Französisches Ensemble im Bereich der zeitgenössischer Musik, gegründet 1993 von Lehrern und Lehrerinnen der Musikschule von Villiers sur Marne im Departement Val de Marne. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Hélène Breschand (harp), Sylvain Kassap (div cl) und Franck Masquelier (fl).
Zuerst interpretierte das Ensemble Werke von Maurice Ravel, Luigi Dallapiccola, Igor Stravinsky, Morton Feldman, Krystof Penderecki, Franco Donatoni und Luciano Berio. Ab 1995 begann das Ensemble nur noch Werke zu spielen, die Ende der 20. Jahrhunderts geschrieben wurden.
Zudem begannen Komponistinnen und Komponisten wie Marie Hélène Fournier, Damien Charron und François Rossé für das Ensemble Laborintus Stücke zu schreiben. Hélène Breschand und Sylvain Kassap sind auch im Bereich der freien Improvisation tätig.1998 stiess neben diesen und Franck Masquelier mit Benoit Rocco (perc) für die zwei folgenden Aufnahmen ein vierter Musiker fest dazu.
Dazu tat sich das Ensemble für spezielle Gelegenheiten mit Gästen wie Alain Neveu (p), Cécile Daroux (fl) oder Serge Bertocchi (sax) zusammen. "Ouroboros" (La Nuit Transfigurée, 2001) hiess die erste Aufnahme. Sie bestand aus sechs Werken von François Rossé. Laborintus war auch im Bereich Theater aktiv.
Die von Sylvain Kassap für Kinder kreierte Produktion "A la maison" rund um Werke von Georges Aperghis, John Cage, Jacques Rebotier, François Rossé und Kassap selber wurde 50 Mal aufgeführt und für eine CD (LMD, 2001) eingespielt.
2002 traf das Ensemble auf den Schweizer Komponisten Hans Ulrich Lehmann, der das Werk "Dédales" schrieb. Dessen Einspielung wurde später auf einer gleichnamigen CD (Daphénéo, 2007) herausgebracht.
Dazwischen arbeitete das Ensemble mit Luc Ferrari zusammen. Unter dem Titel "Et Tournent Les Sons" (Césaré, 2006) erschienen zwei Werke. "Et tournent les sons dans la garrigue (Réflexion sur l'écriture n°1)" (1977) war geschrieben für Tonband und Orchester
Dazu kam"Archives sauvées des eaux (Exploitation des concepts n°3)" (2000-2005) in einer Version für zwei CDs und Orchester. Diese Werke wurden von Sylvain Kassap (cl), Hélène Breschand (harp), Adeline Lecce (cello), Franck Masquelier (fl) und Philippe Cornus (perc) eingespielt. Dazu kam eRikm (tt, elect).
Das nächste grössere Projekt war das Werk "Tierkreis" von Karlheinz Stockhausen. Dieses wurde in praktisch der selben Besetzung wie die Ferrari-Werke, ohne eRikm dafür teilweise mit Anaïs Moreau (cello, vcl), für eine CD (Daphénéo, 2008) aufgenommen.
Mit dem argentinischen Komponisten Luis Naón entstand die CD "Lascaux Expérience" (Césaré, 2010). Sie basierte auf der früher realisierten Audio/Video-Installation "Lascaux Urbana". Diese wiederum basierte auf dem Instrumentalstück "Urbana", das Naón 1997 am IRCAM in Paris realisiert hatte.
Am Schluss wurde daraus das elektro-akustische Werk "Lascaux Expérience" für Tonband und Orchester. Lascaux ist jener Ort im französischen Departement Dordogne, wo man eine jungpaläolithische Höhle mit weltberühmt gewordenen Höhlenmalereien fand.
Bei "Double peine" (D'autres Cordes, 2010) handelt es sich um eine Duoproduktion von Hélène Breschand und Sylvain Kassap. "5 mouvements de la jeune fille" war eine von Kassap geschriebene Auftragskomposition von Radio France, die das Ensemble in der Triobesetzung Hélène Breschand (harp), Anaïs Moreau (cello) und César Carcopino (perc) einspielte.
Die fünf Teile wurden zwischen dem 22. und 26. April 2013 von Radio France ausgestrahlt. "Moments Of Fatherhood" (Rogueart, 2016) war eine gemeinsame Aufnahme mit dem von Nicole Mitchell (fl) geleiteten Black Earth Ensembles aus Chicago.
Vom BEE waren Nicole Mitchell (fl), Renee Baker (vio) und David Boykin (ts, cl) mit dabei. Das Ensemble Laborintus bestand aus Anaïs Moreau (cello), Franck Masquelier (fl), Hélène Breschand (harp), Sylvain Kassap (bcl), Aruán Ortiz (p), Benjamin Duboc (b) und Cesar Carcopino (dm, vibes).
Auf der Doppel-LP "...Et Après" (Alga Marghen, 2021) interpretierte das Ensemble ein weiteres Mal Werke von Luc Ferrari. 04/26