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Siegfried Kessler

  • musicmakermark
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Französisch-deutscher Jazz-Pianist und Bandleader, geboren am 5. Februar 1935 in Saarbrücken. Er  begann im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen. Nach dem Tod seines Vaters und der Internierung seiner Mutter kam er mit elf Jahren in ein Waisenhaus, wo er klassischen Klavierunterricht an der Musikschule erhielt.


 

Neben Klavier erhielt er auch Unterricht in Querflöte, Komposition, Arrangement und Perkussion. Zuerst trat er mit klassischem Repertoire auf, wechselte dann aber beeindruckt von Stan Kenton zum Jazz. Nach der Wiedereingliederung des Saarlandes 1957 in die Bundesrepublik zog er nach Frankreich.

 

1967 liess er sich in Paris nieder, wo er Dexter Gordon, Slide Hampton, Joe Henderson, Nathan Davis und Ted Curson begleitete. Kessler orientierte sich ab Ende der 1960er Jahre, beeinflusst durch die Musik von Iannis Xenakis, Luciano Berio, Karlheinz Stockhausen und Mauricio Kagel, in Richtung Free Jazz.

 

1970 tat er sich mit Yochk’O Seffer (sax), Didier Levallet (b) und Jean-My Truong (dm) zum Free Jazz-Quartett Perception zusammen. Mit Barre Phillips (b) und Steve McCall (dm) war er Co-Leader auf "Live At The Gill's Club" (Futura, 1970).

 

Das selbe traf mit Gus Nemeth (b) und Stu Martin (dm) für "Solaire" (Futura, 1971) zu. "Man And Animals" (Moshé-Naïm, 1977) und "Corps Et Ame" (In And Out, 1982) bestanden aus unbegleiteten Soloaufnahmen. Dazwischen wurde er Ende der 1970er Jahre mehrmals von Archie Shepp zu Aufnahmen beigezogen.

 

Er ging mit J.-F. Jenny-Clark (b) und Clifford Jarvis (dm) als Siegfried Kessler Trio ins Studio, um "Invitation" (Impro, 1979) einzuspielen. Für zwei der sechs Stücke stiess Archie Shepp (ts) dazu. Duoaufnahmen von 2003 mit Shepp kamen als "First Take" (Archie Ball, 2005) heraus.

 

Frühere Duoaufnahmen mit Jean-François Pauvros (g) erschienen unter dem Titel "Phenix 14" (Le Chant Du Monde, 1979), solche mit Daunik Lazro (as) als "Aeros" (hat MUSICS, 1982) und andere mit Serge Bringolf (dm, balafon, voice) auf "Agboville" (Omega Studio, 1983).

 

Kessler spielte damals neben Klavier auch E-Piano und Clavinet. Weitere Aufnahmen machte er ab Anfang/Mitte der 1980er Jahre als Co-Leader mit Francis Bourrec, Yochk'O Seffer, François Mechali, Peter Gritz, Michel Marre, Michel Bachevalier und Jean-Jacques Avenel.

 

Die letzten 20 Jahre seines Lebens lebte er zwischen Tourneen auf einem Segelboot in Südfrankreich. 1985 realisierte er "Nam", eine Inszenierung aus Musik (Kessler), Tanz (mit seiner damaligen Freundin Maroussia Vossen) und Bildhauerei (René Lunel).

 

Am 22. Januar 2007 wurde seine Leiche im Wasser des Hafens von La Grande Motte, Hérault, gefunden. Als Todesursache wurde Suizid festgestellt. Kessler wurde knapp 72 Jahre alt.                                            04/26

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