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David Moss

musicmakermark
26. Aug.
4 Min. Lesezeit

Amerikanischer Free Improv-Vokalist, Schlagzeuger, Perkussionist und Bandleader, geboren am 21. Januar 1949 in New York City. Er begann seine musikalische Ausbildung mit einem Schlagzeugstudium in den Jahren1963 bis 1968 an der Hartt School of Music und von1969 bis 1970 an der Wesleyan University.


 

1970 absolvierte er ein Studium in russischer Geschichte am Trinity College mit dem Abschluss Bachelor of Arts. Von 1971 bis 1973 schloss er ein Studium der Komposition bei Bill Dixon am Bennington College an.

 

Ab 1973 trat Moss als Perkussionist und Vokalkünstler bei Solokonzerten oder in Zusammenarbeit mit Orchestern, Musik- und Theaterensembles auf. Er galt ab Mitte der 1970er Jahre für eine Weile als eine zentrale Figur der neuen Improvisationsmusik.

 

Erste eigene Aufnahmen machte David Moss mit Baird Hersey (g, vcl) als Duopartner. Diese erschienen auf der LP "Coessential" (Bent, 1977). "Terrain" (Cornpride, 1980) bestand aus unbegleiteten Soloaufnahmen. Dazu verwendete er wie auf der vorangegangenen Duo-LP ein grosses Instrumentarium.

 

Mit dem Schlagzeuger Andrea Centazzo entstand einen Teil der LP "Percussion Interchanges" (Ictus, 1981). Der Rest bestand aus Duoaufnahmen von Centazzo mit Alex Cline. Weitere Aufnahmen des Duos Centazzo/Moss kamen erst später mit anderen Aufnahmen von Centazzo heraus.

 

In jener Zeit ging Moss mit George Cartwright (ts, as) und Michael Lytle (cl, bcl) ins Studio, um "Meltable Snaps It" (Cornpride, 1981) aufzunehmen. 1985 kamen die drei Musiker unter dem Projektnamen Meltable Snaps It erneut zusammen.

 

Mit Hilfe von Tom Cora (cello), Peter Kowald (b), Bill Laswell (e-b), George Lewis (tb), Christian Marclay (tt) und John Zorn (conduction) entstanden Aufnahmen in Besetzungen zwischen Quartett- und Sextettgrösse, die als "Points Blank" (No Man's Land, 1986) veröffentlicht wurden.


Beide LPs wurden später als "Meltable Snaps It-Points Blank" (No Man's Land, 1993) auf einer CD wiederveröffentlicht. Im Duo mit Tom Cora spielte Moss "Cargo Cult Revival" (Rift, 1983) ein. Auf "Country Music Of Southeastern Australia" (RRRecords, 1984) sind Moss, Eugene Chadbourne (g, vcl), Jon Rose (vio, p) und Rik Rue (tapes, noise, div instr) Co-Leader mit weiteren Musikern.

 

"Full House" (Moers, 1984) zeigt Moss in 19 Duostücken mit Arto Lindsay, Fred Frith, Bill Laswell, David Van Tieghem, Jamaaladeen Tacuma, John Zorn, Christian Marclay, Phil Minton, Fred Maher oder Tom Guralnick.

 

Die meisten der Musiker und weitere waren auch der Ensemble-Aufnahme "Dense Band" (Moers, 1985) von David Moss zu hören. Später nannte sich das Projekt offiziell David Moss Dense Band und veröffentlichte unter diesem Namen sowie als Denseland weitere Aufnahmen.

 

Eine andere Formation von Moss nannte sich Direct Sound. Von diesem Vokalquintett mit Shelley Hirsch, Greetje Bijma, Anna Homler und Carlos Santos erschien die CD "Five Voices" (Intakt, 1989) mit Liveaufnahmen vom "Taktlos"-Festival 1989.

 

Mit Joe Sachse (g) und George Lewis (tb) entstand "Berlin Tango" (ITM, 1990), mit Axel Otto (tb, vcl, toys, zither, tapes, div instr) und Frank Schulte (synth, sampl, tapes, tt, vcl, p, effects) "The Day We Forgot" (No Man's Land, 1991).

