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Clancy Eccles

musicmakermark
24. Sept.
2 Min. Lesezeit

Jamaikanischer Ska- und Reggae-Singer/Songwriter, Produzent, Arrangeur und Talent-Scout, geboren am 9. December 1940 in Dean Pen, St. Mary. Beeinflusst von Spirituals begann er selber zu singen. Er trat Mitte der 1950er Jahre als Jugendlicher in den Hotels an der Nordküste des Landes auf.


 

1959 ging er nach Kingston, wo er nach einer Talentschau mit dem Produzenten Coxsone Dodd erste Aufnahmen machen konnte. Mit dem frühen Ska-Song "Freedom" hatte Eccles einen lokalen Hit. Dieser Song lief ab 1959 über das Soundsystem von Dodd, wurde aber erst danach als Single (Coxsone, 1961) herausgebracht.

 

"Freedom" war einer der ersten jamaikanischen Songs, der eine politische Message enthielt. Alexander Bustamante, der Gründer der jamaikanischen Jamaican Labour Party und Chief Minister von Jamaica, benutzte den Song in seinem Kampf gegen die Federation of the West Indies.

 

"River Jordon" (All Stars, 1961) und "Glory Hallelujah" (Spreme, 1963) waren weitere lokale Hits für Eccles. Er arbeitete als Konzert-Organisator und brachte dabei The Clarendonians und The Wailers auf die Bühne. Dazu organisierte er Talentshows, bei denen Barrington Levy und Culture entdeckt wurden.

 

Um 1963 arbeitete er mit den Produzenten Charlie Moo und Lyndon Pottinger zusammen. Weil er von der Musik nicht leben konnte, begann er ab 1965 als Schneider zu arbeiten. Er fertigte Bühnen-Outifs für Kes Chin, The Mighty Vikings, Byron Lee & The Dragonaires, Carlos Malcolm und The Blues Busters an.

 

1967 kehrte er zur Musik zurück. Mit "What Will Your Mama Say" (Pama, 1967) hatte er auf einem englischen Label einen weiteren kleinen Hit. "Fattie Fattie" (Trojan, 1968) wurde ein Skinhead Reggae-Klassiker.

 

Bei seinen vielen Singles liess er sich von der Studioband The Dynamites begleiten, die als The Crystalites auch Derrick Harriott unterstützten. Mit einer basslastigen Instrumental-Version von "Herbman Shuffle" mit dem Titel "Phantom" (Clan Disc,, 1970) war er einer der Pioniere des Dub.

 

Seine vielen Singles kamen bei mehreren eigenen Labels auf den Markt. Er veröffentlichte dort auch Aufnahmen von Alton Ellis, Joe Higgs, The Trinidian Lord Creator, Larry Marshall, Hemsley Morris, Earl Lawrence, The Beltones, Glen Ricks, Cynthia Richards, Buster Brown und Beres Hammond.

 

Er war bei den Musikern wegen seiner Ehrlichkeit  geschätzte. Er half Lee Perry 1968 bei der Gründung dessen Label "Upsetter Records". Er war ein militanter Sozialist und unterstützte die People's National Party (PNP) von Michael Manley. In vielen seiner Songs lobte er Manley.

 

In jener Zeit Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre erschienen auch erste Alben von Eccles, die meist mit Songs seiner über 100 Singles belegt waren. Es waren dies "Freedom" (Trojan und Clan Disc, 1969), "Herbsman Reggae" (Trojan und Clan Disc, 1970) sowie "Top Of The Ladder" (Big Shot, 1973).

 

Später erschienen auch Compilations. Bei "Presents: The Golden Age Of Ska & Rocksteady Vol.1 und Vol. 2" (beide Alpha Enterprise und Hybrid, 1992) handelte es sich um Songs, die er zwischen 1967 und 1970 grösstenteils für andere Musiker und Bands produziert hatte.

 

Auch die Doppel-CD "Freedom (Anthology 1967-73)" (Trojan und Sanctuary, 2005) und das 25 Tracks umfassende DL-Album "Kingston Town (Classic Reggae Sounds 1970-1972)" (Trojan, 2020) deckten Eccles Tätigkeiten als Sänger und Produzent ab.

 

Clancy Eccles starb am 30. Juni 2005 im Alter von 64 Jahren in Jamaika an den Folgen eines Herzinfarktes.                              09/26

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