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Franghiz Ali-Zadeh

  • musicmakermark
  • 29. Juli 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 18. Aug. 2025

Aserbeidschanische Komponistin, geboren am 28. Mai 1947 in Baku. Bis 1972 studierte sie am dortigen Konservatorium Klavier und Komposition. Für Komposition war Kara Karajew, der 1982 verstorbene geistige Vater der neuen Musik Aserbeidschans, ihr Lehrer.


 

Bis Mitte der 1970er Jahre komponierte sie auf der Basis der Zwölfton-Technik. Dann begann sie sich auf die Musiktradition ihrer Heimat zu besinnen. Seither basieren ihre Werke auf Mugam-Modellen. Mugam ist eine uralte Tradition der orientalischen Musik, eine Form von Improvisation auf der Basis von Überlieferungen.

 

Jedem Mugam ist ein bestimmter Tonraum zugeordnet, der sich durch eine spezifische Intervallstruktur auszeichnet. Die Kunst des Mugam-Interpreten besteht darin, das Material in einer hochdifferenzierten Art improvisatorisch auszudeuten.

 

Die Melodie ist auf die gesamte Komposition verteilt. Ali-Zadeh verbindet in ihren Werken diese Mugam-Technik mit westlichen Avantgarde-Techniken. Mugam ist auch eine im 16. Jahrhundert verwendete Geheimsprache, die verwendet wurde, um Emotionen innerhalb des Islam verdeckt auszudrücken.

 

Mit ihrer Klaviersonate "In memoriam Alban Berg" (1970) stellte sich die Komponistin 1976 beim Musikfestival in Pesaro erstmals im westlichen Ausland vor. Danach erklang ihre Musik an einer ganzen Reihe von weiteren Festivals.

 

Ali-Zadeh wanderte 1992 mit ihrem Sohn wegen des Bürgerkrieges aus und liess sich in Mersin, an der südöstlichen Mittelmeerküste der Türkei nieder. Dort arbeitete sie als Chorleiterin am Opernhaus und als Dozentin für Klavier und Musiktheorie am Konservatorium.

 

Bis 1999 wirkte sie erneut in Baku und übersiedelte dann für ein Jahr nach Deutschland. Im August 1999 war sie als erste Frau "Composer in Residence" bei den Internationalen Musikfestwochen in Luzern. 2000 wurde sie als Volkskünstlerin der Republik Aserbaidschan ausgezeichnet.

 

Die Komponistin schrieb mehrere Werke. Ihr bekanntestes ist "Habil Sajahy" (1979) für präpariertes Klavier und Violoncello. Eine erste CD mit Werken von ihr hiess "Crossings - Music by Frangiz Ali-Zade" (Bis, 1997). Sie enthielt "Music For Piano" (1989), "Three Watercolours" (1987), "Dilogie I" (1988), "From Japanese Poetry" (1990) und "Crossing II" (1993).

 

Für das Kronos Quartet schrieb sie "Mugam Syagi" (1993). Dieses Stück fand sich auf der CD "Night Prayers" (Nonesuch, 1994) mit Werken anderer Komponisten und Komponistinnen sowie auf der CD "Mugam Sayagi: Music Of Franghiz Ali-Zadeh" (Nonesuch, 2005) mit ausschliesslich Stücken der Komponistin.

 

Für die zweite Veröffentlichung des Werks "Mugam Sayagi" zog das Kronos Quartet Scott Fraser (synth) und Bonnie Barnett (tamboura) bei. Weitere Werke von Ali-Zadeh auf dieser CD waren "Oasis" (1998) für Streichquartett und Tonband mit Mark Grey (tapes); "Apsheron Quintet" (2001) für Streichquartett und Piano mit der Komponistin selber sowie "Music For Piano" (1989/97) mit Ali-Zadeh solo.

 

Franghiz Ali-Zadeh komponierte eine Reihe von anderen Auftragwerken. So "Dervish" (2000) für das Silk Road Project von Yo Yo Ma (cello). Das Silk Road Ensemble spielte ihr Werk "Habil-Sayagy" (1979).

 

Weitere Stücke von ihr waren auf Split-Schallplatten erschienen, die auch Werke von Giya Kancheli, Dmitri Yanov-Yanovsky, Mati Kuulberg, Alfred Schnittke, Arvo Pärt, Dmitri Shostakovich, Tatjana Sergejewa und/oder Sofia Gubaidulina enthielten.                                         08/25

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