Daunik Lazro
- musicmakermark
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Französischer Free Improv-Alt- und Baritonsaxophonist, Bassklarinettist und Bandleader, geboren am 2. April 1945 in Chantilly. Lazro vollzog im Laufe seiner Karriere vom Jazz her kommend eine stilistische Öffnung hin zur völlig frei improvisierten Musik.

Sein Debut als Musiker gab er 1973 an der Seite von Saheb Sarbib, mit dem er in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre mehrere Aufnahmen realisierte. Dazu formierte er 1976 ein Quartett mit Joseph Traindl (tb), Jean-Jacques Avenel (b) und Jonathan Dickinson (dm).
Die LP "The Entrance Gate Of Tshee Park" (Hat Hut, 1980) enthielt auf der A-Seite ein seitenfüllendes Solostück und auf der B-Seite zwei längere Duo-Tracks mit Jean-Jacques Avenel (b). Später folgten viele weitere Duoaufnahmen mit diversen Musikerinnen und Musikern (siehe Daunik Lazro in Duoaufnahmen).
Die Doppel-LP "Sweet Zee" (Hat ART, 1985) bestand aus Aufnahmen, die Lazro im Quartett bzw. in Trios bei zwei Konzerten und einem Studiotermin aufgenommen hatte. Die Quartettaufnahmen waren mit Toshinori Kondo (tp), Tristan Honsinger (cello) und Jean-Jacques Avenel (b) entstanden.
Die beiden Trios bestanden aus Raymond Boni (g) und Carlos Zingaro (vio) bzw. aus George Lewis (tb) und Joëlle Léandre (b). Von Lazro erschienen in der Folge viele weitere Trioaufnahmen (siehe Daunik Lazro in Trioaufnahmen).
Mit Michel Doneda (ss) als Co-Leader sowie mit Hugh Burns (g), Laurence Cottle (e-b) und Stuart Elliott (dm, perc) von Cockney Rebel nahm Lazro "Général Gramofon" (Nato, 1988) auf. "Paris Quartet" (Intakt, 1989) war eine Quartettaufnahme mit Yves Robert (tb), Irene Schweizer (p) und Joëlle Léandre (b).
Um Mitte der 1990er Jahre erschienen mehrere Aufnahmen, die unter den Namen der beteiligten Musiker erschienen. "Outlaws In Jazz" (Bleu Regard, 1994) stammte von einem Quartett mit Jac Berrocal (tp), Didier Levallet (b) und Denis Charles (dm).
"Periferia" (In Situ, 1995) 1993 war von einem anderen Quartett mit Carlos Zingaro (vio), Sakis Papadimitriou (p) und Jean Bolcato (b, vcl). "Monsieur Claude" (Deux Z, 1996) hiess eine Quartettaufnahme mit Claude Barthélémy (p, g), Claude Tchamitchian (b) und Christophe Marguet (dm).
Mit Jacques Veillé (tb), Noël Akchoté (g) und Christian Rollet (dm) nahm Lazro die LP "Racines Radicales" (Rectangle, 1996) auf. Mit Joe McPhee (ss, ts, p-tp), Didier Levallet (b), Paul Rogers (b) und Christian Rollet (dm) bildete er das Daunik Lazro Quintet, von dem "Dourou" (Bleu Regard, 1997) auf den Markt kam.
Lazro war Ende der 1990er Jahre Gast des Orchestre National De Jazz unter Didier Levallet auf "ONJ Express" (Evidence, 1998). Auf "Les Diseurs De musique" (Vand'Oeuvre, 1998) waren Michel Doneda (ss, sops, bells), Lê Quan Ninh (perc) und Serge Pey (voice, bells) die Co-Leader neben Lazro.
"Zong Book" (émouvance, 2000) hiess die erste richtige Soloaufnahme, gefolgt Jahre später von "Some Other Zongs" (Ayler, 2011) und der Mini-CD "Sales Rectangles/Vieux Carré" (Lenka, 2015). Mit Didier Petit (cello), Denis Colin (bcl) und Michael Nick (vio) bildete er das Quartett NOHC, das "NOHC On The Road" (Leo, 2000) veröffentlichte.