 

Für "My Favorite Things" (Intakt, 1991) nahm Moss grösstenteils mit seiner Stimme Stücke von Prince, Rodgers & Hammerstein, Antonio Carlos Jobin, Joe Zawinful & Miles Davis, Monk, Bach und anderen auf.

 

Im Trio mit John King (g, vcl) und Otomo Yoshihide (tt, g, vcl, sampl) realisierte Moss bei einem Auftritt am Festival in Victoriaville "All At Once At Any Time" (Victo, 1994).

 

Ab den 1990er Jahren arbeitete Moss auch mit Komponisten wie Heiner Goebbels, Orchestern und Theaterensembles zusammen. Er trat zudem in Operninszenierungen, Musiktheaterproduktionen und Orchesterkonzerten auf

 

Dabei traf er auf das Ensemble Modern, die Jungen Deutschen Philharmonie, das Ensemble intercontemporain, das Arditti-Quartett, das Klangforum Wien, das Mozarteum Orchester Salzburg, das Musiktheater Ohrpilot und die Berliner Philharmoniker.

 

Mit dem dänischen Komponisten und Fluxus-Künstler Henning Christiansen, dem Fluxus-Mitbegründer Ben Patterson und mit Ernst Kretzer (soundworks) wurde die über stündige Toncollage "Dust Out Of Brain/Staub Aus Dem Gehirn" (Museum Für Moderne Kunst Weddel, 1993) realisiert und auf einer CD herausgebracht.

 

"Moss Tales" (The Listening Room Edel, 1995) stellte eine Spoken Word-Aufnahme dar. Zusammen mit dem Klaus König Orchestra und The Bobs wurde "Reviews" (Enja, 1996) aufgenommen. Bei dieser "Revue For Frank Zappa" agierte Moss als Erzähler.

 

"Time Stories" (Intakt, 1998) war wie schon "Full House" von 1984 ein Album mit Duettstücken. Musikalische Partnerinnen und Partner von Moss waren Frank Schulte, Catherine Jauniaux, Phil Minton, Makigami Koichi, Hans Peter Kuhn und Christian Marclay.

 

In der Folge kam es zu weiteren musikalischen Begegnungen von Moss mit Sergey Kuryokhin, Michael Rodach, Frank Schulte, Phil Minton, Johannes Strobl, Anna Homler und anderen.

 

2001 sah man Moss bei den Salzburger Festspielen als Prinz Orlovsky in der umstrittenen Inszenierung der "Fledermaus" durch Hans Neuenfels. "Vocal Village Project" (Intakt, 2002) zeigte Moss im Quintett mit Frank Schulte (tt, elect), Catherine Jauniaux und Phil Minton (vcl) sowie mit Makigami Koichi (conch shells, Jew's harp).

 

Moss, Makigami und Minton bildeten mit Paul Dutton von CCMC und Jaap Blonk die Gruppe Five Men Singing, von der eine gleichnamige Live-CD (Victo, 2004) herauskam. "Sogna Suite" (Atopos, 2006) bestand aus unbegleiteten Solo-Liveaufnahmen von 2002.

 

Ebenfalls bei einem Auftritt nahmen David Moss und das Duo Sdeng alias Francesco Canavese und Francesco Giomi "Many More Voices" (Tempo Reale, 2012) auf. "Terrain" (Yatak, 2023) war ein weiteres Soloalbum.

 

David Moss war auch Mitglied von Bands wie Markus Stauss Project, Paul Brody's Detonation Orchestra, R.M. Točak Band, Smak und The Golden Palominos. Er war Gast auf der Liveaufnahme "Live From Soundscape" (DIW, 1994) von Bill Laswells Band Material.

 

Davor hatte ihn Laswell für die Aufnahmen seiner eigenen CD "Baselines" (Elektra Musician, 1983) beigezogen. Moss war auch bei Aufnahmen von Leadern/Bands wie John Zorn, The Relative Band, Kip Hanrahan, Richard Teitelbaum, Fast Foward, Bill Dixon und anderen zugegen.  Uri Caine zog ihn für die Aufnahmen von "Love Fugue: Robert Schumann" und "The Goldberg Variations" (beide Winter & Winter, 2000) bei.          08/26

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