ergänzt, wurde daraus die CD "Buben...Plus" (FMP, 1996). Dabei spielten Carl Akkordeon und Reichel Daxophon.

 

Ab 1980 bildeten Carl (acc, ts, cl, vcl) und Reichel (g vio) mit Ernst-Ludwig Petrowsky (as, bars, cl) und Sven-Åke Johansson (dm, perc, acc, vcl) das Bergisch-Brandenburgischen Quartett. Carl war auch Mitglied von Johanssons Nordeuropäisches Melodie- Und Improvisationsorchester.

 

"Vorn" (FMP, 1986) und später "Solo" (FMP, 1997) hiessen zwei unbegleitete Soloaufnahmen. Night And Day hiess eine Gruppe von Carl und SAJ mit Alexander von Schlippenbach (p) und Jay Olivier (b).  Zuerst erschien von Night And Day nur eine gleichnahmige 10"-EP (FMP, 1985) mit Liveaufnahmen von 1984.

 

Weitere Liveaufnahmen dieser Gruppe, mitgeschnitten bei total zwölf Konzerten Ende Mai 1992 in Berlin, erschienen in Form einer limitierten 6-CD-R-Box mit dem Titel "Day Plays Them All" (Edition Atelier Graz, 2003). Noch später wurde "Im Studio 1986" (SÅJ, 2024) zugänglich gemacht.

 

Während der Night And Day-Zeit hatten Carl und SAJ bei einem Auftritt 1985 die Duoaufnahme "Fünfunddreissigvierzig" (FMP, 1986) eingespielt. Weitere Duoaufnahmen waren "Djungelmusik Med Sång" (Häpna, 2000), die Doppel-CD "D'Accord" (SÅJ, 2011), "På Galleri Anders Tornberg" (SÅJ, 2020) und "Villa Hügel" (JUBG, 2025).

 

Kein Veröffentlichungsdatum weist die Duo-CD-R "Stockholm 1997 ‎(SÅJ) auf. "Tschüss Bethanien!" (Ni-Vu-Ni-Connu, 2011) war eine DVD des Duos Carl/Johannsen. Eine Duoaufnahme mit Joëlle Léandre (b) trug den Titel "Blue Goo Park" (FMP, 1993).

 

Zur selben Zeit war Carl Mitglied des Joëlle Léandre's Canvas Trio, von dem "L'Histoire De Mme. Tasco" (hat ART, 1993) erschien. Dritter Musiker dieses Trios war Carlos Zíngaro (vio). "Moments" (Music & Arts, 1997) war eine zweite Aufnahme dieses Trios.     

 

Eine andere Gruppe von Carl trug ab 1992 den Namen September Band und bestand dazu noch aus Hans Reichel (daxophone), Jay Oliver oder Mathias Bauer (b) und Paul Lovens (dm). Auf der 1994 entstandenen Liveaufnahme "The Vandoeuvre Concert" (FMP, 1995) nahm Shelley Hirsch (vcl) den Platz des Bassisten ein. Die September Band existierte bis 1996.

 

Ein Trio mit Albert Oehlen (key) und Markus Oehlen (dm-mach, effects) hiess Jailhhouse. Anfang Januar 1996 bzw. im Dezember 1996 entstanden in einem Studio in La Palma in Spanien die CDs "Indigo" und "Trommeln im Anzug" (beide Leiterwagen). Eine dritte CD hiess "Jailhouse With Strings" (Leiterwagen).

 

Manuela hiess 1999 ein Quartett mit Jin Hi Kim (komungo), Hans Reichel (g, daxophone) und Carlos Zingaro (vio). Die Aufnahmen wurden erst später als "Live In Berlin" (FMP, 2011) einzeln oder im Rahmen des Sets "FMP im Rückblick – In Retrospect" (FMP, 2010) mit elf Aufnahmen von anderen FMP-Musikern oder –Gruppen zugänglich gemacht.

 

Zwei labellose Duoaufnahmen mit Burkhard Kunkel (zither, vcl) nannten sich "Gold" (2000) und "Gold Live" (2003) . Blank hiess ein Trio mit Christoph Korn (g, elect) und Oliver Augst (vcl, elect, e-dm, perc). Auch die erste Aufnahme hiess "Blank" (FMP, 2000) und erschien unter den Namen der Musiker. Danach folgten unter dem Bandnamen Blank weitere Alben.

 

Ein anderes Trio in jener Zeit trug den Namen Hudson Riv und bestand neben Carl aus Joe Williamson (b) und Sven-Åke Johansson (vcl, dm, perc). "Hudson Riv" (Grob, 2003) und "A Foggy Day" (SÅJ, 2011) waren zwei Aufnahmen.

 

Mit Oliver Augst (vcl, elect) und Martin Kippenberger (vcl) spielten Carl (vcl, acc) und Johansson (vcl, perc) "Kippenberger Hören" (Whatness, 2011) ein. "Ab Goldap" (Weissbooks.w, 2014) bestand aus einer CD und einem Buch und trug den Untertitel "Rüdiger Carl im Gespräch".

 

Eine Spoken Word-LP mit Oliver Augst und Heimo Zobernig hiess "Otium Franz West" (Koenig Books, 2018). Auf "In Early November" (Corbett vs. Dempsey, 2021) kam es zu einer weiteren Begegnung mit Sven-Åke Johansson (dm, perc) sowie mit Joel Grip (b) als dritter Musiker.    12/25

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