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Wolfgang Fortner

  • musicmakermark
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

Deutscher Komponist, Kompositionslehrer und Dirigent, geboren am 12. Oktober 1907 in Leipzig. Durch das Elternhaus – Vater und Mutter waren beide Sänger – hatte Fortner früh intensiven Kontakt zur Musik. 1927 begann er sein Studium in Leipzig am Konservatorium (Orgel, Komposition) und an der Universität (Philosophie, Musikwissenschaft, Germanistik).


 

Noch während des Studiums wurden einige seiner Kompositionen öffentlich aufgeführt. In Berlin begegnete er Arnold Schönberg und schrieb seine Leipziger Examensarbeit über die Kammermusik Paul Hindemiths. 1931 schloss er sein Studium mit dem Staatsexamen für das höhere Lehramt ab.

 

Danach übernahm er eine Dozentur für Musiktheorie am Evangelischen Kirchenmusikalischen Institut Heidelberg. Es folgten öffentliche Angriffe auf ihn als "Kulturbolschewist“. 1935/1936 gründete Fortner das Heidelberger Kammerorchester.

 

Mit diesem führte er auch Neue Musik von sich selbst und anderen Zeitgenossen auf und unternahm ausgedehnte Konzertreisen zur "Wehrmachtsbetreuung". Ebenfalls noch Mitte der 1930er Jahre übernahm er die Leitung des Bannorchesters der Hitler-Jugend Heidelberg, ein (Streich-) Orchester, gebildet aus jugendlichen Laien, dessen Leitung er 1939 wieder abgab.

 

Am 1. September 1939, am Tag des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges, stellte er einen Antrag auf Aufnahme in die NSDAP. Am 1. Januar 1940 wurde er unter der Parteinummer 7.818.245 registriert. 1940 wurde er als Sanitätssoldat eingezogen. Nach dem Kriegsende wurde Fortner bei der Entnazifizierung als Mitläufer eingestuft. Er war nicht vom Berufsverbot betroffen.

 

Fortner übersiedelte auf den Heidelberger Kohlhof in die Villa Braunbehrens und scharte dort eine Gruppe junger Studenten um sich, die an der modernen Musik von vor 1933 Interesse zeigten. 1948 zählte er zum Kreis der Gründer der Kranichsteiner (später Darmstädter) Ferienkurse für Neue Musik.

 

1954 wurde er Professor für Komposition an der Nordwestdeutschen Musikakademie in Detmold, ab 1957 bis zur Emeritierung im Jahre 1973 an der Staatlichen Hochschule für Musik in Freiburg im Breisgau.

 

Zu seinen Schülern gehören unter anderen die Komponisten Hans Werner Henze, Rudolf Kelterborn, Nam June Paik, Robert HP Platz, Rolf Riehm, Wolfgang Rihm, Bernd Alois Zimmermann, um nur die wichtigsten zu nennen.

 

Wolfgang Fortner schrieb mehrere Opern, Musik für Ballette, Vokalwerke, Orchesterwerke, Kammermusik und Klaviermusik. Seine Musik findet sich auf rund drei Dutzend Schallplatten. Einige davon bestehen ausschliesslich aus Musik von Fortner. Wolfgang Fortner starb am 5. September 1987 im Alter von 79 Jahren in Heidelberg.                                                                         04/26

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