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Werner Dafeldecker

  • musicmakermark
  • vor 1 Tag
  • 3 Min. Lesezeit

Österreichischer Experimental-Musiker (g, e-b, b, cello, elect), geboren 1964 in Wien. Er war zuerst E-Bassist in einer Gruppe, die Songs von Booker T & The MG's nachspielte. Danach wechselte er zum Kontrabass und studierte am Konservatorium Wien.


 

Anfang der 1990er Jahre war er Mitglied des Third-Stream-Ensembles Ton-Art, mit dem er mehrere Aufnahmen einspielte. 1990 kam er zu seiner ersten Aufnahme unter eigenem Namen, der Duo-CD "Vrhunec" (Extraplatte) mit Muhammad Malli (ss) als weiterer Musiker.

 

Darauf folgte mit "Markknochen wälzt Eisscholle" (Extraplatte, 1992) eine Mini-CD mit Burkhard Stangl (g) und Michael Moser (cello) sowie mit "Hot Burrito#2" (Extraplatte, 1993) eine Trioaufnahme mit Eugene Chadbourne (g, banjo, vcl) und Muhammad Malli (ss).

 

Dazwischen bildete er 1991 mit Max Nagl (as, ss), Ned Rothenberg (as, bcl), Tom Varner (frh) und Stangl die Formation Qui.t, welche die Minimax-CD "Comprovisations I-X" (Extraplatte, 1992) aufnahm. Eine Duoaufnahme mit Uli Fussenegger (b) war "Botengänge" (Durian, 1995).

 

"Durian" war das gemeinsame Label von Dafeldecker und Fussenegger, das Musik veröffentlichte, die vom Klangforum Wien bis hin zum englischen Improvisatoren Roger Turner reichte. 1994 begannen die Arbeiten zur erst später heraus gebrachten CD "Diphtongs" (Durian, 1997).

 

Der Untertitel lautete "Recordings Of A Virtual Group". Dafeldecker und Christian Mühlbacher (dm, perc) liessen Uli Fussenegger (b), Lars Lindvall (tp), Radu Malfatti (tb, zither), Ernesto Malinari (cl), Pinguin Moschner (tuba), Michael Moser (cello), Max Nagl (as), Andi Schreiber (vio), Burkhard Stangl (g) je ein unbegleitetes Solo einspielen.

 

Daraus wurden einzelne Tracks geformt.  Eng arbeitete Dafeldecker mit Christof Kurzmann (computer, cl, theremin) zusammen. Ab 1996 entwickelten die Beiden Shabotinski, ein Konzept für eine Gruppe. Die Shabotinski-Aufnahmen "Stenimals" (Plag dich nicht, 1997) und "(b)ypass: (k)ill" (Plag dich nicht, 2000) entstanden mit vielen weiteren Musikern.

 

Das Trio Dafeldecker, Kurzmann und Fennesz nahm 1998 live in Graz, Wels, Nickelsdorf und Bern je mit den Gitarristen Jim O'Rourke, Martin Siewert oder Kevin Drumm die CD "Dafeldecker/Kurzmann/Fennesz/O'Rourke/ Drumm/Siewert" (Charhizma, 1999), das orange Album, auf.  

 

Die Fortsetzung war das grüne Album "Dafeldecker/ Kurzmann/Drumm/ eRikm/Dieb 13/Noetinger" (Charhizma, 2003) betitelt und zeigte Dafeldecker und Kurzmann im Quartett mit Kevin Drumm (g, synth), eRikm (tt) bzw. Dieb13 (tt), im Trio mit Dieb13 bzw. Jerome Noetinger (elect) sowie im Quintett mit Noetinger, Drumm und Dieb13.

 

Später erschien dann eine dritte titellose Aufnahme (Mikroton, 2009) in dieser Serie von Dafeldecker und Kurzmann mit John Tillbury (p) und Stevie Wishart (hurdy gurdy) als Partner mit Liveaufnahmen von 2007 und einem violetten Cover.

 

Komfort 2000 hiess eine einmalige Gruppe und eine CD (Charhizma, 1999) von Dafeldecker mit Wayne Horvitz (key), Helge Hinteregger (sax), Martin Siewert (g), Tony Buck (dm). "Printer" (Durian, 1999) bestand aus einem Live-Trio-Track von 1999 von Dafeldecker mit Uli Fussenegger (b) und Dieb13 (tt). Die restlichen drei Tracks bildeten individuelle Remixes der drei beteiligten Musiker.

 

Mit dem Neuseeländer Dean Roberts (g, elect, perc) entstand die Duo-CD "Aluminium" (Erstwhile, 2000). Die beiden Musiker taten sich mit Martin Brandlmayr (dm) auf "Jealousy And Diamond" (Staubgold und Kranky, 2004) und "Uneasy Flowers" (Staubgold und Kranky, 2008) zu Autistic Daughters zusammen.

 

"Eis 9" (Grob, 2001) hiess eine Duo-Aufnahme mit Boris D Hegenbart (sampl, elect). Auf "Home" (Grob, 2001) kam es zu einem Aufeinandertreffen der Gitarristen Martin Siewert, Burkhard Stangl und Taku Sugimoto mit Dafeldecker als vierten Musiker. Diese Gruppe nannte sich SSSD.

 

Dafeldecker und Franz Hautzinger (quartetone-tp) luden John Tillbury (p) von AMM und Sachiko M (sine wave generator) zu den Aufnahmen von "Absinth" (Grob, 2002) ein. Die Mini-CD "Phonographics 1-5" (Durian, 2002) enthielt den Soundtrack "Film ist 7-12" von Gustav Deutsch mit Dafeldecker, Christian Fennesz, Martin Siewert und Burkhard Stangl.

 

Mit Klaus Lang (org) entstand "Lichtgeschwindigkeit" (Grob, 2003). Mit Stefan Németh (analog-synth, computer), Martin Siewert (g, elect) und Martin Brandlmayr (dm, computer), alle aus dem Umkreis von Trapist und Radian, nahm Dafeldecker "Die Instabilität der Symmetrie" (Doc/Grob, 2004) auf.

 

"Long Dead Machines I – IX" (Presto!?, 2008) bestand aus Soloaufnahmen, ebenso später "Parallel Darks" (Room40, 2020) und Neural" (Room40, 2023). "Small Worlds" (Edition Telemark, 2019) bestand aus einer 42-minütigen Komposition für ein Sextett mit John Tilbury (p), Klaus Lang (org), Michael Moser (cello) sowie Burkhard Beins und Martin Brandlmayr (perc).

 

Bei weiteren Aufnahmen waren Kyle Bruckmann, Boris Hauf, Patrick Pulsinger John Tillbury, Axel Dörner, Sven-Åke Johansson,, Lawrence English, Theo Nabicht, Valerio Tricoli, Nicholas Bussmann, Lucio Capece, Roy Carroll, John Butcher, Mattin, Udo Schindler, Gunnar Geisse und andere seine musikalischen Partner.

 

Weitere Gruppen hiessen Hammerriver, Mir 8 The Year Of, Der Kreis des Gegenstandes, dp-S, Ensemble Maxixe, Ignaz Schick Electroacoustic Sextet, Mute, Rahma Quartet, Splitter Orchesterm und Striped Roses.

 

Dafeldecker bildete ab Mitte der 1990er Jahre mit Burkhard Stangl (g) und Michael Moser (cello, g) den Stamm der elektro-akustischen Formation Polwechsel, die sich jeweils mit anderen Musiker wie Radu Malfatti, John Butcher, Christian Fennesz oder Martin Brandlmayr zum Quartett bzw. später zum Quintett erweiterte.   08/26

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