Sizzla
musicmakermark
24. Sept.
3 Min. Lesezeit
Jamaikanischer Reggae- und Dancehall-Musiker/Sänger, geboren am 17. April 1976 in Saint Mary im Nordosten Jamaikas. Der volle Künstlername lautet Sizzla Kalonji. Geboren wurde er als Miguel Orlando Collins.

Seine musikalische Karriere begann er als Solokünstler mit einer Reihe nie veröffentlichter Singles. Beeinflusst wurde er hauptsächlich von Buju Banton und Shabba Ranks. Für diese beiden Künstler trat Sizzla auch als Opener auf.
Danach ging er mit Luciano auf Tour und wurde vom Saxophonisten Dean Fraser entdeckt. Er arbeitete für das Caveman Hi-Fi Soundsystem und traf auf Bobby Dixon alias Bobby Digital. Sein erstes, wenig erfolgreiches Album hiess "Burning Up" (RAS, 1995).
Daraf war er in Begleitung von Cat Coore (g), Donald Dennis (e-b, key), Sly Dunbar (dm), Dean Fraser (horns, backing vcl) sowie Leba Hibbert und Nicki Tucker (backing vcl) zu hören. In einem Track machte Shadowman (toasting) mit.
Im selben Jahr machte er mit der Single "True God (No White God)/I'm Not Sure" (Xterminator, 1995) erstmals auf sich aufmerksam. Den internationalen Durchbruch schaffte er mit dem zweiten Album "Black Woman & Child" (Digital-B und Brickwall, 1997).
Seither veröffentlichte Sizzla jährlich mehrere Alben, so dass bis dato an die 80 Alben zusammenkamen. Dazu erschienen über 1000 Singles, EPs und Dubplates. Ab Ende der 1990er Jahre veröffentlichte Sizzla so genannte "Slack Tunes", pornographische und gewaltverherrlichende Songs.
Damit erregte er den Unmut der Reggae-Kultur und handelte sich eine Ermahnung der Rastafari-Bewegung Bobo Ashanti ein. In der Folge hielt sich Sizzla vorerst ein wenig zurück.
Dennoch sang er weiterhin sogenannte Battyman-Tunes, in denen abwertende Ausdrücke für homosexuelle Männer verwendet werden und teilweise offen zur Gewalt gegen sie aufgerufen wird.
Im März 2005 wurde seine Wohnung im Rahmen der "Operation "King Fish" von britischen und jamaikanischen Spezialeinheiten der Polizei durchsucht. Dabei wurden automatische Waffen gefunden.
Sizzla und 30 seiner Gefolgsleute wurden verhaftet. Sizzla wurde als Drahtzieher einer kriminellen Organisation namens "Judgement Yard" angeklagt. Die Vorwürfe, wurden allerdings später fallengelassen. wurden.
Sizzla unterschrieb 2007 den Reggae Compassionate Act (RCA), in dem er sich auf "Respekt gegenüber Andersdenkenden als Grundlage für seine Arbeit" festlegt. Dies hinderte ihn aber nicht daran, weiterhin homophobe, gewaltverherrlichende und sexuell eindeutige Lyrics zu interpretieren.
Seine Singles und Alben landeten in diversen Ländern auf dem Index. Zudem wurde er mit Einreiseverboten belegt, die er teilweise zu umgehen versuchte. Trotz einer Warung sang er am Sting Festival in Portmore, Jamaika, erneut homophobe Text.
Darauf wurde er mit einem lebenslangen Verbot für diese Veranstaltung in Jamaika belegt. 2010 reiste er nach Zimbabwe, um bei den Feierlichtkeiten zum 86. Geburtstag des früheren Diktators Robert Mugabe aufzutreten.
Er bekam für seine "Verdienste" um Zimbabwe eine Farm geschenkt und trug sich mit dem Gedanken, dort niederzulassen. Am 24. August 2011 war er in Jamaika in einen Motorradunfall verwickelt, den er überlebte.
Der fast unüberschaubare Output von Sizzla wurde auf einigen Compilations kanalisiert. Die Doppel-CD "Liberate Yourself" (Kariang, 2000) enthielt nur auf CD 1 Songs von Sizzla. CD 2 bestand aus Aufnahmen von seinen Freunden, genannt Bredren.
Auf "The Story Unfolds - The Best Of" (VP, 2002), einer weitere Doppel-CD, fanden sich dann ausschliesslich Sizzla-Tracks. Mit Capleton, Luciano und Anthony B teilte sich Sizzla die Compilation "Four The Hardway" (2B1, 2002).
"Voice Of Jamaica Vol. 1" (Tha Jam, 2003) war eine weitere eigene Compilation, während die LP "Jah Warrior" (Penitentiary, 2004) aus Songs von Sizzla und Luciano bestand. "The Journey The Very Best Of Sizzla Kalonji" (Greensleeves, 2008) war eine CD/DVD-Set.
Die DVD enthielt Dokumaterial, ein Interview sowie zwei Musikvideos. Die CD "Radical" (VP, 2014) bestand aus bisher unveröffentlichten Songs, die zwischen 1992 und 2003 für das "Xterminator"-Label entstanden waren. 20 Songs enthielt die DL-Compilation "Sizzla Selects Reggae" (PMI Jet Star, 2019). 09/26