"Madly You" (Potlach, 2002) war eine Aufnahme bzw. eine Gruppe mit Carlos Zingaro (vio), Joëlle Léandre (b) und Paul Lovens (dm, perc). Mehrmals arbeitete er mit dem elektro-akustischen Experimental-Duo Kristoff K.Roll bei Aufführungen und Aufnahmen des Werkes "Le petit bruit d'à côté du coeur du monde" zusammen.
"Chants Du Milieu" (Creative Sources, 2013) war eine weitere gemeinsame Aufnahme von Lazro und Kristoff K.Roll. Die nächste Begegnung von Lazro und Kristoff K.Roll, begleitet von Dominique Répécaud (g) und Géraldine Keller (vcl, fl), wurde auf der CD "Actions Soniques" (Vand'Oeuvre, 2018) dokumentiert.
Eine Quartettaufnahme mit Joe McPhee (as, ss, p-tp), Raymond Boni (g) und Claude Tchamitchian (b) trug den Titel "Next To You" (émouvance, 2005). Für "Rekmazladzep" (Vand'Oeuvre, 2006), eine Tributaufnahme für die 2000 verstorbene Vokalistin Annick Nozati, tat sich Lazro mit Thierry Madiot (tp, b-tb), Dominique Répécaud (g) und Camel Zekri (g) zusammen.
Mit Benjamin Bondonneau (cl), Laurent Sassi (sounds), David Chiesa (b) und Didier Lasserre (dm) als Co-Leader wurde die CD "Humus" (Amor Fati, 2008) realisiert. Vom Quatuor Qwat Neum Sixx mit Lazro Sophie Agnel (p), Michael Nick (vio) und Jérôme Noetinger (dispositif éléctro-accoustique) erschien die CD "Live At Festival NPAI 2007" (Amor Fati, 2009).
Von der Zusammenarbeit von Lazro mit Noël Akchoté (g) wurden im selben Jahr mehrere DL-Aufnahmen (alle Noël Akchoté DL, 2016) veröffentlicht. "DLNA (Paris Live 1997)" war eine Duoaufnahme der beiden Musiker; "C.T.A. (Trio 1997)" eine Trioaufnahme mit Christian Rollet (dm) als dritter Mann. Mit Derek Bailey (g), Thierry Madiot (tb) und Yves Robert (tb) sind Lazro und Akchoté auf "L'Astrolab (1994 02-1)" zu hören.
Als Mitglied von The Clifford Thornton Memorial Quartets spielte er mit Joe McPhee (ts, v-tb), Jean-Marc Foussat (synth, vcl) und Makoto Sato (dm) "Sweet Oranges" (Not Two, 2018) ein. Eine weitere Aufnahme mit Joe McPhee (ts, p-tp) sowie mit Joshua Abrams (b, guembri), Guillaume Séguron (b) und Chad Taylor (dm, mbira) kam als "A Pride Of Lions" (The Bridge Sessions, 2018) heraus.
Die Doppel-CD "Café Oto, London, The 22th Of January 2020" (Fou, 2020) bestand aus einem 31:35-minütigen Solostück von Jean-Marc Foussat (synth, voice) sowie aus einem 44:30-minütigen Triotrack von Foussat mit Daunik Lazro (ts, bars) und Evan Parker (ss).
Jouk Minor (contrabass sarrusophone), Thierry Madiot (b-tb) sowie David Chiesa und Louis-Michel Marion (b) waren gleichwertige Partner auf "Sonoris Causa" (NoBusiness, 2022). Am Festival Musique Action 1999 in Vandœuvre-lès-Nancy wurde "Résumé Of A Century" (Fou, 2024), eine Quartettaufnahme mit Annick Nozati (voice), Fred Van Hove (p, acc) und Paul Lovens (dm, perc) mitgeschitten.
Zudem machte Lazro Aufnahmen als Mitglied der Gruppen A.M.I.S Quartet, Christophe Marguet Sextet, Claude Tchamitchian Grand Lousadzak, Claude Tchamitchian Septet, New Lousadzak, Quatuor Aerolithes, Ramon Lopez Quartet, Soixante Étages, Mendelson, Hint und The Fonda/Stevens Group.
Dazu kamen Aufnahmen mit Leadern wie Etienne Brunet, Dominique Répécaud, Camel Zekri, Alex Grillo und anderen. 04/26


