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Dead Kennedys

musicmakermark
vor 2 Tagen
3 Min. Lesezeit

Amerikanische Hardcore/Punk-Band, gegründet 1978 in San Francisco, California. Die Band bestand anfänglich aus Eric Boucher alias Jello Biafra (vcl), Ray Peppernell alias East Bay Ray (g), Geoffrey Lyall alias Klaus Flouride (e-b) und Ted (dm).


 

Den ersten Auftritt absolvierte die Band im Juli 1978 im "Mabuhay Garden" in San Francisco, einem Filipo-Restaurant, das der lokalen Hardcore-Szene während zehn Jahren als Konzertbühne diente.

 

Die Gruppe hatte veröffentlichte mit "California über alles" (Optional, 1979) "Holiday In Cambodia" (Optional, 1980) und "Kill The Poor" (Cherry Red, 1980) drei Singles, von denen es die letzte auf Platz 49 der englischen Charts schaffte.

 

In den englischen Indie Charts stand diese Single sogar ganz oben. Die drei Singles stammten vom Debut-Album "Fresh Fruit For Rotting Vegetables" (Alternatic Tentacles, 1980), das in England Platz 33 der Albumcharts belegte. In den USA war die Band mit ihren Alben und Singles nie in den Charts.

 

Die wilde Bühnenshow und die eindeutigen Texte machten die Gruppe schnell zum Schrecken der Justiz und der Sittenwächter. Nach ersten Tourneen ausserhalb der USA erschien die aus acht Songs bestehende 12"-EP "In God We Trust, Inc." (Alternatic Tentacles, 1981), von der die Single "Nazi Punks Fuck Off" ausgekoppelt wurde.

 

Eine Non-Album-Single stellte "Too Drunk To Fuck" (Cherry Red, 1981) dar. Sie tauchte auf Platz 36 der englischen Singlecharts auf und belegte Platz 1 bei den UK Indie-Singles. Auf dem zweiten Album "Plastic Surgery Disasters" (Alternativ Tentacles, 1982) war D.H. Peligro der neue Schlagzeuger.

 

Für das Cover wurde die Foto "Hands" von Michael Wells verwendet. Das selbe Bild hatte davor schon  die EP ".....Off of the Leash" (Subterranean, 1981) der ebenfalls aus San Francisco stammenden Punk-Band Society Dog geziert. "Plastic Surgery Disasters" wurde später auf CD immer zusammen mit der EP "In God We Trust" wiederveröffentlicht.

 

"Frankenchrist" (Alternativ Tentacles, 1985), die dritte LP der Dead Kennedys, enthielt das Poster "Penis Landscape" des Schweizer Künstlers H.R.Giger, das den Druck der Justiz auf die Band noch vergrösserte.

 

Vor allem die von Tipper Gore, der Frau des späteren US-Vizepräsidenten Al Gore, geleitete Gruppierung "Parent's Music Resource Center" ging rechtlich gegen die Band vor. Das Verfahren wurde später eingestellt.

 

Ein Auftritt der Gruppe vom 16. Juni 1984 in San Francisco wurde als Live-Video unter dem Titel "Live In San Francisco" (Alternative Tentacles, 1985) veröffentlicht. Nach den Arbeiten zur LP "Bedtime For Democracy" (Alternative Tentacles, 1986) löste sich die Gruppe auf.

 

"Give Me Convenience Or Give Me Death" (Alternativ Tentacles, 1987) war eine Sammlung von frühen Singles, Single-B-Seiten, Rare Tracks und Songs, die auf Compilations erschienen waren.

 

East Bay Ray hatte nach dem ersten Dead Kennedys-Split unter anderem mit Robert Fripp, Sidi Mansour oder mit Gruppen wie Pearl Harbour und Killer Smiles zusammen gearbeitet. Klaus Flouride gründete 1996 die Band Jumbo Shrimp, bei der auch East Bay Ray mitmachte.                                         

 

Sänger Jello Biafra machte sich nach dem Split der Dead Kennedys zuerst vor allem als Spoken Word-Künstler einen Namen und veröffentlichte danach Aufnahmen, auf denen er von Bands wie The Melvins, D.N.O. oder Nomenasno begleitet wurde.

 

Er hatte 1986 das frühere Dead Kennedys-Label "Alternative Tentacles" übernommen und gab die Dead Kennedys-Aufnahmen später dort erneut heraus. Dabei kam es zu einem längeren Rechtsstreit mit seinen ehemaligen Bandkollegen.

 

2001 entschied ein Gericht gegen Biafra, der den gesamten Back-Katalog herausrücken musste. Als sich East Bay Ray, Flouride und Peligro 2001 mit Brandon Cruz bzw. später Jeff Penalty (vcl) als Biafra-Ersatz reformierten, wurden die früheren DK-Aufnahmen beim neuen "Manifesto"-Label noch einmal zugänglich gemacht.

 

Dort erschienen auch weitere Aufnahmen der Band. "Mutiny On The Bay" (Manifesto, 2001) zeigte die Dead Kennedys bei Konzerten 1982 und 1986, während "Live At The Deaf Club" (Manifesto, 2004) ein Konzert von 1979 dokumentierte.

 

Unter dem Titel "Milking The Sacred Cow" (Manifesto, 2007) erschien eine "Best Of"-Compilation. Alle sieben Singles der Band wurden im Rahmen der Box "Original Singles Collection" (Manifesto, 2014) im Original-7"-Format zusammen wiederveröffentlicht.

 

Aufnahmen aus der Anfangszeit wurden unter dem Titel "Iguana Studios Rehearsal Tape - San Francisco 1978" (Manifesto, 2018) zugänglich gemacht. Seit 2008 ist Ron "Skip" Greer der Leadsänger. Drummer D.H. Peligro wurden 2023 von Steve Wilson abgelöst.     11/26

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